Mehr als nur eine Spinnerei?

mlzKommentar

Soll sich auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei Huesker Einzelhandel ansiedeln und das Industriegebäude verschwinden? Oder soll neues Leben in die alten Mauern einziehen? Ein Kommentar.

Vreden

, 08.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ist es nur eine Spinnerei, mit der Markus Bußmann kurz vor der Sitzung des Bau- Planungs- und Umweltaussschusses an die Öffentlichkeit geht? Oder eine Vision für ein lebendigeres Vreden, das mehr Besucher aus dem Umland oder auch Bewohner anzieht? Auf der einen Seite steht ein großes Edeka-Center, auf der anderen Seite die alte Spinnerei in neuem Glanz, wieder mit großen Fenstern, lichtdurchflutet und mit ganz verschiedenen Nutzungen in ihren Mauern. Da fällt die Wahl nicht schwer.

Im Ruhrgebiet kann man vielerorts sehen, welch coole Orte alte Industriestandorte sein können. Das Creativquartier Fürst Leopold in Dorsten ist ein nahes Beispiel. Kurzfristig gedacht mögen die Ideen visionär, ja vielleicht auch spinnert erscheinen. Doch langfristig könnte Vreden nur davon profitieren.

Denn mehr urige Kneipen, Restaurants, Hotels, Museen, aber auch Arbeitsmöglichkeiten für junge Start-Ups – das alles kann nur die Attraktivität Vredens, speziell seiner Innenstadt, erhöhen.

Wenn man Markus Bußmann und seinen Mitstreitern etwas vorwerfen kann, ist es, dass er seine „Spinnerei“ nicht schon viel früher entworfen hat. Viele Jahre wurde über das Gelände diskutiert. Und bereits im Februar hat der Rat entscheidende Weichen für die Firma Stroetmann aus Münster gestellt. Es mag 5 vor 12 sein: Nachdenken allerdings sollte man dennoch über die „Neue Spinnerei Vreden“.

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