Klinikum Westmünsterland: „Wir stehen zum Krankenhaus in Vreden“

mlzSt.-Marien-Hospital

Das Klinikum Westmünsterland steht zum Krankenhaus-Standort in Vreden. Das sagten Vertreter der Geschäftsführung. Wie es dort aber auf Dauer weitergeht, hängt von Land und Bund ab.

Vreden

, 28.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf viele Fragen hatten die Vertreter des Klinikums Westmünsterland am Mittwochabend in der Vredener Ratssitzung keine Antworten. Nur eine klare Aussage trafen Ludger Hellmann und Holger Winter aus der Geschäftsführung mehrfach: „Wir stehen zum Krankenhaus-Standort in Vreden.“

Wie es aber im St.-Marien-Hospital weitergehen soll, welche Abteilungen auf Dauer bleiben werden oder ob weitere Umstrukturierungen anstehen, dazu konnten die beiden wenig sagen.

Krankenhausplanung verhindert Strategie fürs Vredener Krankenhaus

Die SPD hatte den Antrag gestellt, dass die Geschäftsführung mal erklären soll, wie die Strategie für das Vredener Krankenhaus für die kommenden Jahre aussieht. „Viele haben den Eindruck, dass das Krankenhaus Stück für Stück bedeutungslos wird“, meinte der Fraktionsvorsitzende Reinhard Laurich „Aber wenn ich es richtig verstehe, können Sie uns heute keine verlässliche Strategie vorstellen, richtig?“

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Richtig. Das war die Kernaussage der fast eine Stunde dauernden Diskussion. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, weil die Krankenhausplanung NRW gerade neu geschrieben wird. Wir können derzeit keine seriöse Aussage dazu treffen“, erklärte Ludger Hellmann. Das Klinikum habe sich danach zu richten, was in diesem Plan steht. „Und das ist kein Alibi-Argument, das ist Fakt. Wir sind nicht die Herren der Lage, wir sind nur ein kleines Rädchen in einem komplexen System.“ Denn das Klinikum erfülle nur einen Versorgungsauftrag, der wiederum von Bund, Land und Krankenkassen vorgeschrieben wird.

In welche Richtung die neue Planung gehen wird, steht noch nicht fest. Denn die Corona-Pandemie hat einiges geändert. Auf der einen Seite gibt es Stimmen, die das gute Gesundheitssystem loben und die jetzigen Strukturen aufrecht erhalten wollen. Auf der anderen Seite steht die Argumentation, dass Deutschland vielleicht viel zu viele Krankenhäuser hat, weil es als einziges Land so gut durch die Krise gekommen ist.

Klinikum Westmünsterland hat in Vreden 12 Millionen Euro investiert

Das Klinikum Westmünsterland aber wolle in Vreden auf jeden Fall weitermachen. Diese Aussage untermauerte Holger Winter mit einigen Zahlen. 12 Millionen Euro habe das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren in Vreden investiert. 8,5 Millionen Euro sind in den Neubau St. Ludger geflossen, dazu 0,5 Millionen Euro in die Sanierung der Patientenzimmer und die Heizung im Krankenhaus. Weitere 0,5 Millionen Euro flossen in den Neubau der Rheumatologischen Ambulanz, 300.000 Euro in die Digitalisierung.

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Wenn das Klinikum aber so viel Geld investieren kann, warum dann nicht auch in die Küche am Standort Vreden? Nach Angaben von Holger Winter bekommt das Unternehmen für die Krankenhäuser in Stadtlohn, Ahaus und Vreden pro Jahr nur eine Million Euro für Investitionen von Land und Bund. „Ein MRT aber kostet schon zwei Millionen Euro. Da können Sie sich ausrechnen, dass wir jedes Jahr enorme Eigenmittel aufbringen müssen.“ Deswegen sei es wirtschaftlicher, nur die Küche in Ahaus zu modernisieren und die in Vreden zu schließen.

Vredener Krankenhaus ist angesehene Fachklinik

Das Krankenhaus in Vreden habe sich in den vergangenen Jahren zu einer Fachklinik für Rheumatologie und internistische Angelegenheiten entwickelt. „Wir sind durchaus angesehen über die Region hinaus. Aber klar: Das Vredener Krankenhaus ist eher altersmedizinisch orientiert, das ist so“, sagte Holger Winter.

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Das Klinikum Westmünsterland sei zudem auch über das Krankenhaus hinweg in Vreden präsent. Das Unternehmen betreibt auch das Gesundheitszentrum, die Seniorenheime St. Ludger und St. Georg, einen Notfalldienst, eine Tagespflege, einen Pflegedienst und das Servicewohnen am Krankenhaus.

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