Viele Eltern und Schüler haben mit ihrem Kommen zur Sonderratssitzung Mitte Mai ein Zeichen gesetzt. Ein weiteres soll mit der gestarteten Petition folgen. © Till Goerke
Sekundarschule Vreden

Krach um Schulleiterstelle: Vertrauen zerstört – Petition gestartet

Es gibt zwei Bewerber für die Leitung der Sekundarschule Vreden. Schulkonferenz und Kommunalpolitik haben darüber unterschiedlich abgestimmt. Die Stimmung ist aufgeheizt. Und eine Petition läuft.

Die Stimmung ist aufgeheizt. Die Worte werden deutlicher. Die Schulkonferenz-Mitglieder der Sekundarschule fühlen sich von der Lokalpolitik mächtig auf die Füße getreten. Da auch die Sonderratssitzung am 14. Mai nicht den erhofften Erfolg brachte, werden jetzt andere Register gezogen.

„Wir akzeptieren nicht, dass unsere gewählten politischen Vertreter so handeln. Durch ihr Fehlverhalten haben sie der Sekundarschule konkreten Schaden zugefügt und schlimmer noch: Vertrauen in ihr politisches Handeln zerstört“, heißt es auf der Internetplattform petitionen.com.

Petition heißt „Kein Kluengel in Vreden“

Verfasst hat die Worte Stefan Terfrüchte, Mitglied der Schulkonferenz und zugleich Initiator der Petition mit dem Namen „Kein Klüngel in Vreden“ – im Internet „Kluengel“ geschrieben. Wobei, das betont Terfrüchte im Gespräch mit der Redaktion, das gesamte Vorgehen eine Gruppenarbeit sei. „Wir arbeiten als Team, um uns Gehör zu verschaffen.“

Gehör darüber, dass die Entscheidung des Schulausschusses, sich bei der Besetzung der Schulleiterstelle der Sekundarschule für einen externen und gegen die interne Kandidatin auszusprechen, nicht nachvollziehbar sei. Immerhin hatte sich die Schulkonferenz, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern, bei 15 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen für die interne Bewerberin stark gemacht.

Lokalpolitik übergeht Votum

Dass die Kommunalpolitik dieses Votum übergangen hat, stößt den Schulvertretern übel auf. Eigentlich sei es üblich, dass die Lokalpolitik dem Votum der Schulkonferenz folge. Jetzt aber muss die Bezirksregierung Münster am Ende des Tages zwischen Kandidatin und Kandidat wählen.

„Bis dahin wollen aber eben nichts unversucht lassen“, erklärt Stefan Terfrüchte den Auslöser der Petition. Gestartet wurde diese am 24. Mai. Bislang – Stand 7. Juni – haben 371 Personen digital unterzeichnet. „Das ist schon mal gar kein schlechtes Zwischenergebnis“, ordnet Terfrüchte die Zahl ein.

Jeder kann die Petition unterzeichnen

Nicht Wenige haben dazu auch einen Kommentar geschrieben. Von „solch Klüngel hat nichts mit einem modernen Politikverständnis zu tun“ bis zu „weil ich einmal mehr von der Vredener Politik enttäuscht bin“ reichen die Statements.

Mit wenigen Klicks kann jeder über www.petitionen.com/kein_kluengel_in_vreden seine Unterschrift unter Angabe einiger Kontaktdaten unter die Petition setzen. Ob man diese öffentlich angezeigt haben möchte, ist jedem selbst überlassen.

Das Ruder soll noch rumgerissen werden

Und der genaue Zweck dieser Aktion? „Wir sind eben zweigleisig unterwegs“, so Stefan Terfrüchte. Denn nachdem die Sonderratssitzung Mitte Mai nicht den erhofften Erfolg brachte, soll jetzt die Petition das Ruder zu Gunsten der internen Kandidatin rumreißen.

Zu Erklärung: Die Elternpflegschaft hätte es gerne gesehen, dass sich der Rat statt des Bildungsausschusses mit dem Thema der Stellenvergabe beschäftigt. Dafür hätte der Rat sein Rückholrecht ausüben müssen. Ohne rechtliche Grundlage auf Basis der Gemeindeordnung NRW sei dies jedoch nicht machbar, argumentierte seinerzeit Bürgermeister Tom Tenostendarp. Folglich war der Bürgerantrag hinfällig.

Thema soll in der Öffentlichkeit bleiben

„Da hat man sich hinter Paragraphen versteckt“, bemängelt Terfrüchte. Darum jetzt der Schritt mit der Petition. Dieser solle zeigen, bei wie vielen Personen die Entscheidung der Lokalpolitik auf Unverständnis stößt. Das Thema soll in der Öffentlichkeit gehalten und die Entscheider zum Umdenken gebracht werden.

Wem die Unterschriftenliste am Ende übergeben wird, ist noch offen. Denkbar sei der Weg über den Bürgermeister, so Stefan Terfrüchte. Es sei eine von mehreren Optionen, die es noch gegeneinander abzuwägen gelte. Auch ist derzeit nicht klar, wie lange die Petition noch läuft. „Wenn der Zulauf merklich abnimmt, werden wir sie beenden.“

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.