Mit ganz knapper Mehrheit

Windkraft

Die Kompromissformel wollen nicht alle mittragen: Zwar hat der Bauausschuss mit einer denkbar knappen Mehrheit einen Abstand von 500 Metern zwischen Wohnhäusern und Windkraftanlagen im Außenbereich beschlossen. Doch dieses Votum könnte unter Umständen keinen langen Bestand haben.

VREDEN

, 13.03.2015, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie nah dürfen neue Windkraftanlagen - im Bild eine Situation im Raum Köckelwick - an die Wohnbebauung im Außenbereich heranrücken? Diese Frage bleibt auch nach dem Votum des Bauausschusses in Vreden weiterhin umstritten.

Wie nah dürfen neue Windkraftanlagen - im Bild eine Situation im Raum Köckelwick - an die Wohnbebauung im Außenbereich heranrücken? Diese Frage bleibt auch nach dem Votum des Bauausschusses in Vreden weiterhin umstritten.

Der Grund: Grüne, SPD und UWG wollen, dass sich jetzt der Rat mit dieser Frage befasst. Und dort könnten sich andere Mehrheitsverhältnisse ergeben (siehe unten stehenden Bericht).

Ernst und Anspannung waren mit Händen zu greifen, als der Ausschuss sich am Donnerstagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses dem Thema Windkraft zuwandte. Viele Interessierte verfolgten die Debatte. Sie wurden Zeuge eines Vorgangs, den es so in Vreden wohl noch nicht gegeben hat: Zahlreiche Mitglieder des Aussschusses erklärten sich für befangen. Sie verließen die Runde, übrig blieb ein elf Köpfe zählendes Gremium aus Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern.

Erklärung vorgetragen

Alexander Demes trug eine Erklärung der CDU-Fraktion vor. Nach intensiver und kontroverser Diskussion spreche sie sich für einen Abstand von 500 Metern aus, um einen Ausgleich zu finden: "Das Thema entzweit die Strukturen auf dem Land wie kein anderes." Seine Fraktionskollegin und erklärte Windkraft-Kritikerin Heike Wissing sagte, dass sie dies mittragen werde. Sie bekannte aber auch: "Ich hätte mir mehr Mut aller gewünscht."

Gerd Welper (Grüne) warnte vor einer pauschalen Lösung, die für den Großteil der Flächen nicht gerechtfertigt sei. Er hakte bei Planer Dirk Hetrodt nach, wie sich der Unterschied zwischen 400 und 500 Meter Abstand auf die Zahl der Anlagenstandorte auswirke. Dessen Antwort kam prompt: Danach müssten nur die Investoren im Crosewicker Feld ihrer Pläne abspecken - um drei Anlagen.

Zentraler Pfeiler

Dass die Windkraft ein zentraler Pfeiler der Energiewende sei, rief Reinhard Laurich (SPD) in Erinnerung. Er sprach sich für den Abstand von 400 Metern aus, um ausreichend Raum dafür zu geben. Im Einzelfall könne noch über den Bebauungsplan eingewirkt werden. Elmar Kampshoff (UWG) schloss sich dieser Linie an: "Wir haben ja die Möglichkeit, über den Bebauungsplan im Crosewicker Feld zu einer vernünftigen Lösung zu kommen."

Nicht einbringen konnte sich aus Gründen der Befangenheit die FDP. Ihrerseits liegt aber eine Erklärung vor, in der sie sich für einen Abstand von 580 Metern ausspricht.Kommentar

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