Falscher Priester versucht, in Vreden betrügerisch Spenden zu sammeln

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Die Pfarrei St. Georg warnt vor einem Betrüger, der sich als indischer Priester ausgibt und an Haustüren um Spenden gebeten hat. Der Fall weckt beim echten Pfarrer schlechte Erinnerungen.

Vreden

, 07.08.2020, 13:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Masche bezeichnet Pfarrer Christoph Theberath als besonders perfide: Ein Unbekannter hat in Ammeloe gezielt einen älteren emeritierten Pfarrer aufgesucht und sich als indischer Priester ausgegeben. Dann versuchte er offenbar, in betrügerischer Absicht einen Geldbetrag zu erschwindeln, was ihm in diesem Fall aber nicht gelang.

An verschiedenen Haustüren geklingelt

Nach Angaben der Pfarrei St. Georg bat der Mann in den vergangenen Tagen an verschiedenen Haustüren um Spenden. Er berufe sich dabei auf die indischen Patres in Zwillbrock und auf die Pfarrei St. Georg.

Bei Pfarrer Christoph Theberath weckt dieser Fall schlechte Erinnerungen. „Vor zwei oder drei Jahren hat schon einmal ein Betrüger die gleiche Masche genutzt und vorgegeben, für die indischen Patres in Zwillbrock Geld zu sammeln.“ Damals, so Pfarrer Theberath, sei es dem Unbekannten gelungen, ältere Menschen um einen Geldbetrag zu betrügen.

„Seelsorger sammeln nicht an Haustüren“

„Es ist schon höchst verwerflich, die Gutherzigkeit und Spendenbereitschaft älterer Menschen auf diese Weise auszunutzen“, sagte Pfarrer Theberath am Freitag. Er betont: „Seelsorger sammeln generell keine Spenden an Haustüren.“

Aufgrund der Beschreibung des Täters geht Pfarrer Christoph Theberath davon aus, dass es sich um den selben Mann handelt, der nach Jahren seine Masche als Wiederholungstäter erneut in Vreden ausprobiert.

Keine Anzeige erstattet

Was sagt die Polizei zu diesem Fall? Polizeisprecher Frank Rentmeister erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, der jüngste Betrugsversuch sei nicht angezeigt worden. Es gebe lediglich aktuelle Hinweise auf mögliche Betrügereien mit einer Zeitschriften-Masche in Vreden. Bei Spendensammlern an der Haustür, so Rentmeister, sollten die Menschen aber generell Vorsicht walten lassen.

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Pfarrer Christoph Theberath bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Gemeinde in diesem jüngsten Betrugsfall tatsächlich keine Anzeige bei der Polizei erstattet habe. „Bei dem Jahre zurückliegenden Fall hat die Polizei gesagt, dass ihre Ermittlungsmöglichkeiten in solchen Fällen sehr begrenzt seien. Wichtig sei es vor allem, an die Öffentlichkeit zu gehen und die Menschen vor den Betrügern zu warnen.

„Wir werden darum an diesem Wochenende die Gläubigen im Publikandum in den Gottesdiensten vor der Betrugsmasche warnen“, so Pfarrer Christoph Theberath.

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