Kriminalität in Vreden: Drogendelikte verzerren positive Bilanz

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Obwohl die Polizei in ihrer Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 bei der Stadt Vreden in fast allen Bereichen Positives zu verkünden hat, haben die Straftaten insgesamt zugenommen.

Vreden

, 06.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Höhere Aufklärungsquote, deutlicher Rückgang bei Diebstählen und Gewaltkriminalität – dennoch ein Anstieg der Gesamtstraftaten von 1007 auf 1110 im Stadtbereich Vreden. Was beim ersten Blick auf die Kriminalitätsstatistik für Verwirrung sorgen könnte, war bereits seit Monaten klar. Denn schon im Juli 2018 hatte Manfred Lütjann, Leiter der Polizeiwache Ahaus, das prognostiziert, was nun schwarz auf weiß in der Jahresbilanz der Polizei steht: der signifikante Anstieg der Drogendelikte.

Um 500 Prozent sind die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz im vergangenen Jahr angestiegen. Während 2017 nur 56 Fälle verzeichnet wurden, waren es 2018 stolze 332 – knapp ein Drittel der Gesamtstraftaten in Vreden. Der Grund: immer häufiger nutzen Drogenhändler den deutschen Postweg für den Versand illegaler Substanzen. Gleich mehrere international agierende Banden wurden im Laufe des vergangenen Jahres im Grenzbereich erwischt und hochgenommen. Neben Ahaus, Gronau und Bad Bentheim waren Schmuggler auch in Vreden unterwegs und verschickten von hiesigen Postfilialen gefüllte Umschläge in die ganze Welt.

Die Kriminalität in Vreden hat laut Statistik 2018 zugenommen. Allerdings entfallen ein knappes Drittel der Straftaten allein auf Drogendelikte.

Die Kriminalität in Vreden hat laut Statistik 2018 zugenommen. Allerdings entfallen ein knappes Drittel der Straftaten allein auf Drogendelikte. © Grafik Martin Klose

„Wenn die Polizei 50 Briefsendungen in einem Briefkasten findet, handelt es sich statistisch gesehen auch um 50 Vorgänge, wenn jedes Mal ein anderer Adressat angegeben ist“, erklärt Thorsten Ohm von der Polizeipressestelle Borken die hohe Zahl der Delikte. Das Problem beschränke sich allerdings nicht allein auf Vreden.

Brandserie in der Statistik nicht aufgeführt

Positive Entwicklungen gibt es hingegen in fast allen anderen Bereichen zu verzeichnen. Taschendiebstähle sind von 31 auf 16 zurückgegangen, Wohnungseinbrüche von 11 auf 4 und Diebstähle aus oder an Fahrzeugen von 129 auf 47. Während die Polizei bei den Wohnungseinbrüchen auf den allgemeinen Landestrend verweist und zu den Ursachen nicht spekulieren möchte, sieht sie bei Diebstählen aus oder an Fahrzeugen den Ertrag ihrer Aufklärungsarbeit. „In den letzten Jahren sind verstärkt Präventionskampagnen durchgeführt worden, so unter anderem die Beschilderung öffentlicher Parkplätze (...). Wichtig ist, dass die Nutzer nichts mehr offen im Fahrzeug liegenlassen“, heißt es in einer schriftlichen Antwort der Kreispolizei.

Die Brandserie aus dem Sommer 2018 findet in der Statistik keine Beachtung. „In den Fällen handelt es sich um Brandstiftung und schwere Brandstiftung. Das Verfahren befindet sich noch in der Bearbeitung und ist noch nicht abgeschlossen“, heißt es von Seiten der Polizeipressestelle.

Auch der tragische Unfall an der Widukindschule im Februar 2018, bei dem ein 17-Jähriger ums Leben kam, ist zumindest in der Kriminalitätsstatistik nicht aufgeführt. „Die bei einem Verkehrsunfall getöteten Personen werden nur in der Verkehrsunfallstatistik erfasst. Bei solchen Verfahren wird immer in Richtung der fahrlässigen Tötung ermittelt“, so die Antwort der Polizei. Eine Aufnahme in die Kriminalitätsstatistik erfolge nur dann, wenn wegen eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes ermittelt wird.

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