Großtagespflegestelle im Unternehmen

Ventana ergreift Initiative

Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es jetzt in Vreden eine weitere Alternative: Die "Glücksfabrik". Eine Großtagespflegestelle im Industriegebiet Gaxel. Das Unternehmen Ventana hat bei der Planung seines Neubaus an der Lise-Meitner-Straße das Wort "Lebensraum" groß geschrieben. "Und zum Leben gehören Kinder", sagt Judith Pennekamp.

VREDEN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 25.10.2013, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Judith Pennekamp und Stefan Schwanekamp mit ihrer Tochter Paulina (stehend) freuen sich über die Großtagespflegestelle in ihrem Unternehmen Ventana. Unten (v. l.) Praktikantin Jana Hübers, Erzieherin Verena Papo, Erzieherin Gisela Hoffschlag und Mitarbeiterin und Tageskind-Mutter Jenny Beuting, ganz vorn Emia und Ella.

Judith Pennekamp und Stefan Schwanekamp mit ihrer Tochter Paulina (stehend) freuen sich über die Großtagespflegestelle in ihrem Unternehmen Ventana. Unten (v. l.) Praktikantin Jana Hübers, Erzieherin Verena Papo, Erzieherin Gisela Hoffschlag und Mitarbeiterin und Tageskind-Mutter Jenny Beuting, ganz vorn Emia und Ella.

Sie und ihr Mann Stefan Schwanekamp, Geschäftsführer bei Ventana Deutschland, sind vor drei Jahren Eltern geworden. Judith Pennekamp weiß, wie wichtig es ist, sein Kind gut aufgehoben zu wissen und das Elternsein mit dem Job unter einen Hut zu bekommen. "Ich dachte, wie schön das wäre, Paulina mitnehmen zu können", erzählt die Unternehmerin. "Glücksfabrik" ist in Betrieb

Der Gedanke reifte. Und nun ist die "Glücksfabrik" seit einigen Tagen in Betrieb - als erste Großtagespflegestelle für unter dreijährige Kinder im Kreis Borken, die direkt in einem Unternehmen angesiedelt ist. Insgesamt neun Kinder von null bis drei Jahren können dort betreut werden. Nicht nur Kinder von Mitarbeitern - "auch Kinder von Mitarbeitern anderer Firmen hier in Gaxel oder aus der Nachbarschaft - etwa dem Marienhook - nehmen wir auf", betont Judith Pennekamp.Qualifizierte Tagesmütter Zwei eigens für die Betreuung von U3-Kindern qualifizierte Erzieherinnen und eine Ersatzkraft für den Krankheitsfall kümmern sich als Tagesmütter um die Kinder - in einem familienähnlichen Rahmen. Ziel sei es, eine warme und herzliche Beziehung mit jedem einzelnen Kind zu leben, sagt Erzieherin Gisela Hoffschlag. In den freundlich eingerichteten Räumen sollen die Kinder liebevoll begleitet die Welt entdecken, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln. Die Eigenaktivität und Bedürfnisse der Kinder hätten dabei oberste Priorität, so das Team. Wichtig sei dem Team der Glücksfabrik, sich intensiv mit den Eltern auszutauschen. Besonderheiten und Gewohnheiten des Kindes sollen in Ruhe besprochen werden, und die Eingewöhnungsphase werde durch das Tempo des Kindes vorgegeben.Spielplatz ist in Planung Ventana-Mitarbeiterin Jenny Beuting hat der "Glücksfabrik" ihre anderthalbjährige Tochter Ella anvertraut. Und? "Das ist schon fast Luxus", schwärmt sie über die für sie praktische Lösung. "Ich bin glücklich, und das Kind ist es auch", sagt sie mit einem Blick auf Ella, die hellwach und gut gelaunt das Spieleangebot rund um Kletterburg, Puppenwagen und Esstisch checkt. Bei gutem Wetter kann es bald auf die Außenterrasse gehen, auch ein Spielplatz ist in Planung. Und überhaupt: Die Firmenzentrale von Ventana grenzt direkt an Wald und Acker - täglich geht es hinaus in die Natur. Ein Tag der offenen Tür plant das Unternehmen für das kommende Frühjahr.Neuland betreten Mit dieser Art von Kinderbetreuung im Unternehmen haben der Kreis Borken und das Unternehmen Ventana Neuland betreten, so Norbert Wiemer, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie des Kreises Borken, im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. So habe der Prozess vom Gedanken an Kinderbetreuung im Herzen der Firmenzentrale von Ventana bis zur Realisierung der „Glücksfabrik“, in den auch der für die Tagespflegeeltern zuständige Sozialdienst katholischer Frauen – mit aufgenommen worden sei, auch rund anderthalb Jahre in Anspruch genommen."Die Eltern können entscheiden" „Die Einrichtung dient den Betriebsangehörigen, ist aber auch offen für alle“, betonte Wiemer. Dieser neue „weiche Standortfaktor“ in Vreden erweitere die Wahlmöglichkeiten. Denn: „Die Eltern können entscheiden“, betonte Wiemer. Tagesmutter, Großtagespflegestelle, Kleinkinderhaus oder Kita mit eigener U3-Betreuung – Vreden hat nun verschiedene Alternativen anzubieten.  

  • Es sind noch Plätze frei. Interessierte wenden sich ans Unternehmen Ventana, Manuela Pieniak, Tel. (02564) 93 36 14.  Die Stundenbuchung erfolgt über den SKF.
  • Gefördert wurde die Einrichtung der Großtagespflegestelle vom Kreis Borken und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

 

 

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