Fassade bekommt neue Fugen

Stiftskirche

Weiße Planen flattern im Wind, fast das ganze Gebäude ist von einem Gerüst umgeben. So sieht die Stiftskirche momentan aus. Bereits im Mai starteten die Arbeiten an der Fassade. Zurzeit läuft der vierte von fünf Bauabschnitten, die sicherstellen sollen, dass die Gebäudesubstanz erhalten bleibt.

VREDEN

, 16.07.2015, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eimer um Eimer gießt Stephan Kreuzheck, einer der Bauarbeiter an der Stiftskirche, eine flüssige Masse in einen Trichter. Der Schlauch verschwindet in den Mauern der Kirche. "Dort wird die Flüssigkeit aushärten", erklärt er.

Die Wände der Kirche bestehen nämlich aus einem zweischaligen Mauerwerk. Es gibt also eine Innen- und eine Außenschale. Der Hohlraum dazwischen, der bisher leer war, wird nun ausgefüllt. "Das ist wichtig, um die Standfestigkeit zu sichern", erklärt Stephan Bengfort (kleines Foto) von der Zentralrendantur der Katholischen Kirchengemeinden im Dekanat Ahaus.

Mühsame Handarbeit

Kreuzheck und seine Kollegen haben dafür an der ganzen Fassade des nördlichen Querhauses und des Chors Löcher zwischen den Steinen gebohrt. "Ab und zu fließt nur wenig von der Mörtelmasse rein. An einer Stelle ist aber auch schon eine ganze Tonne Material in der Mauer verschwunden", sagt Kreuzheck.

Bereits seit Mai laufen die Arbeiten an der Fassade. Zunächst haben die Bauarbeiter alle Fugen mit dem Presslufthammer entfernt. In einem zweiten Schritt haben sie die Feinarbeiten per Hand erledigt. "Das war eine enorme Fläche und viel Arbeit. Vor allem, weil das Material sehr hart war", sagt Kreuzheck. Das ist auch der Grund, warum die Fugen erneuert werden müssen. Die alte Fugenmasse sei zu fest gewesen und deswegen seien einige Steine gebrochen, so der Bauarbeiter.

Sanierung schon 2013 begonnen

Nachdem der Hohlraum zwischen den beiden Schalen aufgefüllt ist, werden die Arbeiter die Fugen säubern. Dann wird die gesamte Fassade mit einem elastischeren kalkhaltigen Material neu verfugt. Einige Steine werden außerdem ausgebessert, andere müssen komplett ersetzt werden.

Die Arbeiten in diesem vierten Bauabschnitt sollen noch bis Ende August dauern. Im ersten Bauabschnitt, der im September 2013 startete, wurde das Fundament des südlichen Querhauses verstärkt. Danach hat die Fassade des Langhauses neue Fugen bekommen. Im dritten Schritt wurde eine schiefe Wand im Langhaus gesichert. "Durch den Druck des Daches hat sich die Außenstelle im oberen Bereich leicht nach außen gewölbt", sagt Bengfort. Beide Schalen sind nun mit mehreren Gewindestangen miteinander verbunden, sodass sie sich nicht weiter bewegen können.

Innenanstrich im nächsten Jahr

Nach dem momentan stattfindenden vierten Bauabschnitt wird im nächsten Jahr der fünfte und letzte Teil der Sanierungsarbeiten folgen. Dann bekommt der Innenraum einen neuen Anstrich.

 

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