Katja Thiele möchte als Mindset-Coach anderen Menschen dazu verhelfen, ihre Träume und Ziele zu verwirklichen. © privat
Positives Denken

Mindset-Coach gibt Tipps für positive Festtage nach schwierigem Jahr

Katja Thiele ist mitten in der Pandemie nach Vreden gezogen. Doch darin sieht sie kein Problem. Sie denkt positiv und möchte dazu als Mindset-Coach auch anderen Menschen verhelfen.

Der Mensch ist recht talentiert darin, sich selbst zu erzählen, was alles nicht geht und wofür er nicht gut genug ist.“ Das sagt Katja Thiele. Die 41-Jährige wohnt in Vreden und begleitet als Mindset-Coach andere Menschen dabei, ihre Träume und Ziele zu verwirklichen. „Ich lade mit meiner Arbeit dazu ein, die Perspektive zu wechseln. Statt einfach zu sagen: ‚Das geht nicht‘, ist es sehr hilfreich, den Fokus auf das legen, was man möchte und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.“

Katja Thiele ist vielbegabt und hochsensibel. „Hochsensibilität ist kein Krankheitsbild“, erklärt sie. „Hochsensible Menschen reagieren sehr empfindlich auf äußere Reize. Für sie ist der Aufenthalt in Menschenmengen häufig anstrengend, sodass sie Erholung in der Ruhe des Alleinseins finden.“ Viele verfügen über eine starke Intuition und können die Stimmungen anderer Menschen sehr gut wahrnehmen.

„Eigene Erfahrungen sind wichtiger als Zertifikate“

„Hochsensible Menschen wissen oft lange nichts über ihre besonderen Fähigkeiten und werden von ihrem Umfeld häufig für ihr ‚Empfindlichsein’ falsch gemacht“, so Katja Thiele. Zu erkennen, dass es eine Erklärung für ihr Anderssein gibt und dass sie damit nicht alleine sind, sei für die meisten eine große Erleichterung.

Informationen zum Coaching

  • Wegen der Corona-Pandemie finden die Coachings momentan über digitale Kanäle statt.
  • Kontakt zu Katja Thiele: katjathielecoaching@gmail.com
  • Zu Beginn des neuen Jahres startet Katja Thiele einen Podcast und es erscheint ihr neues Buch über die Freude am Scheitern.

Mit ihren Coachings spricht sie deswegen vor allem hochsensible und vielbegabte Frauen an. Sie hat verschiedene Aus- und Fortbildungen in diesem Bereich gemacht, jedoch betont sie: „Die eigenen Erfahrungen haben so viel mehr Wert als das zwölfte Zertifikat. Wenn man den Menschen dort abholt, wo er steht, kann man ihm auf einer Herz-Ebene begegnen und dadurch sehr viel mehr bewirken.“

Auch nach einem Verlust darf man glücklich sein

Das gilt ganz besonders für einen weiteren Bereich ihrer Arbeit: Verlusterfahrungen und den Mut, wieder glücklich zu sein. Sie hat selbst in jungen Jahren Verlusterfahrungen gemacht, die sie sehr geprägt haben. Lange sei da dieses Gefühl gewesen: Ich darf nicht glücklich sein – aus einer „falsch verstandenen Loyalität gegenüber den Verstorbenen“, wie sie heute sagt.

Doch irgendwann hat sie begonnen, sich mit Persönlichkeitsentwicklung und Coaching zu beschäftigen und fand darin ihre große Leidenschaft. Heute sieht sie ihre eigenen Erfahrungen als einen „wertvollen Schatz“, den sie an andere Menschen mit Verlusterfahrungen weitergeben kann.

„Um Träume zu verwirklichen, braucht es den Mut zu scheitern und den Mut, sich verletzlich und echt zu zeigen“, lautet das Motto ihrer Arbeit. Das Ziel ist immer, dass sich die Menschen für ihre Träume auf den Weg machen und sich erlauben, wieder glücklich zu sein.

Wegen der Liebe nach Vreden gezogen

Wegen der Liebe ist Katja Thiele im März 2020 nach Vreden gezogen. Wie für viele Menschen verlief auch für sie dieses Jahr anders als geplant, jedoch hat sie zwei besondere Highlights erleben dürfen: ihre Heirat im Sommer und der große Zusammenhalt in ihrer Familie.

Dennoch: „Dieses Jahr 2020 hat uns allen viel abverlangt“, sagt Katja Thiele. Umso wichtiger sei es, gut für sich selbst (und andere) zu sorgen. „Es sind meist die einfachen Dinge, die uns glücklich machen.“

Hier kommen sechs ganz lebensnahe Tipps von Katja Thiele, wie die Weihnachtstage, der Jahreswechsel und die Zeit des Lockdowns eine positive Perspektive bekommen können:

  • Mit Menschen telefonieren, die man gerade nicht persönlich treffen kann und damit einander gemeinsame Zeit schenken.
  • Den Tag erstmal ohne Blick aufs Handy starten. Stattdessen einmal innehalten und sich vornehmen, wie der Tag werden soll und wie man sich fühlen möchte.
  • Mindestens ein Mal am Tag raus in die Natur und sich an der frischen Luft bewegen.
  • Am Abend nochmal innehalten und sich die Zeit nehmen, um drei Dinge aufzuschreiben, für die man heute dankbar ist.
  • Gerade jetzt, so kurz vorm Jahreswechsel, kann man das auch sehr gut nutzen, um zu reflektieren, wofür man im Jahr 2020 dankbar ist. „Da kann jeder etwas finden“, meint Katja Thiele.
  • Ganz konkrete Ziele und Wünsche für das neue Jahr aufschreiben und überlegen, wie man sie in kleine machbare Schritte aufteilt, um sie erreichen zu können.

Das Geheimnis der Zufriedenheit

In ihren Coachings arbeitet Katja Thiele häufig mit kleinen Geschichten, die eine tiefere Bedeutung haben. Zum Beispiel diese zenbuddhistische Parabel:

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zen-Meister. „Meister“, fragte einer von ihnen „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Ich wäre auch gerne so glücklich wie du.“ Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“ Es kam die gleiche Antwort vom alten Zen-Meister.

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden betrachtend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch ihr und ihr geht auch und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr, wohin ihr geht und während ihr geht, fragt ihr euch, was ihr essen werdet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“

Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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