Die Goldfische fühlen sich im Stadtgraben wohl. Sie gehören dort aber nicht hin, betont Alfons Wüpping vom Angelverein. © Markus Gehring
„Wilde“ Goldfische

Große Goldfische im Vredener Stadtgraben – warum sie ein Problem sind

Ein schöner Anblick sind die Goldfische im Vredener Stadtgraben allemal. Nur gehören sie da nicht hin. Beim Angelverein kennt man das Problem und weiß auch, wie die Fische da hineingelangen.

Es sind große, prächtig leuchtende Exemplare, die dem Mitarbeiter der Münsterland Zeitung am Museum Kult ins Auge fielen. Sie fühlen sich auch offenbar pudelwohl im Wasser des Stadtgrabens. Allein, sie sind dort ein Störfaktor.

„Das ist alles andere als förderlich für die heimische Fauna“, sagt Alfons Wüpping, Vorsitzender des Angelvereins Vreden. Das Problem ist dem Verein seit Jahren bekannt. „Die Goldfische stammen aus Gartenteichen. Sie haben sich dort zu stark vermehrt oder sind zu groß für den Teich geworden. Dann setzten die Besitzer sie in Vredener Gewässern aus“, erläutert Alfons Wüpping.

Häufig werden Fische aus privaten Teichen ausgesetzt

Sie und andere Fische wie Störe würden häufig in Berkel, Berkelsee oder Stadtgraben ausgesetzt. „In der Berkel werden die Goldfische ziemlich schnell von Hechten gefressen. Im Stadtgraben ist der Raubfischbestand zu dünn. Die paar Barsche fressen nur kleinere Fische.“

Goldfische schwimmen im Stadtgraben. Sie vermehren sich, weil sie dort auch nicht viele natürliche Feinde haben.
Goldfische schwimmen im Stadtgraben. Sie vermehren sich, weil sie dort auch nicht viele natürliche Feinde haben. © Markus Gehring © Markus Gehring

Goldfische vermehren sich mehrmals im Jahr, weiß der Fachmann. Dadurch werde die Population so groß. „Ende Juni werden hunderte Goldfische im Stadtgraben schwimmen. Die Teichbesitzer meinen das wohl gut im Sinne der Fische, aber sie verkennen die negativen Folgen für die heimischen Arten.“

Wüpping appelliert an die Besitzer, überzählige Fische zu verkaufen oder zu verschenken, sie aber nicht in Vredener Gewässern auszusetzen.

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