Gesamtschule bleibt in der Diskussion

Thema Schullandschaft

Die Diskussion um die Zukunft der Schullandschaft hält weiter an. Was das Treffen mit der Bezirksregierung gebracht hat und wie die Verwaltung mit der Kritik der Stadtschulpflegschaft umgeht, rückte bei der Ratssitzung am Dienstagabend in den Blick.

VREDEN

, 20.09.2017, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Gymnasium Georgianum hat jetzt eine Bestandsgarantie erhalten - von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch.

Das Gymnasium Georgianum hat jetzt eine Bestandsgarantie erhalten - von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch.

Auch wenn es, gemessen an der Lage der Fakten, in der Sitzung des Stadtrates zum Thema „Gesamtschule“ nicht viel Neues zu hören gab: Welche Intensität die Diskussion in Vreden dazu gewonnen hat, ließ sich auch an der Stellungnahme ablesen, die Erster Beigeordneter Bernd Kemper dazu abgab. Er berichtete in der Sitzung am Dienstag unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen und Anfragen über ein Treffen, das es am selben Tag in Münster dazu gegeben hatte. Ein lange geplantes Zusammenkommen, wie Bernd Kemper betonte.

Hintergrund: Noch vor den Sommerferien war im Bildungsausschuss erstmals öffentlich darüber gesprochen worden, dass die Bezirksregierung mit der Stadt Vreden gemeinsam eine Frage von schulpolitisch hoher Bedeutung für die Stadt erörtern wollte: Ob es vorstellbar sei, die Sekundarschule weiterzuentwickeln zu einer Gesamtschule. Diese Idee hatte schon vor dem offiziellen Bekanntwerden für Gerüchte gesorgt. Sie halten sich trotz aller Bemühungen der Stadtverwaltung offensichtlich bis heute.

Treffen in Münster

Am Dienstag waren Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch und Erster Beigeordneter Bernd Kemper wie angekündigt zu dem Treffen mit Vertretern der Bezirksregierung nach Münster gereist. Mit am Tisch saßen die Schulräte, die jeweils von diesem Thema berührt sind: für den Bereich der Sekundarschule und für den Bereich des Gymnasiums. Denn Auswirkungen hätte das Zustandekommen einer Gesamtschule für beide. Vertreter der Schulen seien nicht zugegen gewesen.

Über den Inhalt des Gesprächs sagte Bernd Kemper, dass die Vor- und Nachteile dazu ausgetauscht worden seien. Bestätigt haben die Vertreter der Bezirksregierung zudem offensichtlich, was die Münsterland Zeitung bereits berichtet hatte: dass eine Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule nur noch mit einem Beschluss in diesem Jahr möglich sei. Danach müsste dies auf dem Weg einer Neugründung erfolgen.

Der Erste Beigeordnete wiederholte vor den Mitgliedern des Rates und den interessierten Zuhörern auf der Zuschauerbank dazu, was er auch in seiner Stellungnahme gegenüber der Münsterland Zeitung betont hatte: „Das bedeutet für uns überhaupt keinen zeitlichen Druck.“ Es bleibe dabei, dass wie vorgesehen sich der zuständige Fachausschuss im November mit diesem Thema beschäftigen werde – die erste inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Frage, wie Kemper ebenfalls hervorhob.

„Sauber aufarbeiten“

Anschließend werde der Rat sich abschließend damit befassen. Damit bleibe die Stadt bei der Linie, wie sie sie schon vorher benannt habe, ergänzte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch: „Es geht darum, eine gute Entscheidung für unsere Schullandschaft zu finden. Wir werden das sauber aufarbeiten.“

Bernd Kemper hatte zuvor auch auf die Kritik reagiert, die die Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, Sonja Heinrichs, in einem Beitrag der Münsterland Zeitung an der Stadt Vreden geübt hatte. Diese sei nicht nachvollziehbar. „Ich war erschrocken darüber“, sagte er. Die Eltern seien nicht außen vor gelassen worden, einen „Fahrplan“ in Richtung Gesamtschule gebe es nicht. Anlass für ein Gespräch mit der Elternschaft gebe es erst nach dem Termin bei der Bezirksregierung. Dies solle nun stattfinden, kündigte er an.

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