Kreis Borken will Vredener über die Zukunft ohne Notarzt informieren

mlzNotarzt in Vreden

Der Notarzt in Vreden soll zum Jahresende abgezogen werden. Über die Hintergründe und eine Zukunft ohne Notarzt will der Kreis Borken alle Vredener informieren – Ende November.

Vreden

, 23.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Notarzt am Standort Vreden soll zum Jahresende abgezogen werden. Das hat in Vreden für einigen Ärger gesorgt. Nun will der Kreis Borken die Einwohner mit einer Bürgerinformation über die genauen Planungen aufklären.

Kreispolitiker sehen viele offene Fragen beantwortet

Allein an der Sache selbst scheint es nicht mehr viel Verhandlungsspielraum zu geben. Kreispolitiker Jens Steiner (Grüne) ist Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung. Mit den Spitzen der Kreistagsfraktionen hatte er am Dienstag ein Gespräch mit der Kreisverwaltung und dem Klinikum Westmünsterland. Inhaltlich will er daraus aktuell nichts sagen.

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Nur so viel: „Viele offene Fragen konnten darin beantwortet werden“, sagt er. Dennoch sei er nach wie vor mit der Situation nicht glücklich. Wichtigste Aufgabe sei nun, die Bürger umfassend zu informieren. Das solle auch überparteilich geschehen. „Das Thema Rettungsdienst ist zu wichtig, wir müssen sachgerechte Lösungen finden“, sagt er.

Kreis bereitet Bürgerinformation im Gymnasium vor

Die Bürgerinformation hat der Kreis Borken für den 26. November angesetzt. Sie soll um 19 Uhr im Gymnasium Georgianum stattfinden. Dort sollen Fachleute vom Kreis, von der Stadtverwaltung Vreden und vom Klinikum Westmünsterland dabei sein. Sie sollen dann die rettungsdienstlichen Abläufe schildern, die geänderten Rahmenbedingungen erläutern und die künftige Vorgehensweise vorstellen.

„Die Bürger sollen das Ergebnis dann selbst bewerten“, erklärt Jens Steiner. Zusätzlich will der Kreis eine Liste mit häufigen Fragen und deren Antworten vorbereiten, die dann passend dazu veröffentlicht werden sollen.

Vredener Politiker befassen sich am 30. Oktober mit dem Notarzt

Am 30. Oktober wird das Thema Notarztversorgung in Vreden auch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in Vreden beraten werden. Das bestätigte Dr. Elisabeth Schwenzow, Dezernentin für Sicherheit und Ordnung beim Kreis Borken, die bei der Sitzung zugegen sein wird.

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Das Klinikum Westmünsterland hatte bisher den Notarzt für Vreden gestellt. Den entsprechenden Vertrag hatte das Klinikum mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 gekündigt. Demnach habe das Klinikum Schwierigkeiten, den Notarztposten in Vreden an 24 Stunden pro Tag und sieben Tagen in der Woche zu besetzen.

Gleichzeitig hatte das Klinikum zugesagt, Vreden mit einem Notarzt von Ahaus oder Stadtlohn aus zu versorgen.

Zahl der Notarzteinsätze geht zurück

Bisher wird der Notarzt vom Rettungswagen am Krankenhaus abgeholt und zum Einsatz mitgenommen. Die Zahl dieser Einsätze war im vergangenen Jahr weiter gesunken. 2018 rückte der Notarzt in Vreden noch 363 mal aus. 2016 waren es noch 484 Einsätze. Den Rückgang hatte der Kreis auch auf die erweiterten Qualifikation der Notfallsanitäter begründet. Durch deren Einsatz könne in vielen Fällen auf einen Notarzt verzichtet werden.

Verschiedene Mediziner hatten das gegenüber unserer Redaktion deutlich anders formuliert und den möglichen Verzicht auf einen Notarzt-Standort für Vreden sehr kritisch gesehen. Ihre Kritik zielte darauf ab, dass ein Notarzt im Ernstfall von Ahaus oder Stadtlohn aus zu lange bis nach Vreden brauche, um dort zu einem Notfall zu eilen.

Versorgung der Bevölkerung auch ohne Notarzt gewährleistet

Der Kreis betont, dass von der neuen Organisation rettungsdienstliche Notfalleinsätze ohne Notarztanforderung sowie die Krankentransporte nicht berührt werden. Die rund um die Uhr besetzte Rettungswache in Vreden werde weiterhin die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Rettungsfristen werden durch einen möglichen Abzug des Notarztes nicht beeinflusst. Sie werden vom Eingang des Notrufs bis zum Eintreffen des ersten Rettungsfahrzeugs an der Einsatzstelle gemessen.

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