Luftfilter soll es in Vredener Klassenräumen nicht geben. Stadtverwaltung und Schulleiter halten sie nicht für notwendig. © picture alliance/dpa
Corona-Maßnahmen an Schulen

Keine Luftfilter für Vredener Schulen: „Wir halten das nicht für notwendig“

Vreden setzt in den Klassenräumen der Schulen auch nach den Sommerferien weiter auf Stoßlüften statt auf Luftfilter. Allerdings werden alle Räume zum Ende der Ferien noch einmal überprüft.

Noch bis zum 17. August können Schulkinder ihre Ferien genießen. Dann geht es zurück in den Unterricht. Angesichts der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus wird dann wieder die Luftbeschaffenheit in Innenräumen eine große Rolle spielen. Während in einigen Nachbargemeinden Schulen mit Luftfiltern ausgerüstet worden sind, geht Vreden einen anderen Weg.

Filtergeräte kein Ersatz für das Lüften

Die Stadt setzt auf das Stoßlüften. Dabei wird der Raum alle 20 Minuten über zwei geöffnete Fenster belüftet. „Wir halten Luftfilter nicht für notwendig“, erklärt Bernd Kemper, der Erste Beigeordnete, auf Nachfrage. Basis der Entscheidung sei deren Wirksamkeit. Sowohl mobile Luftfiltergeräte als auch in den Fenstern eingebaute Ventilatoren seien kein Ersatz für das Lüften. Das hätten mehrere Studien gezeigt.

Luftfiltergeräte waren in der Vergangenheit in verschiedenen Ausschüssen und im Rat Thema. Unter anderem auf Basis solcher Untersuchungen haben die politischen Gremien die Entscheidung getroffen, dass in den Vredener Klassenräumen keine Luftreiniger aufgestellt werden.

Messgeräte schlagen Alarm

Stattdessen wurden an allen Schulen die Räume mit CO2-Messgeräten ausgestattet. Der kleine Sensor schlägt Alarm, wenn im Klassenraum eine zu hohe CO2-Konzentration herrscht. Dann ist es Zeit zu lüften. Denn in so einem Fall ist auch die Konzentration an Aerosolen sehr hoch.

Über farbiges Licht gibt das Messgerät direkt Bescheid, wenn eine kritische CO2-Konzentration erreicht ist.
Über farbiges Licht gibt das Messgerät direkt Bescheid, wenn eine kritische CO2-Konzentration erreicht ist. © Simon Kemper © Simon Kemper

Das funktioniere sehr gut, bestätigt Marcel Ludwig, Leiter der Norbertschule.

„Die Raumluftmessgeräte sind sehr empfindlich eingestellt. Und die Kinder passen in der Klasse mit darauf auf. Sobald die Ampel von Grün auf Gelb springt, wird sofort gelüftet. Dadurch kommt man gar nicht in den roten Bereich. Und die Luftqualität verbessert sich durch das Stoßlüften sehr schnell, das kann man an dem Messgerät ablesen.“

An der Norbertschule gehörten alle Räume der Kategorie 1 an, so der Schulleiter. Das bedeutet, sie haben genügend Fenster für das wirksame Stoßlüften. „Es gab im letzten Jahr keine Probleme damit. Wir haben an unserer Schule keine Räume der Kategorie 2. Selbst die Turnhalle und die Mensa sind gut zu lüften,“ sagt Ludwig. „Deshalb gibt es für mich keinen Grund, den Wunsch an die Verwaltung heranzutragen, Lüfter zu installieren.“ Natürlich lasse sich das nicht auf andere Schulen übertragen.

Durch das regelmäßige Lüften sei die Sauberkeit der Luft gewährleistet, erklärt Bernd Kemper. Darüber hinaus setze man darauf, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen. „Um sich und andere zu schützen, gerade auch die Kinder.“ Am Samstag, 7. August, kommt übrigens das Impfmobil nach Vreden. Von 11 bis 13 Uhr steht es auf dem Lidl-Parkplatz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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