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LKW im Graben - Kreisstraße 19 lange gesperrt

Höhe Antoniusheim

Sie hatten eigentlich alles richtig gemacht. Der 39 Jahre alte Lastwagenfahrer aus Aalten konnte das Unglück aber nicht mehr verhindern, als er in der Nacht zu Freitag mit seinem Truck auf der engen Kreisstraße 19 an einem entgegenkommenden Kollegen vorbeifahren wollte.

VREDEN

, 27.03.2015 / Lesedauer: 3 min

Der Wagen mit der lebenden Fracht war um 23.30 Uhr in Richtung Baumwollstraße (Bundesstraße 70) unterwegs gewesen. Seine Ladung: 5600 lebende Hühner. Zur gleichen Zeit kam ihm ein anderer LKW entgegen. Der 36-jährige Fahrer aus dem niederländischen Putten erkannte ebenso wie sein Kollege aus Aalten die Situation: Er wich so weit wie möglich nach rechts aus und brachte sein Fahrzeug zum Stehen.

Der andere LKW wollte nun langsam rechts an dem stehenden Wagen vorbei. „Dazu musste er auf die Bankette“, berichtet Dieter Hoffmann von der Pressestelle der Polizei. Damit nahm das Verhängnis seinen Lauf: Der Regen der vergangenen Tage hatte die Bankette aufgeweicht, der Untergrund gab nach. Der LKW-Fahrer muss das bemerkt und noch um die Kontrolle gekämpft haben: Die Spuren der Reifen des tonnenschweren Fahrzeugs haben sich auf einer Länge von 70 Metern in den weichen Untergrund gebohrt. Doch es gelang dem Mann nicht mehr, auf die Straße zurückzukommen. Der Lastwagen kam aus dem Gleichgewicht und kippte in den Graben.

Veterinäramt eingeschaltet

Der Fahrer erlitt Verletzungen und kam ins Krankenhaus. Ein Großteil der Tiere sei bereits beim Unfallgeschehen selbst verendet, berichtet die Polizei. Sie schaltete auch das Veterinäramt ein. Daraufhin wurde eine Spezialfirma aus Amsterdam benachrichtigt: Sie sollte am Freitag noch vor Ort die lebenden Hühner töten.

Noch in der Nacht war unmittelbar nach dem Unfall auch die Feuerwehr angerückt: Der Löschzug Ammeloe sicherte die Einsatzstelle, nahm auslaufenden Diesel auf und legte eine Gewässer-Ölsperre.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich als nicht einfach. Kranwagen der Firma Greving rückten an. Damit sie sich überhaupt in die erforderliche Position bringen konnten, mussten einige Bäume am Straßenrand gefällt werden. Auch ein Punkt, der nicht einfach so vor Ort beschlossen und durchgeführt werden konnte: Weil die Unfallstelle im Naturschutzgebiet Schwattet Gatt liegt, waren auch für diesen Schritt Abstimmungen mit den zuständigen Stellen erforderlich, um grünes Licht zu bekommen.

Lange Sperrung

Das Antoniusheim war stundenlang abgeschnitten. Denn die Sperrung der Kreisstraße 19 galt im Westen ab Baumwollstraße und im Osten ab Landstraße 560. Sperrungen sind in dieser Region allerdings ohnehin schon lästiger Alltag. Spekulation blieb es zunächst, ob die beiden breiten Lastwagen ohnehin nur deshalb auf der schmalen Kreisstraße unterwegs waren, weil die Bundesstraße 70 derzeit erneut für Bauarbeiten voll gesperrt ist.

Die Polizei beziffert den entstandenen Sachschaden auf rund 120 000 Euro. Die Bergungskosten dürften da nicht mitgerechnet sein.

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