Jugendlichen den Jazz näher gebracht

Projekt

„Gerade kam ein Schüler zu mir und hat mich gefragt, wie man John Coltrane schreibt.“ Jasper van´t Hofs Augen blitzen: Er hat Interesse geweckt für eins seiner musikalischen Vorbilder – und für „seine“ Musik. Mission erfüllt.Der Jazzpianist und Keyboarder aus Enschede hat sich am Dienstag zusammen mit dem Hamaland-Jazz-Club auf ein Projekt eingelassen: Ein Vollblutmusiker bringt Gymnasiasten, die Musik als Grundkursfach belegt haben, den Jazz näher.

VREDEN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 19.10.2011, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er legt eine CD ein: „April in Paris“ von Ella Fitzgerald und Louis Armstrong erklingt. Jasper van´t Hof verharrt einen Moment, dann geht sein Körper für einen Moment mit, schließlich faltet der Jazzpianist die Hände und hört ergriffen zu. „Das ist die Schönheit des Jazz‘“, stellt er fest. Als er die Einflüsse der Elektronik in die Musik hörbar machen will, erklingt zunächst ein afrikanischer Trommelrhythmus. Allein ein Schüler wagt es, ein wenig mitzugehen. Als dann als nächstes ein elektronischer Klangteppich mit Geräuschen irgendwo zwischen Zahnarzt und Baustelle erklingt, tuscheln die Schüler, rutschen auf den Stühlen herum und lachen verhalten. Jazz ist vielschichtig, in der Tat. Dann greift der Referent selbst in die Tasten und vermittelt den Elft- und Zwölftklässlern gekonnt einen Hauch von Boogie Woogie. Großer Beifall für die Live-Einlage.

„Das war schon interessant“, bilanziert Sophie Millet nach der ungewöhnlichen Musikstunde, „da waren schöne Sachen dabei“. Die 17-Jährige spielt selbst Querflöte, hört zuhause eher Rock und durch ihre Mutter auch Klassik – aber von Ella Fitzgerald hatte sie beispielsweise noch nie gehört. Eine Liste mit den vielen Titeln, die Jasper van´t Hof angespielt hat, wäre gut gewesen, findet die Schülerin. Die wird nachgereicht, betont Musiklehrer Matthias Schäpers. Im Unterricht werde nun der Faden aufgenommen. Gerhard Niehues, Norbert Umme und Helmut Severt vom Hamaland-Jazz-Club sind nach dem Vormittag zufrieden. „Wir wollen mit diesem Projekt Zugang zu dieser Musik verschaffen“, betont Norbert Umme. „Und wir hoffen auf jüngeres Publikum“, ergänzt Helmut Severt. Möglich gemacht hatte dieses Projekt die Sparkassenstiftung: Der Bildungsgedanke stehe im Vordergrund, betonte Markus Thesing vom Stiftungsvorstand. Wie das Lego-Projekt an der Realschule solle dies nun auch mit der Unterstützung dieses Projekts unterstrichen werden. 

  • Mehr über den Hamaland-Jazz-Club: www.hamaland-jazz-club.de
Lesen Sie jetzt