Freilaufende Katzen kastrieren und chippen?

Rat diskutiert

Wenn es um Tiere geht, kommen schnell Emotionen ins Spiel. Da macht der Vredener Stadtrat keine Ausnahme - auch wenn das Gremium eigentlich gar nicht die richtige Adresse für zwei Anträge war, die auf das gleiche Thema abzielten.

VREDEN

, 07.12.2016, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Katze im Tierheim: ein Kostenfaktor, der angesichts einer steigenden Zahl freilaufender Katzen an Gewicht gewinnt. Vor diesem Hintergrund spielt die Diskussion um Kastration der Tiere.

Eine Katze im Tierheim: ein Kostenfaktor, der angesichts einer steigenden Zahl freilaufender Katzen an Gewicht gewinnt. Vor diesem Hintergrund spielt die Diskussion um Kastration der Tiere.

Die Fraktion der Grünen hatte einen Antrag gestellt auf Einführung einer Satzung zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen. Der Förderverein Kulturlandschaft hatte sich in der gleichen Sache an die Stadt gewandt.

Diese sah sich jedoch nicht als geeigneter Adressat dafür. Wenn es um Maßnahmen gegen eine Überpopulation von Katzen geht, liege die Zuständigkeit beim Kreis Borken. Der Rat hat das Thema daher zurückgestellt. Dennoch gab es vorher eine kurze, aber heftige Kontroverse: Alfons Küpers (CDU) übte deutliche Kritik am Antrag der Grünen beziehungsweise des Fördervereins. Das rief eine ebenso klare Replik von Gerd Welper (Grüne) hervor: Küpers solle doch Klartext reden und es sagen, wenn er den Abschuss von Katzen wolle.

Ausführliche Stellungnahme

Die Verwaltung hatte ausführlich Stellung zu dem Thema genommen. Gemäß dem Tierschutzgesetz und der entsprechenden Zuständigkeitsverordnung könnten die Kreisordnungsbehörden den unkontrolliert freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen durch Rechtsverordnung beschränken oder verbieten, "soweit dies zur Verhütung erheblicher Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den in dem betroffenen Gebiet lebenden Katzen erforderlich ist". Zudem könne eine Kennzeichnung und Registrierung für sogenannte Freigängerkatzen vorgeschrieben werden.

Der Rat hat nun die Verwaltung beauftragt, praktikable Lösungen für den Umgang und Verbleib freilebender Fundkatzen mit den Fachbehörden abzustimmen. Die Anzahl der Fundkatzen sei steigend, so die Stadtverwaltung: Im Jahr 2013 wurden 18, in 2014 30, in 2015 35 und bisher in 2016 30 Fundkatzen dem Tierheim Ahaus zugeführt. Diese Fundkatzen würden grundsätzlich kastriert.

Jährlich bis 5000 Euro

Die Kosten für die Unterbringung und notwendige tiermedizinische Behandlung von Fundtieren, in Vreden seien es überwiegend Katzen, im Tierheim beliefen sich für die Stadt Vreden auf jährlich rund 4000 bis 5000 Euro. Bei Unterbringung im neuen Tierheim würden die Kosten aber steigen.

Die Anzahl der Fundkatzen nehme aktuell auch zu, da nach Änderung des Jagdgesetzes streunende Katzen nicht mehr von den Jägern abgeschossen werden dürften und diese von den Jägern vermehrt als "Beifang" aus Lebendfallen als Fundkatzen aufgegeben würden, so die Stadt.

Änderung des Jagdrechts

Auch von der Jägerschaft werde die Einführung einer Kastrations-, Chip- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen gefordert. Gleichzeitig bemühe man sich auf Verbandsebene politisch um eine Änderung des Jagdrechtes. Eine weitere Rolle in der Gesamtdiskussion spielt aber auch die angespannte finanzielle Lage der Tierheime in Deutschland.

Lesen Sie jetzt