Hausverbot: Markus Bußmann darf nach Drohmail das Rathaus nicht betreten

mlzNeue Spinnerei Vreden

Eigentlich wollte Markus Bußmann seine Pläne für die alte Spinnerei Huesker in Vreden am Donnerstag zum ersten Mal der Politik vorstellen. Doch der Bürgermeister hat ein Hausverbot erteilt.

Vreden

, 07.11.2019, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch hat gegen Markus Bußmann vom Verein „Neue Spinnerei Vreden“ ein Hausverbot für die Ausschusssitzung am Donnerstagabend ausgesprochen. Grund dafür ist eine Drohmail, die Bußmann an das Unternehmen Stroetmann geschickt hat.

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In einer schriftlichen Begründung des Hausverbotes, die der Redaktion vorliegt, schreibt der Bürgermeister an Bußmann: „Es ist weder Herrn Stroetmann noch den geladenen Politikern und Verwaltungsmitarbeitern zumutbar, heute in einem Raum mit Ihnen zusammen zu treffen, da Gefährdungen für Personen und eine Störung des ordnungsgemäßen Ablaufs der Ausschusssitzung zu befürchten sind.“

Max Stroetmann will Spinnerei abreißen

Max Stroetmann ist der Eigentümer des Bierbaum-Geländes mit dem Gebäude der alten Spinnerei. Er möchte sie abreißen und dort ein E-Center und Wohnungen bauen.

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Markus Bußmann hingegen kämpft für den Erhalt der Spinnerei. Er möchte sie unter Denkmalschutz setzen lassen und hat ein Konzept für die Weiternutzung mit Wohnungen, Geschäften und kulturellen Angeboten entwickelt. Die Pläne wollte er eigentlich im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstagabend zum ersten Mal der Politik vorstellen.

Hausverbot gilt nicht für den ganzen Verein

Diese Chance bekommt er nun nicht. In einer Mail an das Unternehmen Stroetmann hat Markus Bußmann laut Bürgermeister eine „Drohung gegen Leib und Leben“ ausgesprochen. Darauf folgte das Hausverbot.

Das ist allerdings nach Auskunft des Bürgermeisters personenbezogen und gilt nur für Markus Bußmann. Mitglieder des Vereins „Neue Spinnerei Vreden“ dürfen in der Ausschusssitzung dennoch die Pläne und Ideen vorstellen.

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Auch Max Stroetmann wird dann im Ratssaal sein. Er gehört zu den geladenen Gästen und darf Stellung nehmen.

Markus Bußmann nennt Stroetmann „feindlichen Investor“

In einem Facebook-Post vom Donnerstagmorgen nennt Markus Bußmann ihn den „feindlichen Investor“. Schon zuvor hatte er in dem sozialen Netzwerk gegen den Unternehmer gewettert. Dieser Post wurde inzwischen allerdings gelöscht.

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So einfach aus der Welt schaffen lässt sich die Drohmail nicht. Markus Bußmann nennt das Ganze einen „persönlich schweren Fehler“ und erklärt, dass er zu dem Zeitpunkt „unter starkem Einfluss von Alkohol“ stand.

Nichtsdestotrotz darf er am Donnerstagabend nicht ins Rathaus kommen. Der Bürgermeister hat das Hausrecht und darf dementsprechend ein Hausverbot aussprechen. Wenn Markus Bußmann trotzdem im Rathaus auftaucht, muss er laut Schreiben des Bürgermeisters 5000 Euro Zwangsgeld zahlen.

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