Vredener Fotograf geht mit Kamera auf die Pirsch und entdeckt Ricke mit Kitz

mlzHubert Stroetmann

Hubert Stroetmann ist leidenschaftlicher Jäger. Wenn der Vredener Fotograf sich auf die Lauer legt, geht es ihm aber nicht darum, ein Tier zu erlegen, sondern dessen Schönheit einzufangen.

Vreden

, 15.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vorsichtig tritt die Ricke aus dem Wald heraus, dicht gefolgt von einem erst wenige Tage alten, tapsigen Kitz. Die Rehmutter lauscht, stellt ihre Ohren in alle Richtungen auf. Sie schaut direkt in die Kamera von Hubert Stroetmann, kann daran aber nichts Verdächtiges feststellen.

„Ich habe gemerkt, wie die Ricke unruhig wurde und dann kam der Bock“, erinnert sich der Hobbyfotograf an die Szene, die er erst am Mittwochmorgen in aller Herrgottsfrühe auf seine Digitalkamera gebannt hat.

Atem anhalten

Und tatsächlich: Schließlich zeigt sich auch der Vater der kleinen Familie, ein stattlicher Rehbock, der die Umgebung ebenfalls genau in den Blick nimmt. Hubert Stroetmann hält drauf - und den Atem an. „Man darf die Kamera nicht im Rucksack tragen. Wilde Tiere warten nicht“, erklärt er.

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Den atemberaubenden Moment, Auge in Auge mit der Natur, hat der Vredener inzwischen auf seine Facebookseite hochgeladen. Das Video hat ihm zahlreiche Likes und Kommentare eingebracht. „Das ist das, was Frauenherzen berührt“, sagt Hubert Stroetmann mit einem Lächeln. Von sich selber sagt er, er sei „positiv verrückt“.

Sielmann von Vreden

„Da war ein lustiger Kommentar dabei: Hubert Stroetmann ist der Heinz Sielmann von Vreden“, sagt er schmunzelnd. Dabei, so stellt er klar, macht er die Aufnahmen nur, weil er selber Spaß daran hat. Und: „Ich finde es immer schön, wenn die Leute sich freuen. Es macht Spaß, Menschen zu beglücken“.

Hubert Stroetmann ist mit seiner Kamera oft rund um Vreden unterwegs.

Hubert Stroetmann ist mit seiner Kamera oft rund um Vreden unterwegs. © Thorsten Ohm

Schnell muss man sein und ein gutes Auge für versteckte Kleinigkeiten haben, verrät der Fotograf. Frühes Aufstehen schadet ebenfalls nicht. „Wenn es hell wird, stehe ich auf. Im Bett sterben die meisten Menschen, darum bin ich immer schnell raus“, so Stroetmann.

Erfolg mit Kalendern

Die Freude am Fotografieren hat ihn schon in jungen Jahren gepackt. „Wenn wir mit meinen Eltern Urlaub gemacht haben, gab es nachher immer eine Diashow. Mich interessierten aber nicht so meine Geschwister, sondern eher exotische Schmetterlinge“, sagt der Vredener.

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Auch wenn die Familie die vielen Naturfotos damals nicht immer gut hieß, Hubert Stroetmann machte weiter. Mit Erfolg: Inzwischen bestückt er regelmäßig den Kalender einer örtlichen Apotheke mit seinen schönsten Naturaufnahmen.

Tierische Lieblingsmotive

Und was sind seine tierischen Lieblingsmotive? „Kraniche, Hirsche, Rehwild... Tiere, die durch ihre Ästhetik bestechen. Ein Bienchen, das ist nicht so unbedingt meins...“, räumt er ein.

Auch wenn Vreden und Umgebung ihm viele Fotomotive liefern, zieht es ihn doch hin und wieder woanders hin. „Ein Traum von mir wäre der Yellowstone Nationalpark. Aber im kanadischen Teil, bei Trump möchte ich nicht sein“, verrät der Fotograf sein nächstes, großes Ziel.

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