Gymnasium Georgianum will auf gar keinen Fall eine Gebundene Ganztagsschule werden

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Schulleiter Jürgen Klomfaß warnt ausdrücklich davor, am Vredener Gymnasium den Gebundenen Ganztag einzuführen. Er meint, dass das der Schule und den Schülern schaden würde.

Vreden

, 03.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gymnasium Georgianum in Vreden möchte keine Gebundene Ganztagsschule werden. Das hat Schulleiter Dr. Jürgen Klomfaß in einer Sitzung des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses deutlich gemacht. Aus der Politik kam der Wunsch, dass sich die Schule mit dem Thema beschäftigen soll.

Für die ablehnende Haltung gegenüber dem Gebundenen Ganztag hat der Schulleiter drei Argumente genannt.

Argument eins: Gebundener Ganztag bringt keine Verbesserung

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Entlastung der Familien, Spaß und Abwechslung, gesunde Verpflegung: Das sind nur einige der Punkte, die Experten dem Gebundenen Ganztag zuschreiben. „Doch all das erfüllen wir auch mit dem Offenen Ganztag“, sagt Jürgen Klomfaß.

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Der Offene Ganztag ist ein freiwilliges Angebot, beim Gebundenen Ganztag gibt es eine Teilnahmepflicht. Am Vredener Gymnasium sind zurzeit 20 Kinder im Offenen Ganztag angemeldet. Zur Einordnung: 750 Schüler gehen zum Gymnasium.

„Keines der 20 Kinder kommt an allen, nur wenige an vier von fünf Tagen. Das ist also eine verschwindend geringe Quote an Schülern, wo Betreuungsbedarf da ist“, erklärt Jürgen Komfaß.

Im Offenen Ganztag am Vredener Gymnasium bekommen die Schüler Mittagessen, spielen gemeinsam, werden von älteren Schülern individuell beim Lernen gefördert oder nehmen an AGs in den Bereichen Sprache, Kunst oder Sport teil. „Wir sehen deswegen keinen Bedarf, in den Gebundenen Ganztag zu gehen“, so der Schulleiter.

Argument zwei: Eine Wahlmöglichkeit würde wegfallen

Nicht alle Eltern wollen ihre Kinder am Nachmittag in der Schule betreuen lassen. Die Sekundarschule in Vreden ist eine Schule mit Gebundenem Ganztag. Wenn also das Gymnasium umstellt, können die Eltern nicht mehr wählen. Sie müssen ihr Kind auf eine Ganztagsschule schicken, wenn es in Vreden zur Schule gehen soll.

„Deswegen möchte ich deutlich davor warnen, dass das Gymnasium in den Gebundenen Ganztag geht“, sagt Schulleiter Jürgen Klomfaß. Er bezieht sich in seiner Einschätzung auch auf Zahlen aus Ahaus. Am Alexander-Hegius-Gymnasium sind die Schülerzahlen nach der Umstellung extrem gesunken.

„Das könnte dem Vredener Gymnasium auch blühen und dann wird es nicht mehr lange existieren“, meint Jürgen Klomfaß.

Argument drei: Nicht gut für Vereinsleben und Freizeit

„Durch G9 haben die Schüler endlich wieder weniger Nachmittagsunterricht“, sagt Jürgen Klomfaß. Der Gebundene Ganztag hingegen würde dafür sorgen, dass alle Schüler die Nachmittage in der Schule verbringen müssten. „Das tut dem Vereinsleben und der Freizeit nicht gut“, so der Schulleiter.

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Aus diesen Gründen lehnt das Gymnasium es deutlich ab, eine Gebundene Ganztagsschule zu werden. „Stattdessen wollen wir den Offenen Ganztag weiter ausbauen“, sagt Klomfaß.

Die Kommunalpolitiker haben den Vortrag in der Ausschusssitzung kommentarlos zur Kenntnis genommen. Damit ist das Thema erst einmal erledigt. Wenn die Politiker nun dennoch der Meinung sind, dass das Gymnasium in den Gebundenen Ganztag gehen soll, müssen sie einen entsprechenden Antrag stellen.

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