Kontakt zum Auge im Weltall

Radarreflektor installiert

Ein Radarreflektor steht seit einigen Tagen auf dem Gelände der Kläranlage in Ellewick. Aufgestellt wurde er von der Bezirksregierung Köln und der Technischen Universität Clausthal. Es handelt sich um den ersten Referenzpunkt für ein neues satellitengestütztes Messverfahren.

VREDEN

, 08.06.2016, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kontakt zum Auge im Weltall

Der erste Radarreflektor mit spezieller Ausrichtung auf die Sentinel-1 Satelliten wurde in Vreden aufgebaut. Die Vertreter der Stadt informierten sich über das neue Messverfahren (v. l.): Jürgen Buckting, kaufmännische Leitung städtischer Abwasserbetrieb, Dr. Steffen Knospe von der Technischen Universität Clausthal, Joachim Hartmann, Betriebsleiter städtischer Abwasserbetrieb, Dr. Bernhard Krickel, Bezirksregierung Köln, Hermann Völkering, kaufmännische Leitung städtischer Abwasserbetrieb und Jörg Brügging, Leiter der Kläranlage.

Wozu wurde der Radarreflektor aufgestellt?

Die Bezirksregierung Köln startet ein satellitengestütztes Messverfahren in Nordrhein-Westfalen. Durch dieses neue Verfahren werden landesweite Höhenänderungen beobachtet. Es ist der erste Schritt zu einem künftigen Bodenbewegungskataster, erklärt Dr. Bernhard Krickel von der Abteilung Geobasis NRW der Bezirksregierung Köln.

Welche Rolle spielt der Radarreflektor in Vreden in diesem neuen Messverfahren?

Der Satellit Sentinel-1B führt aus 700 Kilometern Höhe Radarmessungen zur Erdoberfläche durch. Regelmäßig im Abstand von zwölf Tagen passiert der Satellit die Region rund um Vreden und führt Radarmessungen zur Erdoberfläche aus. Die Radarreflektoren senden die Messsignale zum Satelliten zurück, und zwar so deutlich, dass sie bei späteren Auswertungen als sogenannter Referenzpunkt genutzt werden können, erklärt Dr. Steffen Knospe vom Institut für Geotechnik und Markscheidewesen der Technischen Universität Clausthal.

Was passiert mit den ermittelten Daten?

Die Kölner Bezirksregierung verarbeitet die Daten der Satelliten in ihrer Abteilung Geobasis NRW, um landesweit Höhenänderungen feststellen zu können. Diese werden anschließend in Karten dargestellt und über das Internet abrufbar sein.

Gibt es diesen Radarreflektor nur in Vreden?

Nein. Insgesamt werden über das Land verteilt drei Radarreflektoren als Referenzpunkte aufgebaut. Der erste Reflektor wurde jetzt auf dem Gelände der Kläranlage der Stadt Vreden aufgestellt. Weitere Standorte der Radarreflektoren liegen in Mechernich (Eifel) und Winterberg (Sauerland) und werden dort innerhalb der nächsten Tage installiert.

Warum wurde Vreden als Reflektor-Standort ausgewählt?

Das Klärwerkgelände in Vreden bot sich für die Aufstellung des Radarreflektors an, da auf dem Gebäude bereits seit über zehn Jahren eine Station für den Satellitenpositionierungsdienst Sapos installiert ist.

Wer finanziert das Programm?

Die Entwicklung des Bodenbewegungskatasters in Nordrhein-Westfalen wird von der Deutschen Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Forschungsprojekt gefördert und von der TU Clausthal wissenschaftlich begleitet. Möglich macht dies das Copernicus-Programm "Europas Auge im Weltall" der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Ab wann sind die Daten im Internet zu finden?

Bis die Daten im Internet abrufbar sein werden, können noch zwei Jahre vergehen, denn zur Bestimmung möglicher Höhenänderungen sei eine Datensammlung über einen längeren Zeitraum notwendig, so Dr. Krickel.

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