Förderzusagen schwarz auf weiß

Kulturhistorisches Zentrum

Der Fahrplan steht – und auch die Finanzierung. Kein unwichtiger Aspekt bei einem Projekt, das auch für die Stadt Vreden Investitionen in Millionenhöhe mit sich bringt. Der symbolträchtige Erste Spatenstich für das neue Kulturhistorische Zentrum des Kreises Borken soll im Januar erfolgen.

VREDEN

, 16.09.2014, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser unterfüttert das finanzielle Engagement des Kreises Borken und der Stadt Vreden – sie teilen sich die Aufgabe, das Kulturhistorische Zentrum auf den Weg zu bringen. Dabei liegt der Löwenanteil mit 70 Prozent in Borken – die Widukindstadt ist mit 30 Prozent als „Juniorpartner“ mit im Boot. Daraus ergibt sich rechnerisch ein Anteil von etwa 4,2 Millionen Euro, den der Vredener Kämmerer bei der Aufstellung der Haushalte für 2015 und 2016 etappenweise zu berücksichtigen hat. Auf der Einnahmenseite sollte sich bei der gleichen Haushaltsstelle jeweils auch ein Zuschuss des Landes Nordrhein-Westfalen finden – in einer Gesamthöhe von 2,1 Millionen Euro. Inzwischen hat das Land allerdings eine Haushaltssperre verhängt. Darunter fallen alle freiwilligen Ausgaben, für die die Landesregierung noch keine verbindliche Verpflichtung eingegangen ist.

Bernd Kemper hat keinerlei Zweifel daran, dass sich das Land an seine bereits gegebene Zusage hält, den Bau des neuen Kulturhistorischen Zentrums in der geplanten Höhe zu fördern. Die klare Aussage des Ersten Beigeordneten: „Der Zuschuss ist von der Haushaltssperre nicht betroffen. Die Zusage über die Mittel haben wir schon sehr früh schriftlich vom Finanzminister bekommen.“ Entwarnung auch aus dem Kreishaus: Die Haushaltssperre des Landes habe keine Auswirkungen auf die Finanzierung des Kulturhistorischen Zentrums, so Ellen Schlütter von der Pressestelle des Kreises Borken auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Zum einen habe der Kreis Borken den Förderbescheid über die gesamte Landesförderung von rund 6,7 Millionen Euro, 50 Prozent der Bausumme, bereits Ende vergangenen Jahres erhalten.

Förderzusagen, die bereits rechtlich verbindlich seien, seien von der Haushaltssperre nicht betroffen. Zum anderen handle es sich dabei um Mittel aus der Städtebauförderung, die mischfinanziert seien, also zu einem Teil vom Land, zum anderen Teil vom Bund getragen werden: „Solche mischfinanzierten Fördermittel sind von der Haushaltssperre ausgenommen. Das trifft übrigens auf fast alle Projekte der Regionale 2016 zu.“ Inhaltlich freut sich der Erste Beigeordnete in Vreden bereits auf die vielen Aktivitäten, die das Kulturhistorische Zentrum in Vreden bündeln wird. Gleichzeitig soll auch in Vreden selbst die Vorfreude spürbar geweckt werden: „Dazu ist an Baustellenführungen gedacht, ebenso daran, den Baufortschritt im Internet sichtbar zu machen.“

Das neue Kulturhistorische Zentrum besitze ein großes Potenzial. Das reiche von der wissenschaftlichen historischen Arbeit bis hin zur Anlaufstelle für alle Heimatvereine im Kreis Borken, vom außerschulischen Lernort bis hin zum spannenden Ausstellungsraum. Kemper: „Es wird ein kultureller Knotenpunkt, und das bringt für uns als Standortkommune auch viel.“ Kein Wunder also, dass die örtliche Politik die Aussicht begrüßt, dass ein wesentlicher Teil der Kulturarbeit des Kreises künftig in Vreden angesiedelt ist. Das bringe sicherlich Synergien für die Stadt, so der Erste Beigeordnete im Gespräch mit unserer Zeitung. Nicht vergessen werden soll übrigens die Hofanlage im Stadtpark: Mit dem Kreis und dem Heimatverein liefen derzeit Gespräche, sie in die Neuaufstellung einzubeziehen.

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