Kind in Asylunterkunft missbraucht

19-Jähriger verurteilt

Sie lebten in einer Flüchtlingsunterkunft in Vreden unter einem Dach. Ein 19 Jahre alter Asylbewerber hat das Kind einer Familie vergewaltigt, die ebenfalls in dem Haus wohnte. Für diese Tat hat ihn das Schöffengericht in Ahaus jetzt verurteilt.

VREDEN

, 22.12.2016, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Jahre und drei Monate Haft: Diese Strafe hat das Schöffengericht in Ahaus gestern gegen den 19-Jährigen ausgesprochen. Der Vorwurf der Anklage lautete schwerer sexueller Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Vergewaltigung. Das Verbrechen hatte sich im August in der Flüchtlingsunterkunft ereignet. Dort lebte der junge, alleinstehende Asylbewerber, der sich seit knapp zwei Jahren in Deutschland aufhält, Tür an Tür mit der Familie des Opfers. Die Familie hatte den Mann nach der Tat angezeigt. Dieser war in Untersuchungshaft genommen worden, aus der er von Justizbeamten zum Prozess nach Ahaus gebracht worden war.

Der Sachverhalt als solcher trat im Prozess am Donnerstag verhältnismäßig schnell zutage. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Das Gericht konnte daher darauf verzichten, das Opfer als Zeugen zu befragen. Gutachterliche Ergebnisse untermauerten die Angaben des geständigen Täters zusätzlich. Auch mit Blick auf den Schutz des Opfers und seiner Familie schloss das Gericht Antworten auf weitere Fragen zum Hintergrund der Tat oder auch dem Alter des Opfers aus.

Nach Jugendstrafrecht

Nicht weit auseinander lagen schließlich die Staatsanwaltschaft und das Gericht beim Strafmaß, das ihnen für diese Tat als angemessen erschienen. Zugrunde gelegt worden war bei der Verhandlung das Jugendstrafrecht – zum einen geschah dies mit Blick auf das Opfer, zum anderen auch, weil der Täter nach Einschätzung des Gerichtes vom Reifegrad her noch dem Jugendstrafrecht zuzuordnen sei. Bei Heranwachsenden im Alter zwischen 18 und 20 Jahren wird geprüft, ob ein Angeklagter zum Zeitpunkt der Tat noch einem Jugendlichen gleichzustellen war. Die Staatsanwaltschaft forderte ein Strafmaß von zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Das Gericht blieb im Urteilsspruch nur drei Monate darunter. Der Angeklagte verzichtete darauf, Rechtsmittel einzulegen – eine Berufung ist dadurch vom Tisch. Damit wird das Urteil rechtskräftig.

Keine Rolle bei der Bemessung des Strafmaßes spielten zwei andere Punkte: Im Zusammenhang mit der Haupttat war dem 19-Jährigen auch noch Freiheitsberaubung und Körperverletzung vorgeworfen. Beides hatte er vor Gericht bestritten.

Ausweisung droht

Für den jungen Asylbewerber zeichnen sich über die Haftstrafe hinaus Konsequenzen ab. Er muss sich auf die Ausweisung in sein Heimatland einstellen. Nach dem entsprechenden Paragrafen des Aufenthaltsrechts zieht eine Verurteilung in Fällen schwerster Kriminalität dies nach sich. Das geschehe unter anderem dann, wenn der Betreffende zu einer Jugendstrafe von mindestens zwei Jahren verurteilt worden war, heißt es bei der Informationsplattform „aufenthaltsrecht.org“.  

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