Interplast Vreden hilft den Menschen in Uganda und Ruanda aus der Ferne

Corona-Pandemie

Persönliche Besuche in Uganda und Ruanda waren in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Aber die Ärzte von Interplast Vreden haben den Menschen dort trotzdem geholfen.

Vreden

29.11.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Menschen in Uganda und Ruande mussten in diesem Jahr ohne die Ärzte aus Deutschland auskommen. Hilfe bekamen sie aber trotzdem.

Die Menschen in Uganda und Ruanda mussten in diesem Jahr ohne die Ärzte aus Deutschland auskommen. Hilfe bekamen sie aber trotzdem. © Interplast Vreden

Zum ersten Mal in den 24 Jahren seit Bestehen der Interplast-Sektion Vreden stehen nicht die Einsätze der Chirurgen, Anästhesisten, Schwestern und Pfleger im Vordergrund des jährlichen Weihnachtsbriefes. Denn die Verbreitung des Coronavirus hat auch die Tätigkeiten des Vereins maßgeblich beeinflusst.

Nur ein Einsatz in Uganda war möglich, und zwar vor Beginn der Pandemie. Im Januar war ein Team rund um den Coesfelder Chirurgen Dr. Friedrich Krings und die Ludwigshafener Anästhesistin Dr. Kerstin Röhm im Kamuli-Mission-Hospital im Einsatz. Dort haben sie gemeinsam mit heimischen Ärzten und Pflegern 46 Operationen durchgeführt.

Arnulf Lehmköster hilft heimischen Ärzten aus der Ferne

Eigentlich waren drei weitere Einsätze in Uganda und Ruanda geplant, die jedoch abgesagt werden mussten. Denn bereits im März haben beide Länder die Einreisebestimmungen drastisch erhöht. Wer aus Deutschland einreist, hätte sich 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. Für die Ehrenamtlichen, die sich für diese Projekte Urlaub nehmen, wäre das zeitlich schlicht nicht möglich gewesen.

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Die Patienten, die für die Operationen der deutschen Ärzte vorgesehen waren, konnten aber teilweise dennoch behandelt werden – von heimischen Ärzten. „Sie verfügen durch unsere früheren Einsätze bereits über Kenntnisse und Fertigkeiten grundlegender Techniken“, schreibt Dr. Arnulf Lehmköster. Die wichtigsten Instrumente und Gerätschaften haben die Helfer bei ihren letzten Besuchen dort gelassen.

„So erreichen mich regelmäßig Bilder der frischen Verbrennungswunden. Wir besprechen die einzelnen Patienten, ich erhalte Bilder unmittelbar nach der Operation und Spätaufnahmen und freue mich, dass unsere Lehrtätigkeit Früchte trägt“, so Arnulf Lehmköster.

Finanzielle Hilfe für Seife, Masken und Nahrung

Während des Lockdowns haben in den Städten Murunda und Kamuli zahlreiche Menschen schlagartig ihr Einkommen verloren. In dieser Zeit hat Interplast finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, damit vor Ort Grundnahrungsmittel, Seife und Stoff zum Nähen von Masken gekauft werden konnten.

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In diesem Jahr wurde zudem an der Infrastruktur der Krankenhäuser gearbeitet. In Kamuli gibt es nun eine funktionierende Photovoltaikanlage, die zu spürbaren Einsparungen der Energiekosten sorgt. Das alte, dieselbetriebene Notstromaggregat musste seitdem nicht mehr laufen. Auch in Murunda ist eine Photovoltaikanlage in Planung. In dem Krankenhaus dort gibt es seit diesem Jahr endlich eine eigene Wasserleitung, die die Wasserversorgung in Zukunft sicherstellt.

Die Spendengelder sind in diesem Jahr also zum größten Teil in die Corona-Hilfen und infrastrukturellen Maßnahmen geflossen. Außerdem konnten einige Ausbildungshilfen finanziert werden. Sobald es die Pandemie erlaubt, will die Interplast-Sektion Vreden die Einsätze vor Ort fortsetzen.

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