Kanu fahren auf der Berkel - das wirklich Gute liegt so nah

mlzKanutour auf der Berkel

Ein Weg wie durchs Auenland. Klares Wasser, die untergehende Sonne und in Gesellschaft guter Freunde. Eine Kanufahrt auf der Berkel zeigt deutlich: Manchmal ist das wirklich Gute ganz nah.

Vreden

, 16.09.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Freunde, vier Paddel und der entschlossene Plan, die Berkel endlich mal mit dem Kanu zu erkunden. Gesagt, getan. Was als kleiner Ausflug in der Heimat anfängt, endet mit viel unverhoffter Schönheit: saftig-grüne Ufer, absolute Ruhe und überraschend viel Leben in der Berkel.

Ein Anruf beim Stadtmarketing in Vreden und die Sache ist geritzt. Alles wurde für uns organisiert und so machen wir uns ein paar Tage später auf den Weg zum Hof ten Brinke in Rekken, Holland. Die beiden Hofhunde begrüßen uns herzlich, zwei Kanus werden auf den Anhänger des Bullis geladen und los geht‘s über die Grenze Richtung Ellewick in Vreden.

Ist das Kanu einmal die hölzerne Treppe herunter geschleppt, kann die Tour endlich losgehen.

Ist das Kanu einmal die hölzerne Treppe herunter geschleppt, kann die Tour endlich losgehen. © Christin Lesker

Erfüllende Arbeit

„Leute, die Urlaub machen, sind immer gut drauf“, freut sich Theo ten Brinke, als wir auf dem Weg zum Startpunkt sind. Sofort merken wir, wie viel Spaß er und seine Frau Anita an diesem Hof haben, der weit mehr als den Kanuverleih und die unterschiedlichen Touren zu bieten hat. Mountainbikes, Standup-Paddeling und Tipis zum übernachten.

Nach einer kurzweiligen Fahrt rappeln wir mit dem Bulli auf eine Wiese, tragen die Kanus die hölzerne Treppe hinunter, packen alle Wertsachen in eine wasserdichte Tonne und winken Theo, als er sich mit dem Bulli aus dem Staub macht. Jetzt geht es also los. Kaum liegen die ersten 50 Meter hinter uns, knarscht das Kanu in dem meine Freunde Lynn und Marco sitzen einmal laut und bewegt sich dann keinen Zentimeter mehr.

Der trockene Sommer macht sich bemerkbar: Kaum losgefahren, bleibt das Kanu auf einer Untiefe stecken.

Der trockene Sommer macht sich bemerkbar: Kaum losgefahren, bleibt das Kanu auf einer Untiefe stecken. © Christin Lesker

Na super, wir sind aufgelaufen. Der trockene Sommer macht sich bemerkbar und die Berkel scheint hier kaum tiefer als eine Pfütze. Selbstlos nimmt Lynn die nassen Füße in Kauf und schiebt das Kanu aus seiner misslichen Lage. Zum Glück, immerhin liegen noch gut sechs Kilometer Berkel vor uns.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Entweder die Berkel ist zu schmal oder Klarissa und ich müssen noch ordentlich üben. Ein paar Mal verfehlen die Paddel den Kopf des jeweils anderen nur knapp und alle Nase lang fahren wir mit unserem giftgrünen Kanu in das Schilf am Ufer.

Am Hof Ten Brinke stehen Kanus in verschiedenen Größen für insgesamt 120 Menschen bereit.

Am Hof Ten Brinke stehen Kanus in verschiedenen Größen für insgesamt 120 Menschen bereit. © Christin Lesker

Halb so wild, so gibt es immerhin etwas zu lachen und viel Zeit darüber nachzudenken bleibt ohnehin nicht. Die schöne Natur erfordert volle Aufmerksamkeit. Die leuchtend grünen Ufer mit ihren alten Baumriesen erinnern uns ans Auenland aus „Der Herr der Ringe“. Marco ist überrascht von den blau-schimmernden Muscheln und den vielen Fischen im klaren Wasser und vor uns fliegen die Enten der Sonne entgegen.

Auf der Hälfte der Strecke passieren wir die aufregendste Stelle der Fahrt: Über eine 20 Zentimeter hohe Stufe geht es am Wehr hinab. Vielleicht nicht super spektakulär, aber im Verhältnis zur sonst ruhigen Berkel ein wahrer Wasserfall. Und danach ist endlich Zeit für den Marmorkuchen, der schon die Ganze Zeit in Lynns Rucksack auf uns wartet.

Ein Highlight der Tour: Das Wehr, an dem es eine kleine Stufe im Fluss hinab geht.

Ein Highlight der Tour: Das Wehr, an dem es eine kleine Stufe im Fluss hinab geht. © Christin Lesker

Wir kommen wieder

Wir halten die zwei Kanus zusammen und die Berkel erledigt den Rest. Während die Sonne hinter den Maisfeldern am Ufer versinkt, treiben wir vier langsam den Fluss herunter und genießen unseren Kuchen. Erst jetzt fällt uns auf, wie unglaublich ruhig es hier ist, außer dem leichten Plätschern ist nichts zu hören.

Nach gut zwei Stunden gefüllt mit schönen Ausblicken und kleinen Pannen sind wir zurück. Wir ziehen unsere Kanus an Land, und legen sie zu den vielen anderen, die zusammen Platz für 120 Menschen bieten. Als wir begeistert und etwas müde vom Ufer zurück zum Hof ten Brinke laufen, leuchtet der Himmel orange.

Einen schöneren Abschluss als diesen Sonnenuntergang hätte die Kanutour nicht finden können.

Einen schöneren Abschluss als diesen Sonnenuntergang hätte die Kanutour nicht finden können. © Christin Lesker

Das macht es beinahe perfekt, aber als Anita ten Brinke beim Abschied auf die Grillstelle im Garten deutet, sind wir uns einig: Ein anschließender Grillabend mit Lagerfeuer hätte diesen Ausflug noch perfekter gemacht. So steht am Ende des Tages fest: Wir kommen wieder!

INFO

Voraussichtlich bis Ende Oktober werden noch Kanus für eine Tour auf der Berkel verliehen. Sowohl vom Hof ten Brinke als auch vom Stadtmarketing Vreden werden verschieden lange Kanutouren und zusätzliche Leistungen, wie Grillen, Campen und Rücktransfer angeboten. Weitere Infos dazu gibt es unter www.fietsenkanoverhuur.nl und www.stadtmarketing-vreden.de
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