Die zwei vom Brand betroffenen Einfamilienhäuser sind baulich miteinander verbunden. Ein Haus wurde von den Flammen komplett zerstört. © Madlen Gerick
Spendenbereitschaft

Nach Brand in Vreden: Enkelin ist überwältigt von Spendenbereitschaft

Eine Familie verlor durch den Brand in der Finkenstraße am Wochenende ihr Hab und Gut. Viele Menschen folgten deswegen einem Spendenaufruf auf Facebook und gaben Kleidung ab.

Fast 800 Mal wurde der Facebook-Post der Katholischen Kirchengemeinde St. Georg in Vreden seit Sonntag geteilt. In mehr als 70 Kommentaren bieten Menschen ihre Kleidung und andere Gegenstände an, oder fragen, welche Spenden noch benötigt werden. Nach dem Brand auf der Finkenstraße in der Nacht zu Sonntag war die Hilfsbereitschaft groß.

„Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet, das war überwältigend was da zusammen gekommen ist“, sagt die Enkelin eines der vom Brand betroffenen Ehepaare am Montag im Gespräch mit der Redaktion. Als am Sonntag nach zwölf-stündigen Löscharbeiten der Feuerwehr klar war, dass ihre Großeltern bei dem Brand alles verloren hatten, fragte die junge Frau zunächst bei Bekannten nach Kleiderspenden.

Facebook-Post der Kirchengemeinde St. Georg erreichte viele Menschen

Pastoralreferent Tobias Beck erfuhr davon. „Meine Frau und ich haben die Nachricht gesehen und wollten einfach helfen“, sagt er. Für sie war klar: Durch die Social-Media Kanäle der Kirchengemeinde können noch mehr Menschen erreicht werden. Außerdem sei es praktischer, wenn alle Spenden an einem zentralen Ort wie dem Pfarrheim zusammen kämen. In Absprache mit der Enkelin verfasste Tobias Beck dann den viel geteilten Facebook-Post.

Dass dadurch so viele Spenden zusammen kamen, kann auch der Pastoralreferent kaum fassen. „Ich kann keine Zahl nennen, aber das waren wirklich Unmengen. Sogar aus Hamminkeln sind Leute gekommen, um Kleidung abzugeben.“

Zwischen 16 und 18 Uhr am Sonntag konnten die Menschen die Spenden im Pfarrheim abgeben. Aber schon um halb vier hätten die ersten vor der Tür gestanden, erzählt Tobias Beck. „Und was ich wirklich schön fand: Das waren nicht nur Sachen, die im Keller rumlagen, sondern die Leute haben wirklich Sachen aus ihren Kleiderschränken abgegeben.“

Es wurde mehr gespendet als benötigt wurde

Im Pfarrheim wurde am Sonntag auch eine Spendendose aufgestellt. Mit Hilfe des Geldes können sich die Betroffen jetzt eine Erstausstattung zulegen, so die Enkelin. Sie ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. „Wir sind sehr dankbar für die ganzen Spenden! Meine Großeltern haben sich richtig gefreut.“

Tatsächlich wurde viel mehr gespendet, als von den betroffenen Familien gebraucht wird. Tobias Beck steht deswegen im Gespräch mit verschiedenen Vereinen, die die Spenden weiter verwenden können. Einigen hilfsbedürftigen Familien in Vreden konnte mit Kleidungsstücken schon geholfen werden.

Nachlöscharbeiten am Montag

Währenddessen war die Feuerwehr auch am Montagmorgen noch einmal vor Ort an der Finkenstraße, weil kleine Glutnester erneut aufgeflammt waren. Nach rund einer Stunde konnten die Nachlöscharbeiten wieder beendet werden.

Da die zwei baulich miteinander verbunden Einfamilienhäuser unbewohnbar sind, kommen die betroffenen Paare aktuell bei Familienmitgliedern unter. Sie seien alle wohlauf. Auch für die nächste Zeit haben sie schon eine Unterkunft gefunden.

Über die Autorin
freie Mitarbeiterin
Das Praktikum bei der Münsterland Zeitung hat mich für den Journalismus begeistert. Also ging es nach Dortmund, um Journalistik zu studieren. Wenn ich wieder in der Heimat bin, liebe ich es über Themen zu berichten, die die Menschen hier bewegen.
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Madlen Gerick

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