Hof Hubbeling in Doemern ist jetzt „Leitbetrieb Biodiversität“

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Heinz und Hendrik Hubbeling haben 1,8 Hektar mit blühender Natur eingesät. Der Hof in Doemern ist jetzt einer von 14 „Leitbetrieben Biodiversität“ in ganz NRW. Es geht um den Artenerhalt.

von Horst Andresen

Vreden

, 04.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hof des Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes von Ludger Schulze Beireing in Borken-Weseke war seit 2016 Leitbetrieb, einer von nur 14 in Nordrhein-Westfalen. Jetzt werden die Gespanne gewechselt: Der Hof Hubbeling in Doemern übernimmt.

Ökologisches Modellprojekt der Landwirtschaftskammer

Der gut sechs Meter breite Blühstreifen blüht nicht mehr. Zu trocken war es, und die Melde – von Städtern eher fälschlicherweise als Unkraut abgetan – hat ihn mit Hirse und Kamille durchgesetzt. Dafür präsentiert sich daneben die Durchwachsene Silphie (die der Sonnenblume ähnelt) prächtig.

Und Landwirt Ludger Schulze Beiering ist ein wenig stolz, Mitgliedern der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken (NFG) und Gästen ein ökologisches Modellprojekt abschließend vorstellen zu können: „Biodiversität, Vielfalt und Erhalt von Arten zum Schutz von Natur und Umwelt.“

Der Hof des Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in Borken-Weseke war seit 2016 Leitbetrieb, einer von nur 14 in Nordrhein-Westfalen. Jetzt werden die Gespanne gewechselt: Hendrik Hubbeling (34), der mit Vater Heinz einen 80-Hektar-Betrieb in Vreden-Doemern bewirtschaftet, übernimmt. Und der 34-Jährige ist im Gespräch mit unserer Redaktion begeistert. „Wir machen das schon immer, sind auch im Ackerbau alternativ unterwegs, betreiben konventionelle Landwirtschaft.“

Die umfangreiche Förderung von Blühstreifen – derzeit rund 1000 im Kreisgebiet – setzt unter anderem voraus: Pufferstreifen, Zwischenfrüchte zum Gewässerschutz, Silphie, Wildäcker, Bohnen-Maisgemische.

Thema ist für Hendrik Hubbeling eine „Herzensangelegenheit“

Hubbeling verkörpert die neue junge Generation von Landwirten, die gegen Vorurteile ankämpfen will, die manch einer der Landwirtschaft gegenüber hat. Vater und Sohn Hubbeling haben 1,8 Hektar mit blühender Natur eingesät – neben Äckern und dort, wo der Mais eh nicht besonders gut gedeihen würde.

Ähnelt der Sonnenblume: die Durchwachsene Silphie.

Ähnelt der Sonnenblume: die Durchwachsene Silphie. © Landwirtschaftskammer

Und wenn der Junior erzählt, glaubt man ihm: Natur und Umwelt zu erhalten, „ist eine Herzensangelegenheit von uns. Das Ganze ist schön, sinnig und stimmig. Es summt und brummt, wenn man in die Blühstreifen hineingeht.“ Kreislandwirt Heinrich Emming pflichtet seinem früheren Schüler bei: „Die Hubbelings machen das mit dem ganzen Herzen.“

Und es sei gut, richtig und wichtig, dass etwas getan werde bei dem derzeitigen drastischen Artensterben, bekräftigt Naturschutzbund-Vertreter Ludger Frenk (Rhede) vor dem Silphie-Streifen: Nur wenn viele aktiv würden, könne der „schwere Tanker“ Europäische Union Richtung Vorschriften und Förderung „langsam“ in Bewegung kommen.

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Der Vorsitzende der Naturfördergesellschaft, Martin Hillenbrand, erinnert an erste Anfänge auf dem Hof Schulze Beiering Ende der 1990er-Jahre: „Damals sind wir als Naturschützer aufgetreten. Heute ist klar: Es funktioniert nicht so einfach, wie gedacht. Ideen müssen umsetzbar und alltagstauglich sein.“ Dabei helfe die Landwirtschaftskammer mit einer eigenen Internetseite.

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