Mitten durch die Kneipe radeln

Ein perfekter Tag

Diese Radtour ist wirklich ungewöhnlich: Nicht nur, dass sie von Groenlo aus über die Grenze nach Zwillbrock führt: Mitten durch die Kneipe bei Reirink fahren die Radler. Das war auch für die Zuschauer spannend.

VREDEN

von von Susanne Menzel

, 30.12.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.

Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.

"Rot, rot, rot sind die Rosen...": Der niederländische Alleinunterhalter in der Schoppe neben der Kneipe Reirink müht sich redlich, sein sportlich gekleidetes Publikum zu unterhalten. Einige kleine Grüppchen schunkeln im Takt. Andere summen mit. Das Gros allerdings nutzt die kurze Pause, um sich mit Kaffee, Suppe oder holländischen Krentenbroodjes zu stärken. Die traditionelle Radtour des "Ren-Toer-Clubs" Groenlo beidseitig der Grenze glich auch gestern Vormittag wieder einem gemütlichen Austausch mit sportlichen Touch. Ein wenig Karneval - nur mit einheitlicher (Ver-)Kleidung und ohne Konfetti.

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Radtour durch die Kneipe

Es ist wahrlich eine besondere Radtour: Nicht nur über die deutsch-niederländische Grenze, sondern mitten durch Reirinks Kneipe in Zwillbrock führt alle Jahre wieder die Tour des „Ren-Toer-Clubs“ Groenlo. Das beschert nicht nur viele Sportler, sondern bei Reirink auch viele gut gelaunte Zuschauer.
30.12.2016
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Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Die Geschwister Wilmer aus Stadtlohn waren auch dabei.© Foto: Raphael Kampshoff
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Eindrücke von der grenzüberschreitenden Radtour, die auch durch die Kneipe Reirink in Zwillbrock führt.© Foto: Susanne Menzel
Die Geschwister Wilmer aus Stadtlohn waren auch dabei.© Foto: Raphael Kampshoff
Die Geschwister Wilmer aus Stadtlohn waren auch dabei.© Foto: Raphael Kampshoff
Die Geschwister Wilmer aus Stadtlohn waren auch dabei.© Foto: Raphael Kampshoff
Die Geschwister Wilmer aus Stadtlohn waren auch dabei.© Foto: Raphael Kampshoff
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An der Kontrollstelle bei Reirink teilen Absperrgitter die Gaststätte in zwei Teile. Rechts und links haben sich Zuschauer gemütlich an den Tischen und am Tresen niedergelassen, bejubeln jeden Radler, der auf seiner Fiets durch den Raum steuert.

"So ein gemütliches Event gibt es sonst nirgendwo", lacht Lisa Alfers. Die Legdenerin nutzt die Gelegenheit, um sich an diesem Tag mit ihren Geschwistern aus Ellewick zu treffen. "Meine vier Brüder sind schon in der Schoppe, wir wärmen uns hier bei einem Glühwein auf." Mit Kind und Kegel sind die Familien angereist. "Selbst die nächste Generation der Nichten und Neffen ist dabei", ist Lisa Alfers stolz. Seit neun Uhr ist die 66-Jährige schon vor Ort. "Wir bleiben bis zum frühen Nachmittag, ein Tänzchen ist garantiert noch drin", hofft die Seniorin.

Ein Tänzchen ist noch drin

Und während sie zwischen den Sätzen immer wieder ein fröhlich-lautes "Hallo" jubelt, schieben sich die Radler am Streckenposten vorbei. Einige sehen schon arg durchgefroren aus. Andere eher ein wenig müde. So wie der elfjährige Emil. "Wir sind heute Morgen zum ersten Mal bei dieser Tour aufs Rad gestiegen", wirkt seine Mutter Annette Laurich noch etwas munterer. "Trainiert haben wir vorher nicht." Ein Freund, so erzählt die Vredenerin, habe sie zu dieser Veranstaltung mitgenommen. 35 Kilometer stehen bei Annette Laurich und ihrem Sohn auf der Liste. "Beweg dich, Emil, sonst wirst Du kalt", fordert sie während des Gespräches ihren Sprössling immer wieder auf. Der Bub träumt scheinbar eher schon von seinem Bett statt von Bewegung. "Heute Abend geht's auf jeden Fall in die heiße Badewanne", verspricht ihm seine Mutter.

1200 Radler - darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche - haben die Veranstalter in diesem Jahr gezählt. 35, 45 und 55 Kilometer wollen sie an diesem Tag bewältigen. Über Rad- und Sandwege, Waldpfade und Felder. Mal mit mehr, mal mit weniger sportlichem Ehrgeiz. "Dabei sein ist alles", erzählen die Mitglieder des Klubs "Betreutes Radeln". Sie haben sich mit langen, bunt-gefärbten Bärten ausstaffiert und "sehen das Ganze eher als Spaß denn als total ernsten Wettkampf an".

"Betreutes Radeln"

Die Wetterverhältnisse konnten für die Pedalritter gestern jedenfalls besser nicht sein. "Morgens habe ich noch gedacht: Es ist viel zu kalt fürs Rad", gibt eine Teilnehmerin zu. "Aber als dann die Sonne raus kam und ich die klare Luft gesehen habe, da wusste ich: Das ist ein perfekter Tag."

Ähnliche Gedanken hatte auch Hans Gebbink. Der Niederländer kommt aus Tradition schon "seit fast 30 Jahren" hier vorbei: "Sonst sind meine Söhne und meine Enkel mitgefahren. Heute hatte keiner von denen Zeit." Für den 74-Jährigen allerdings kein Grund, zu Hause auf dem Sofa zu verharren: "Wer sich schon früh morgens so anstrengt, der hat auch Zuspruch verdient. Und ich bin hier, um Beifall zu spenden, Leute zu treffen und die Atmosphäre zu genießen. Wo kann ich all' dies besser als hier?"

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