Wegen giftiger Dämpfe, die im Vredener Hallenbad ausgetreten waren, musste die Feuerwehr am Mittwochnachmittag ausrücken. Badegäste im Freibad wurden schnell in Sicherheit gebracht. Sie waren zu keiner Zeit in Gefahr. Ein Mitarbeiter einer Wartungsfirma kam zur Beobachtung ins Krankenhaus. © Stephan Rape
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Großeinsatz der Feuerwehr: Vredener Freibad wegen giftiger Dämpfe geräumt

Abruptes Ende eines Badetags: Gegen 16,45 Uhr wurde das Vredener Freibad geräumt, weil im Hallenbad bei Reparaturen giftige Dämpfe ausgetreten waren. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an.

Ein Großaufgebot der Feuerwehr hat am Mittwochabend für einiges Aufsehen vor dem Vredener Hallen- und Freibad gesorgt: Bei Wartungsarbeiten am Hubboden im Hallenbad sind am Mittwochnachmittag giftige Dämpfe frei geworden.

Drei Mitarbeiter einer Fachfirma aus den Niederlanden waren dabei Kabel mit größeren Mengen Epoxidharz abzudichten, als es plötzlich zu einer starken Rauchentwicklung kam. Sie alarmierten die Feuerwehr.

Durch den Alarm im Hallenbad wurde ein Großeinsatz ausgelöst: Vor Ort waren Feuerwehrleute aus Vreden und Ammeloe, Rettungskräfte, Polizei, Ordnungsamt, MItarbeiter der SVS, Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel und der leitende Notarzt im Kreis Borken Dr. Peter Wagener.
Durch den Alarm im Hallenbad wurde ein Großeinsatz ausgelöst: Vor Ort waren Feuerwehrleute aus Vreden und Ammeloe, Rettungskräfte, Polizei, Ordnungsamt, MItarbeiter der SVS, Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel und der leitende Notarzt im Kreis Borken Dr. Peter Wagener. © Stephan Rape © Stephan Rape

Wie Einsatzleiter Andreas Becking gegenüber unserer Redaktion erklärte, rückte die Feuerwehr zunächst unter dem Stichwort „ABC-Alarm klein“ aus. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Dämpfe unkontrolliert austraten. Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, wurde der Alarm dennoch erweitert. Zusätzlich rückte der Löschzug Ammeloe mit dem Material zur Dekontamination an.

Rund 100 Badegäste waren zu keiner Zeit in Gefahr

„Die Schwimmhalle war zu diesem Zeitpunkt komplett verschlossen“, erklärte er. Für Anwohner oder die rund 100 Schwimmgäste im Freibad habe daher zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden. Das Freibad war schon bei der Alarmierung der Feuerwehr durch die Schwimmmeister komplett geräumt worden. Von den Badegästen wurde niemand verletzt.

Die Feuerwehrleute rückten in schweren Vollschutzanzügen zu den rauchenden Chemikalien vor.
Die Feuerwehrleute rückten in schweren Vollschutzanzügen zu den rauchenden Chemikalien vor. © Stephan Rape © Stephan Rape

Für die Feuerwehrleute begann dann eine längere Zeit des Abwartens, während sich Trupps mit Vollschutzanzügen ausrüsteten. Gleichzeitig wurde ein ABC-Fachberater alarmiert, um die Feuerwehrleute vor Ort zu unterstützen. Auch ein Bereich zur Dekontamination wurde auf dem Parkplatz des Freibads aufgebaut. Der kam aber nicht mehr zum Einsatz.


Im Einsatz waren 20 Feuerwehrleute vom Löschzug Ammeloe sowie 35 Feuerwehrleute des Vredener Löschzugs. Zusätzlich waren Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel und der leitende Notarzt im Kreis Borken Dr. Peter Wagener vor Ort. Auch der SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß war zum Einsatzort geeilt. An einen ähnlichen Einsatz konnte er sich weder im Vredener noch im Stadtlohner Bad erinnern.

Einsatzleiter Andreas Becking (l.) im Gespräch mit Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel (r.) und Christian Nienhaus, Leiter der Feuerwehr Vreden.
Einsatzleiter Andreas Becking (l.) im Gespräch mit Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel (r.) und Christian Nienhaus, Leiter der Feuerwehr Vreden. © Stephan Rape © Stephan Rape

Gegen 18.25 Uhr wurde dann endgültig Entwarnung gegeben: Die Feuerwehr lüftete das Gebäude und konnte den Einsatz schließlich beenden. Wie Andreas Becking erklärte, konnte durch das Lüften in der nahen Umgebung des Hallenbads Geruchsbelästigungen entstehen. „Davor haben wir die Bevölkerung sicherheitshalber gewarnt“, sagt er. Auch dadurch habe allerdings keine Gefahr bestanden.

Vredener Freibad bleibt am Donnerstag geschlossen

Ein Mitarbeiter der Wartungsfirma wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Dr. Peter Wagener erklärte, dass sich gesundheitliche Folgen durch giftige Dämpfe oft erst mit einiger Verzögerung zeigen. Nur deshalb sei der Mann ins Krankenhaus gekommen.

Das Vredener Freibad bleibt am Donnerstag auf jeden Fall geschlossen. Ob es am Freitag wieder öffnet, mochte Thomas Spieß am Mittwochabend noch nicht abschätzen.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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