Die AfD hat einen Infostand auf dem Marktplatz kurzerhand als Mahnwache deklariert. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Meinung

Info-Mahnwache in Vreden: AfD macht sich selbst lächerlich

Böse Stadt Vreden, gute AfD. So stellt sich die Partei selbst in einer Pressemitteilung dar. Dadurch macht sich die AfD lächerlich, findet Redakteurin Victoria Garwer.

Ein Infostand ist verboten, dann nennen sie es halt Mahnwache und verteilen trotzdem ihre Flyer. Die AfD hat in Vreden bewusst eine Lücke genutzt. Das kann ihr eigentlich niemand zum Vorwurf machen. Demonstrationen und Mahnwachen sind von der Versammlungsfreiheit gedeckt und das ist auch gut so.

Das Problem ist vielmehr die Selbstdarstellung der AfD. Statt offen zu sagen, dass sie hier ein bekanntes Verbot umgangen haben, stellt sich die Partei als Opfer dar. Dadurch macht sie sich selbst lächerlich.

AfD hat hier ganz klar den Wahlkampf eingeläutet

Als die AfD den Infostand bei der Stadt beantragt hat, wusste sie bereits, dass zu diesem Zeitpunkt Partei-Werbung verboten sein wird. Schließlich haben auch sie wie alle anderen Parteien diese Info von der Stadt erhalten. Sie haben also bewusst die Opfer-Rolle gewählt.

Die Partei nimmt für sich in Anspruch, dass sie die Bürger immer informieren dürfe, nicht nur vor Wahlen. In der Realität aber stellen sie solche Infostände eben nicht das ganze Jahr auf. Presse und die Öffentlichkeit wurden übrigens nicht im Vorfeld der Veranstaltung informiert.. Wenn es der AfD wirklich um Transparenz gegangen wäre, hätte sie die Presse zu der Mahnwache eingeladen.

Nein, diese Aktion hatte nichts mit Information der Bürger zu tun. Die AfD hat hier ganz klar den Wahlkampf eingeläutet.

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Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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