Investoren präsentieren Ideenvielfalt für die Bebauung des Filetgrundstücks „Bremer Platz“

Innenstadt Vreden

Über mangelnde Auswahl an Ideen können sich die Kommunalpolitiker nicht beklagen: Vier deutlich unterschiedliche Projekte für den Bremer Platz haben jetzt vier Investoren präsentiert.

Vreden

, 30.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Investoren präsentieren Ideenvielfalt für die Bebauung des Filetgrundstücks „Bremer Platz“

Ein Blick auf den Bremer Platz vom Domhof aus gesehen. © Markus Gehring

Lange schon liegt der Bremer Platz mitten in der Stadt im Dornröschenschlaf. Das soll sich ändern: Vier Investoren haben Interesse, das 2357 Quadratmeter große Grundstück zwischen Lappenbrink, Domhof und Mauerstraße zu kaufen und zu bebauen. Sie stellten jetzt in der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch ihre Entwürfe vor. Und Hermann Geesink (CDU) war am Ende sehr zufrieden: „Sehr interessant“ fand der Bauausschussvorsitzende die Palette der vorgeschlagenen Konzepte. „Ich bin überrascht, wie viel da möglich ist. Und wir haben nur Dinge auf dem Tisch, die man ernsthaft realisieren kann,“ zeigte sich auch Fachbereichsleiter Joachim Hartmann von der Stadt Vreden beeindruckt. Und: „Vier Investoren, das ist ein Statement für die Stadt“, ergänzte er.

Der Reihe nach stellten die Investoren – zwei aus Vreden, einer aus Südlohn, einer aus Nordwalde – am Mittwoch ihre Konzepte mit Entwürfen vor. Die eingereichten Bebauungskonzepte samt der Entwürfe wird die Stadt Vreden auch zeitnah auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Der Bau- und Planungsausschuss wird sich dann in öffentlicher Sitzung auch inhaltlich mit den Vorschlägen auseinandersetzen.

Hier eine Zusammenfassung der Projekte in aller Kürze:

Investoren präsentieren Ideenvielfalt für die Bebauung des Filetgrundstücks „Bremer Platz“

Den "Vredener Stadtgarten" hat Investor Alfred Wellers für den Bremer Platz geplant. © Wellers Bauplanung

Investor Alfred Wellers aus Vreden hat das Projekt „Vredener Stadtgarten 2020“ entwickelt. „Damit möchte ich ein Highlight setzen“, so Alfred Wellers. Zusammen mit Planer Georg Ubbenhorst aus Ahaus stellte er vor, wie: Geplant ist ein eingeschossiges Gebäude mit Dachbegrünung. Für das Gebäude habe er die Drogerie Rossmann als „Ankermieter“ gewinnen können, dieser wolle 1000 Quadratmeter des Gebäudes nutzen. Weiter habe ein Vredener Modegeschäft Interesse. „Dadurch soll die Frequenz gesteigert werden“, betonte der Vredener. Auch mit einer Bar auf dem grünen Dach wolle er Leute in die Stadt ziehen. Von der Mauerstraße aus soll es eine Zufahrt in eine Tiefgarage geben. Bewusst habe er auf Wohnbebauung verzichtet, so der Investor.

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Investor Christian Hüsken und sein Architekt Jörg Hetkamp setzten auf Dreigeschossigkeit für Einzelhandel und Wohnen. © Architekturbüro Hetkamp

Ebenfalls Einzelhandel möchte Investor Dr. Christian Hüsken, Rechtsanwalt aus Vreden, am Bremer Platz anbieten. Auch er sei mit Rossmann im Gespräch, wie er am Mittwoch sagte, habe aber auch Kontakt zu anderen Einzelhandelsunternehmen genküpft. Sein Architekt Jörg Hetkamp aus Borken erklärte dann, was auch an der Leinwand als Entwurf zu sehen war: „Wir möchten ein großes Haus bauen.“ Die vorhandenen Raumkanten der Umgebung habe er in seine Planung mitaufgenommen. Über dem Einzelhandel-Erdgeschoss sieht der Investor noch Raum für gewerbliche Büro- und Praxisräume und 30 Wohnungen „in einer attraktiven Größe“. 28 Parkplätze sind ebenerdig vorgesehen, mit einem Laubengang darüber. Eine Tiefgarage mit zwölf weiteren Stellplätzen sei eine Option.

Investoren präsentieren Ideenvielfalt für die Bebauung des Filetgrundstücks „Bremer Platz“

Im "Forum Bremer Platz" plant der Investor Schoo-Immobilien aus Nordwalde, mit einer Apotheke, Physiotherapiepraxis, Tagespflege und Wohnungen. © Architekturbüro Brandt

„Forum Bremer Platz“ hat Investor Julian Schoo aus Nordwalde sein Projekt getauft. „Wir planen ein Ärzte- und Gesundheitszentrum“, so der Investor vor dem Rat. Schon sehr lange beschäftige sich sein Unternehmen mit dem Projekt, verriet er. Sein Architekt Dieter Brandt habe sich auch an der Umgebung orientiert, „wir bringen harte Kanten, wo sie in der Innenstadt gebraucht werden“, umschrieb Dieter Brandt den architektonischen Ansatz. Für das Erdgeschoss habe er eine Apotheke gewinnen können und eine Physiotherapiepraxis für das erste Obergeschoss. Darüberhinaus solle eine Tagespflege Platz finden und 24 Wohneinheiten mit 50 bis 75 Quadratmetern in dem dreigeschossigen Gebäude. „Wir wollen Menschen in die Stadt bringen“, betonte Julian Schoo.

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Das Büro Planer-Bund möchte 2,5-geschossig bauen und darin Platz für kleinteiligen Einzelhandel, Wohnungen und Stadt-Familienhäuser bieten. © Büro Planer-Bund

Jörg Hannemann, ein gebürtiger Vredener, der sein Büro Planerbund in Südlohn und Dorsten hat, erteilte mit seinem Projekt dem großflächigen Einzelhandel und der Gastronomie an der Stelle eine Absage. „Wir bauen die alte Situation der Bremer Straße nach“, so der Südlohner zu seinen Plänen für ein 2,5-geschossiges Gebäude. Im Erdgeschoss plane er mit einem Bioladen auf 600 bis 700 Quadratmetern und einem weiteren Einzelhandelsgeschäft von 120 Quadratmetern. „Wir wollen die Familien zum Wohnen in die Stadt holen“, umschrieb Jörg Hannemann seine Absicht. 1,5-geschossige Häuser, dazwischen Wohnungen, würden in Shetdach-Optik gebaut wegen der Nähe zu früheren Industriebetrieben Cohaus und Hecking. 11 bis 13 Wohnungen, zweimal Handel, zwei Büros – mehr vertrage die Fläche dort nicht, so Jörg Hannemann.

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