Kükenproduktion im großen Stil bald im Industriegebiet Gaxel

Neue Brüterei

Noch schieben Bagger Mutterboden auf der Baustelle zusammen, bald werden dort Hühnerküken schlüpfen. Am Ende der Lise-Meitner-Straße entsteht im Industriegebiet Gaxel eine moderne Brüterei. Die Münsterland Zeitung hat bei der Stadt Vreden nachgehakt, wie es zu dieser - für einige Nachbarn und Bürger - überraschenden Ansiedlung kam und was sich dort in Zukunft abspielen wird.

VREDEN

05.04.2016, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hühnerküken schlüpfen bald im Industriegebiet. Foto dpa

Hühnerküken schlüpfen bald im Industriegebiet. Foto dpa

Im Gespräch mit Vertretern der Stadt Vreden am Montag wird klar: Bei diesem Bauprojekt wurde intensiv hingeschaut. Durch die Brisanz, die dem Thema Hühnerzucht durch das Töten männlicher Küken zu Teil wurde, ergaben sich auch vorab im Rat Fragen und Befürchtungen. Nach klärenden Gesprächen mit allen Beteiligten konnten die Bedenken offensichtlich beseitigt werden: Der Rat entschied im Oktober mit 24 Ja- und acht Nein-Stimmen den Grundstücksverkauf an die Firma Wimex.

Zum Thema Kükentötung bezieht Bürgermeister Christoph Holtwisch klar Stellung: "Bei so etwas hätten wir definitiv nicht mitgemacht. Wir haben zusätzlich vertraglich geregelt, dass das in Zukunft auch nicht möglich sein wird, selbst wenn sich in der Anlage etwas ändert."

In der Brüterei sollen hingegen in Zukunft befruchtete Eier unter hochtechnologischen Umständen ausgebrütet werden. Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, hatte Gelegenheit eine ähnliche, bestehende Brüterei in Groenlo zu besichtigen und beschreibt: "Das ist weit weg von jedem landwirtschaftlichen Empfinden. Die Eier werden unter technischen und klinischen Umständen ausgebrütet." Ein Unternehmen mit solcher Hochtechnologie passe daher in ein Industriegebiet wie Gaxel und entspreche dem Bebauungsplan des Gebietes.

Keine vermehrte Immission

Obwohl die Ratssitzung, in der die Bebauung beschlossen wurde, nicht öffentlich stattfand, kamen bereits Bedenken in der direkten Nachbarschaft des Baugrundstücks auf. Diese beschäftigten sich auch mit der Frage nach Immissionsbelastung durch die neue Brüterei. In dieser Hinsicht geben Stadt und Unternehmen Entwarnung. Ein Sprecher der Firma Wimex fasst zusammen: "Wir haben es vor allem mit geschlossenen Eiern zu tun und die geschlüpften Küken werden weiter transportiert, so schnell es die logistischen Abläufe erlauben." Das schone einerseits die Tiere und trage dazu bei, dass weder Lärm noch Immissionen in besonderem Maße auftreten.

"Die Auswirkungen auf die Nachbarn werden sich im Wesentlichen auf die Logistik beziehen", bekräftigt Joachim Hartmann. Die größte Unmut macht sich bei den Nachbarn jedoch breit, weil sie sich uninformiert fühlen. Die Bauarbeiten seien schon im Gange und man wisse noch nicht von offizieller Seite, was da vor sich gehe. Gestern veröffentlichte die Stadt Vreden eine entsprechende Mitteilung auf ihrer Homepage.

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