Hochzeit auf der Kippe: Paar muss die große Feier vielleicht zum zweiten Mal verschieben

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Das Coronavirus könnte die Hochzeitspläne von Jana und Hendrik Weitkamp platzen lassen. Es wäre schon die zweite Absage der großen Party. Trotzdem sehen die beiden das Positive.

Vreden

, 25.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sollte Jana Weitkamp jetzt voller Vorfreude auf den 9. Mai blicken. Eine große Hochzeitsparty mit 190 Gästen, das war der Traum. Doch wegen des Coronavirus überwiegt im Moment die Unsicherheit. Wenn das Paar die Hochzeit jetzt absagen muss, wäre es schon das zweite Mal. Und trotzdem sehen die beiden Vredener die Situation fast schon positiv.

Jana und Hendrik Weitkamp haben bereits im Dezember 2017 standesamtlich geheiratet. Die kirchliche Trauung hatten die beiden für Mai 2019 geplant. Alles war vorbereitet, alles organisiert und gebucht. „Dann ist mein Vater gestorben und uns war sofort klar, dass wir die Hochzeit absagen werden“, erinnert sich Jana Weitkamp. „Die Trauer ging einfach vor.“

Große Party soll im Mai nachgeholt werden

Ein Jahr später wollen die beiden die große Party nun nachholen, als freie Trauung. „Der Gang zum Altar gehörte meinem Vater und den wollte ich nicht alleine gehen. Deswegen haben wir uns jetzt für eine freie Trauung entschieden“, erklärt Jana Weitkamp.

Das Datum steht schnell fest, der 9. Mai 2020 soll es sein. Doch dann kommt das Coronavirus. „Und plötzlich müssen wir schon wieder um unsere Hochzeit bangen. Diese Ungewissheit ist einfach ganz schwierig“, erzählt die Braut.

Hendrik und Jana Weitkamp mit ihren Töchtern Hanna (7) und Luisa (2)

Hendrik und Jana Weitkamp mit ihren Töchtern Hanna (7) und Luisa (2) © Privat

Denn alle bisherigen Maßnahmen, alle Einschränkungen und Verbote gelten bislang nur bis zum 19. April. Was bedeutet das für die Hochzeit im Mai? Diese Frage kann dem Paar im Moment niemand wirklich beantworten.

Vor einigen Wochen schon fangen Hendrik und Jana Weitkamp an zu zweifeln, ob sie im Mai wirklich heiraten werden. „Es gab kein anderes Thema mehr“, so Jana Weitkamp.

Coronavirus lässt alle enger zusammenrücken

Die ersten Ansprechpartner für das Brautpaar sind die Dienstleister und die geben beiden ein Stück Ruhe zurück. „Das ist wirklich wahnsinnig toll, wie alle damit umgehen. Hier im Kreis Borken halten gerade alle so gut zusammen“, freut sich Jana Weitkamp.

Am Hundewicker Bahnhof sollen Trauung und Feier stattfinden. Der Gastronom ist kulant, kann die Sorgen das Paares verstehen. „Wir wollen gemeinsam abwarten und zwei Wochen vor dem Termin entscheiden, was wir machen. Wir können dann auch noch stornieren, ohne dass uns Kosten entstehen.“ Auch die Fotografin Nina Tenhumberg zeigt sich flexibel.

Gemeinsam mit ihren Dienstleistern haben Hendrik und Jana Weitkamp schon jetzt einen Ersatztermin im Oktober festgelegt. „Die machen das jetzt alles schon zum zweiten Mal mit uns gemeinsam durch, das ist einfach unfassbar toll“, findet Jana Weitkamp.

Hochzeitsvorbereitung läuft ganz anders als geplant

Mit diesen Abmachungen und dem Wissen, dass es einen Ausweichtermin gibt, im Hinterkopf können Jana und Hendrik Weitkamp die Situation nun gelassen auf sich zukommen lassen. Obwohl die Vorbereitungszeit natürlich ganz anders abläuft als geplant.

Hendrik und Jana Weitkamp haben bereit im Dezember 2017 standesamtlich geheiratet.

Hendrik und Jana Weitkamp haben bereit im Dezember 2017 standesamtlich geheiratet. © Privat

Kränsen, Röschen machen, Dekoration basteln - alles abgesagt. Den Junggesellenabschied will die Braut mit ihren Freundinnen im Sommer nachholen. Das Brautkleid hat Jana Weitkamp schon im vergangenen Jahr gekauft. „Es passt noch, muss aber noch gekürzt und etwas geändert werden.“ Nur wann? Schließlich haben auch die Brautausstatter geschlossen. Persönliche Absprachen mit Floristen, Gastronom, Fotografin oder Trauredner sind momentan ebenfalls nicht machbar.

Doch damit hat Jana Weitkamp sich schon abgefunden: „Dann ist am Ende halt nicht alles perfekt. Und wenn die Tischdeko nicht so ist, wie wir uns das mal gewünscht haben, dann ist das halt so. Hauptsache wir können endlich heiraten!“

Entscheidung soll kurzfristig fallen

Noch haben sich die beiden nicht entschieden, ob sie im Mai heiraten werden oder nicht. „Wir schwanken jeden Tag und ändern ständig unsere Meinung, weil man ja auch immer wieder was anders hört“, erzählt die 29-Jährige.

Die Entscheidung werden sie kurzfristig treffen, je nach Situation. „Vielleicht wird es eine Party mit angezogener Handbremse, weil viele aus Angst doch lieber zu Hause bleiben. Oder wir feiern eine riesige Party, weil sich alle freuen, endlich wieder rauszukommen und zu feiern“, meint Jana Weitkamp.

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Und wenn es doch zu einer Absage kommt, weiß sie, dass nicht nur die Gäste, sondern auch ihre Dienstleister im Oktober eine neue Hochzeit auf die Beine stellen werden - die dann hoffentlich auch endlich stattfinden kann.

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