Ex-Geschäftsführerin spricht

Trennung wirkt nach

Natascha Sadowski hat lange geschwiegen. Die frühere Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH meldet sich nun aber zu Wort, um ihre Sicht zur Vorgeschichte der Trennung von ihrem bisherigen Arbeitgeber deutlich zu machen.

VREDEN

, 23.01.2016, 00:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie habe diesen Schritt eigentlich nicht gewollt. Natascha Sadowski hat in den vergangenen Wochen jedoch Erfahrungen gemacht, die sie jetzt dazu veranlassen: "In jedem Vorstellungsgespräch werde ich zuerst mit Ausdrucken von den Veröffentlichungen zu meiner Abberufung konfrontiert." Ihre Gegenüber gingen davon aus, dass ihr fristlos gekündigt worden sei: "Dem ist ja nicht so." Die negativen Auswirkungen der Berichte seien für sie spürbar. Die ehemalige Geschäftsführerin der Vreden Stadtmarketing GmbH macht das insbesondere an der Stellungnahme fest, die die Gesellschaft selbst dazu publiziert hatte.

Bild korrigieren

Natascha Sadowski will dieses Bild nun etwas korrigieren. Sie sagt zur Vorgeschichte der Kündigung, dass erste Dissonanzen sich bereits im Sommer 2014 abgezeichnet hätten. Sie habe sich die Freistellung nach der Geburt ihres Kindes erkämpfen müssen: "Es hieß, als Geschäftsführerin stünde mir eine Elternzeit nicht zu und ich müsse meine Arbeitskraft nach dem Mutterschutz wieder voll einbringen." Es sei letztlich vier Wochen vor dem Entbindungstermin aber zu einer Vereinbarung gekommen.

Enttäuscht

Die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit sei für die ersten drei Monate in Teilzeit vorgesehen gewesen. Dass sie diese zum Teil von zuhause aus ausüben wollte, sei nichts Neues gewesen, sondern auch bereits vorher schon so praktiziert worden. Dieser Punkt sei im Vorfeld zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit zum 1. Oktober vergangenen Jahres in einem Gespräch mit dem Vorstand des Stadtmarketings thematisiert worden: "Nun wurde von mir erwartet, dass ich ständig vor Ort sein sollte." Ein weiteres Gespräch darüber habe es in den darauffolgenden Wochen nicht gegeben: "Ich habe in dieser Zeit ganz normal gearbeitet und mich zu 100 Prozent eingebracht." Sie sei schließlich vier Wochen später mit ihrer Kündigung konfrontiert worden: "Ich bin persönlich sehr darüber enttäuscht, vorher dazu nicht noch einmal angehört worden zu sein."

Problematisch sieht sie auch den öffentlichen Umgang mit der Kündigung. Ihr Rechtsanwalt Reinhard Haake aus Haltern am See sagt zu den Veröffentlichungen, die zur Trennung von Natascha Sadowski erfolgten: "Diese Beiträge lassen den Schluss zu, dass Frau Sadowski ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nicht oder nicht ausreichend nachgekommen ist."

Gang in die Öffentlichkeit

Daraufhin sei Matthias Plewa als Interims-Geschäftsführer darum gebeten worden, eine Klarstellung zu veröffentlichen zu den Umständen, die zur Abberufung von Natascha Sadowski führten. Die Stadtmarketing Vreden GmbH sei dieser Bitte nicht nachgekommen.

Natascha Sadowski wünscht sich nun, dass ihr Gang in die Öffentlichkeit zu einer anderen öffentlichen Wahrnehmung des ganzen Geschehens führt: "Ich würde mich freuen, wenn ein Artikel mit meiner Sicht der Dinge die älteren Einträge bei Google überholt."

Ihr persönliches Fazit dazu: "Ich finde es sehr schade, dass die Dinge so gekommen sind." Die Arbeit in Vreden habe ihr viel Spaß gemacht. Ihre jetzige Situation sieht sie aber auch als Chance für einen Neuanfang.

Für den Vorstand der Vreden Stadtmarketing GmbH gaben Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch und Matthias Plewa eine kurze Stellungnahme ab: "Wir können das aktuelle Verhalten von Frau Sadowski nicht nachvollziehen und wollen es auch nicht kommentieren, sondern verweisen auf unsere ursprüngliche Stellungnahme zur Abberufung und zur Kündigung. Wir wünschen ihr weiterhin alles Gute für die Zukunft."

 

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