Ist Rheuma heilbar?

VREDEN „Ist Rheuma heute heilbar?“, unter diesem Thema lud die Rheumatologische Abteilung am St. Marien-Hospital Vreden anlässlich des 20-jährigen Bestehens zu einer Informationsveranstaltung ein. Chefarzt Dr. Egon Nicksch und Oberärztin Dr. Jutta Schönherr referierten dazu vor 140 interessierten Zuhörern und lenkten den Blick sowohl auf die Aufbauphase der Abteilung als auch auf die neusten Behandlungsmethoden.

27.03.2009, 11:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ist Rheuma heilbar?

Chefarzt Dr. Egon Nicksch, der vor 20 Jahren die Rheumatologie in Vreden, die weit über die Kreisgrenze hinaus bekannt ist, in Vreden aufbaute.

Welche enormen Fortschritte in der Diagnostik rheumatischer Gelenk-, Wirbelsäulen- und Bindegewebserkrankungen im Verlauf der letzten 20 Jahre durch neue Verfahren in der Labormedizin und Immunologie sowie in der Ultraschall-, Röntgen- und Kernspindiagnostik erzielt wurden, stellte der Rheumatologe Dr. Nicksch vor. Er ging dabei auch auf die Fortschritte bei der Diagnostik und Behandlung der Knochenerkrankung „Osteoporose“ ein. „Bei der Therapie sämtlicher rheumatischen Erkrankungen stellen die physikalische Therapie, Krankengymnastik und Ergotherapie die unverzichtbare Grundlage des Behandlungskonzepts dar, und daran wird sich“, so Dr. Nicksch, „trotz neuer Medikamente in den nächsten 20 Jahren auch nichts ändern.“ Die medikamentöse Therapie rheumatischer Erkrankungen sei allerdings, so Nicksch, in den letzten 20 Jahren immer aggressiver geworden und werde inzwischen sehr viel früher im Verlauf einer Rheumakrankheit eingesetzt, als dies in den 90'er Jahren üblich war. Die Rheumatologin Dr. Jutta Schönherr berichtete anschließend ausführlich über die neuesten Rheumamedikamente, die seit rund acht Jahren für schwer verlaufende Rheumakrankheiten zur Verfügung stehen. Diese Medikamente greifen tief in das Immunsystem der kranken Patienten ein und haben den Rheumatologen ungeahnte neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnet, wovon auch die Patienten in der Vredener Rheumatologie profitieren. Kritisch und ebenfalls ausführlich ging Dr. Schönherr aber auch darauf ein, wie aufwendig diese neuen Therapieverfahren sind, welche zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen damit verbunden sein können und welche erheblichen finanziellen Belastungen durch diese neuen Therapien auf die Kostenträger zukommen. Die Ausführungen der beiden Rheumatologen wurden mit den interessierten Zuhörern anschließend sehr lebhaft diskutiert. MPB

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