Die Hamalandschule am Standort Ammeloe: Auch dort herrscht akut kein Lehrermangel. © Winter-Weckenbrock (A)
Lehrermangel

Gibt es zu wenig Lehrkräfte an den Grundschulen in Vreden?

Laut aktuellen Zahlen aus Münster sind die Vredener Grundschulen unterbesetzt, während an den anderen Schulformen eine Überversorgung herrscht. Doch was genau bedeuten diese Zahlen?

Gibt es einen Lehrermangel in Vreden? Ein Blick auf die aktuellen Besetzungsquoten (Stand 26. August), die der Münsterland Zeitung auf Anfrage von der Bezirksregierung Münster mitgeteilt wurden, verrät: Die Zahlen variieren je nach Schulform.

Während an der St.-Felicitas-Förderschule, der Sekundarschule sowie am Gymnasium Georgianum mit Quoten von über 100 eine scheinbare Überversorgung vorliegt, stehen die Grundschulen deutlich schlechter da. Hier sind es lediglich 87,46 Prozent. Diese Zahlen seien aber lediglich Momentaufnahmen, sagt Ina Wolff von der Bezirksregierung Münster auf Nachfrage. Die Zahlen veränderten sich quasi täglich.

Keine Beschwerden seitens der Schulen oder Eltern

„Sobald die Schulen merken, dass bedarf Besteht, können sie sich an uns wenden und bekommen dann die Mittel, die Stelle auszuschreiben“, betont Ina Wolff. Von einer erfolgreichen Besetzung erfahre sie erst zeitverzögert. „Uns liegen im Bereich der Grundschulen keine Beschwerden seitens der Schulen oder Eltern vor“, stellt Wolff klar.

Dies bestätigen auch zwei der Vredener Grundschulleiter. So zeigt sich Christel Hörst von der Hamalandschule sehr zufrieden: „Wir können unseren Minimalstundenplan erfüllen“. Ein Lehrermangel im engeren Sinne liege nicht vor.

Appell an die Eigenverantwortung der Schulen

Ähnlich sieht die Lage an der Norbertschule aus. Schulleiter Marcel Ludwig appelliert aber an die Eigenverantwortung der Schulen, dem Lehrermangel vorzubeugen. „Wir haben immer Eigeninitiative gezeigt“, betont Ludwig. So arbeite man an seiner Schule gerne mit Studenten aus den Niederlanden zusammen und betreibe aktiv „Nachwuchsarbeit“.

Auch der Stadt Vreden sei „keine Personalnot“ bekannt, so Bernd Kemper, Erster Beigeordneter, verweist aber für Details an die zuständige Stelle in Münster. Er persönlich sehe den Kreis Borken aber in einer recht komfortablen Situation, man sei insgesamt personell gut aufgestellt an den Schulen.

Die Besetzungsquote setzt sich darüber hinaus aus verschiedenen Faktoren zusammen. „Außerdem beinhaltet die Quote neben den Lehrern noch alle anderen Personen, die für die Kinder zuständig sind, zum Beispiel Sozialpädagogen“, so Wolff. Auch sei ein Sonderbedarf Teil der Quote, wenn es eine Ganztagesbetreuung gebe oder sonderpädagogische Angebote.

Quote von 102 ist keine Überversorgung

Die Quote verändere sich außerdem gleichzeitig mit der Schüler-Lehrer-Relation, bei Schulwechsel eines Kindes ebenso wie bei Ausfall einer Lehrkraft. „Eine Quote von 102 ist deshalb keine Überversorgung, sondern im Rahmen einer guten Ausstattung“, erläutert Wolff. Ein kleiner Puffer bei kurzfristigem Ausfall sei gewollt.

„Wir können nicht laufend Lehrer versetzen“, erläutert die Expertin aus Münster, zuständig für Unterrichtsversorgung an Haupt – und Gemeinschaftsschulen, Primus-Schulversuch und Verbundschule. Auch sei ihr System nicht immer auf demselben Stand wie an den Schulen selbst, was an verschiedenen Modulen läge.

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