Firma Epcan setzt auf Regionalität mit Augenmaß

Wachsender Geschäftszweig

Eine Region geht online. Ein Router gehört heute so selbstverständlich zur Ausstattung der meisten Privathaushalte und Firmen im westlichen Münsterland wie früher ein Telefonanschluss oder die Steckdose für das Antennenkabel des Fernsehgeräts, wie einst der Fernschreiber und später das Faxgerät.

VREDEN

, 26.02.2016, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit der kleine Apparat aber auch die große Vielfalt der Möglichkeiten liefern kann, braucht es auf der anderen Seite eine leistungsfähige Infrastruktur. Dieses Geschäftsfeld beackert die Vredener Firma Epcan seit einigen Jahren mit wachsendem Erfolg. Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung hat Nils Waning, neben Gerd Gevering und Christian Meiners, einer der drei Geschäftsführer des noch jungen Unternehmens, eine Zwischenbilanz gezogen und einen Ausblick gewagt.

Ein Schwerpunkt der Aktivitäten liegt zum Beispiel in Vreden selbst. Da sei Epcan Schritt für Schritt dabei, die Breitbandversorgung in den einzelnen Siedlungsgebieten weiter auszubauen. Dabei bleibt es bei der Aufgabenteilung, die sich aus Sicht des Unternehmens bestens bewährt hat: Der regionale Versorger SVS übernimmt die Aufgabe, sich um die sogenannte Hardware zu kümmern - also den Ausbau des Leitungsnetzes. Die Firma Epcan übernimmt den Part, die gewünschte Internetverbindung in dem wachsenden Netz sicherzustellen.

VDSL im Vordergrund

Dabei steht an vielen Stellen zunächst das sogenannte VDSL im Vordergrund. "Damit können wir einen relativ kurzfristigen Ausbau schaffen", erklärt Waning. Elf Kabelverzweiger werden dazu ausgebaut. VDSL ermöglicht es, mit dem "klassischen" Kupferkabel zwischen Haus und Verteiler bereits hohe Bandbreiten zu erzielen. Später sei dann der Ausbau als Glasfaser möglich - mit einem Vielfachen des heutigen Leistungsvermögens.

Dass in Zukunft solche heute noch eher riesig anmutenden Datenmengen fließen werden, davon ist man bei Epcan angesichts der rasanten Entwicklung der Internetnutzung überzeugt. "Streamen von Filmen zum Beispiel ist heute schon Standard", so Waning. Da könnten aber noch viele Aufgaben hinzukommen: Das Smart Home, das vernetzte Heim der Zukunft, steckt zwar heute noch in den Kinderschuhen. Aber schon in wenigen Jahren könnte die technische Kontrolle des eigenen Zuhauses per App bereits ein vielgenutzter Standard sein, und das auch aus der Ferne.

Stetiges Wachstum

Epcan setzt weiterhin auf seine Rolle als regionaler Versorger. "Wachstum ja, aber mit Augenmaß", sagt Waning in seinem Büro im nagelneuen Firmengebäude an der Bahnhofstraße in Vreden. Da geht es in der Ausrichtung nicht nur um Bandbreite von Leitungen, sondern auch um Lösungen für Geschäftskunden, um leistungsfähige Rechenzentren - immer am Bedarf vor Ort orientiert. "So ergab eins das andere", blickt Waning auf die Entwicklung des Unternehmens zurück.

Es verzeichnet seit der Gründung im Jahr 2008 ein kontinuierliches Wachstum. "Wir haben immer alles reinvestiert, weil wir uns bis heute als im Aufbau befindlich verstehen", sagt Waning. Gewachsen sei Epcan auch personell - was aber nicht immer einfach sei: "Man muss heute als Firma im ländlichen Raum viel tun, um eine adäquate Fachkraft zu bekommen." Deshalb nehme Epcan auch die sogenannten sozialen Rahmenbedingungen in den Blick von den Arbeitszeiten bis zur Kinderbetreuung: "Wir wollen zufriedene, motivierte Mitarbeiter." 18 Köpfe zählt das Team aktuell, drei Aushilfen ergänzen es.

Neues Kapitel

Mit dem Umzug an die Bahnhofstraße schlägt Epcan nun ein neues Kapitel auf. Seine Ziele findet es weiter vor der eigenen Haustür: "Es gibt noch viel Potenzial für uns in Stadtlohn, Südlohn und Vreden."

Und intern geht es für die Firma auch um die Entwicklung neuer Angebote, die zum Online-Bedarf der Kunden passen. Denn der wandelt sich mit jeder kleinen oder großen technischen Revolution, an denen es derzeit nicht mangelt, weiß Waning: "Es bleibt spannend."

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