Mit Gastwirt Ludwig Reirink ist ein Zwillbrocker Unikat von der Welt gegangen

Ludwig Reirik verstorben

Ludwig Reirink ist am Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstorben. Der Gastwirt aus Zwillbrock war ein Unikat und weit über die Grenzen des Dorfs hinaus bekannt.

Vreden

, 18.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit Gastwirt Ludwig Reirink ist ein Zwillbrocker Unikat von der Welt gegangen

Ludwig Reirink, wie man ihn kannte: Fröhlich und den Menschen zugewandt, „erwischte“ Hubert Stroetmann ihn hier beim Schützenfest vor zwei Jahren in Zwillbrock. Der Gastwirt verstarb jetzt im Alter von 72 Jahren. © Hubertt Stroetmann

In Zwillbrock hat sich eine Lücke aufgetan. Ludwig Reirink verstarb am Donnerstag nach langer Krankheit. Der Gastwirt war „ein Unikat für die ganze Region“, wie es Hubert Stroetmann, sein ehemaliger Gastwirtskollege, im Gespräch mit der Redaktion formulierte.

Urig und im wahrsten Wortsinn authentisch

Wer ihn kennengelernt hat, weiß, was Hubert Stroetmann meint. Ludwig Reirink war ein kontaktfreudiger Mensch mit vielseitigen Interessen. Er war urig und im wahrsten Wortsinn authentisch: Er redete gern mit Menschen und war auf vielen Ebenen ein versierter und gern gesehener Gesprächspartner.

Dabei war übertriebene Etikette sein Ding nicht: Hubert Stroetmann erinnert sich an ein Event der münsterländischen Gastronomen, in fein herausgeputzter Kulisse am Schloss in Münster. „Ludwig kam in dicken Socken und Sandalen.“ An Gesprächspartnern mangelte es dem Zwillbrocker aber hier wie auch bei vielen anderen Veranstaltungen nicht.

Urige und einzigartig eingerichtete Kneipe

Sein „Landgasthof Reirink“, den der Junggeselle viele Jahre mit seiner Mutter Maria als Herrscherin in der Küche betrieb, war wortwörtlich über die Grenzen Zwillbrocks hinaus bekannt. Die urige und einzigartig eingerichtete Kneipe liegt ja nur einen Steinwurf von der deutsch-niederländischen Grenze entfernt, so waren auch sehr, sehr viele Niederländer Gäste dort. „Zu 80 Prozent“, schätzte Tanja Reirink im Gespräch mit der Redaktion. Sie ist die Frau des Neffen von Ludwig Reirink, der vor sieben Jahren, als Ludwig Reirink das Rentenalter erreicht hatte, die Kneipe übernahmen.

Großes Wissen über Zwillbrock und viele Interessen

Tom und Tanja Reirink führten den Gasthof weiter und machten ihren Onkel mit der Geburt ihrer Tochter Meike auch zu „Opa Ludwig“. Ludwig Reirink war aber auch immer noch für die Gäste da. Teilte mit ihnen bei Bedarf sein großes Wissen über Zwillbrock, die Kirche oder das Venn. Er war aber auch viel unterwegs. „Das musst du gesehen haben“, war ein oft gesagter Satz. Und die Frage nach Ludwig musste die Familie oft so beantworten: „Auf Patt“.

Mit Gastwirt Ludwig Reirink ist ein Zwillbrocker Unikat von der Welt gegangen

Ein Eindruck von der Marveld-ATB-Tocht, die seit 12 Jahren durch die deutsch-niederländische Grenzregion und mitten durch den Landgasthof Reirink führt. © Raphael Kampshoff

Er war für viele Ideen zu haben. Einzigartig seine Idee, die Teilnehmer der Marveld-ATB-Tocht mit ihren Fahrrädern direkt durch seine Kneipe fahren zu lassen. Seit zwölf Jahren ist das ein Publikumsmagnet. Aber auch für „Kunst bei Ludwig“ war er zu haben, in dieser Reihe stellten niederländische Künstler bei ihm aus. Überhaupt hatte Ludwig Reirink viele Kontakte in die Niederlande. Die lockere Art, die den Niederländern nachgesagt wird, lebte das Zwillbrocker Unikat schließlich selbst. Bis zuletzt mit viel Spaß am Leben.

  • Die Beerdigung ist am Mittwoch, 22. Januar. Um 14 Uhr beginnt der Gottesdienst in der Barockkirche St. Franziskus.
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