Firmengründer Hans-Georg Schepers (r.) und Geschäftsführer Carlo Schepers blicken nach dem Krisenjahr 2020 wieder optimistisch in die Zukunft. © Till Goerke
Wirtschaft & Corona

Nach hartem Corona-Jahr: Schepers GmbH hat die Krise abgeschüttelt

Die Corona-Krise hat auch das Vredener Unternehmen Schepers mit voller Härte getroffen. Weggebrochene Aufträge, Kurzarbeit und Ungewissheit zerrten an den Nerven. Doch Aufgeben war keine Option.

Mit voller Wucht hat die Corona-Krise auch das Vredener Unternehmen Schepers erwischt. Weggebrochene Aufträge, Kurzarbeit, viel Ungewissheit und Umsatzeinbußen zerrten sowohl bei den Verantwortlichen als auch bei den Mitarbeitern an den Nerven. Doch langsam kehrt die Hoffnung zurück.

Großes Problem für das auf die Montage von Laseranlagen zur Strukturierung von Druck-, Präge- und Dekorwalzen und zur Herstellung elektronischer Bauteil spezialisierte Unternehmen war in der Hochphase der Pandemie der Wegbruch des Exportmarktes. 90 Prozent der in Vreden montierten und in Betrieb genommenen Maschinen gehen ins Ausland.

Wegen Corona kaum Auslieferungen möglich

Reisebeschränkungen und Einreiseverbote in etlichen Ländern auf der Welt machten da auch nicht vor dem Unternehmen Schepers Halt. Ein Ausliefern war kaum möglich. Auch die Serviceteams konnten nicht zur Wartung oder Inbetriebnahmen von bereits verkauften Maschinen ausrücken.

Weiteres Problem: „Unsere Maschinen sind ein Hochinvestitionsgut“, so Firmengründer Hans-Georg Schepers. Schnell kommt da ein hoher sechsstelliger bis siebenstelliger Betrag zusammen. Geld, das längst nicht jeder Kunde in der Krise mal so eben übrig hatte. Viele Großinvestitionen wurden nach hinten gestellt.

„Es war schon eine bedrückende Situation voller Ungewissheit“, bringt es Geschäftsführer Carlo Schepers (33) auf den Punkt. Den Mitarbeitern und Kollegen sagen zu müssen, dass man nicht wisse, wie es weitergehe, sei dabei besonders belastetend gewesen.

Erfreulicherweise hätten aber viele Angestellte dem Unternehmen durch die Krise hinweg die Treue gehalten. „Wir haben unseren Mitarbeitern echt viel abverlangt, auch mit der Kurzarbeit, aber sie haben uns immer vertraut. Dafür sind wir sehr dankbar“, macht Carlo Schepers deutlich.

Vertrauen der Mitarbeiter zahlt sich aus

Ein Vertrauen, dass sich mit Blick auf die momentane Auftragslage ausgezahlt hat. In der Montagehalle in der Karl-Benz-Straße herrscht am Donnerstag (15. Juli) reger Betrieb. Es wird geschraubt, montiert und inspiziert.

Auch die Teams im administrativen Bereich haben wieder alle Hände voll zu tun, wie der Geschäftsführer berichtet. Darum wurde die monatelange Kurzarbeit für die 26 Festangestellten auch Ende Februar beendet.

Ein Blick in die Montagehalle der Firma Schepers, in der die großen Maschinen zusammengebaut und in Betrieb genommen werden.
Ein Blick in die Montagehalle der Firma Schepers, in der die großen Maschinen zusammengebaut und in Betrieb genommen werden. © Till Goerke © Till Goerke

Nach den erheblichen finanziellen Verlusten in 2020, die laut Geschäftsführer „am Rande der Handlungsfähigkeit gewesen sind“, geht es jetzt wieder spürbar bergauf. Die ersten Lockerungsschritte Ende 2020 haben dafür den Anstoß gegeben.

Zur Erklärung: Von der Auftragserteilung bis zur Fertigstellung der Maschinen dauert es mehrere Monate. „Wir arbeiten also gerade die Aufträge von Ende 2020 ab“, sagt Carlo Schepers. Insgesamt sei die Lage jetzt wieder deutlich besser. Es gebe eben keinen Stillstand mehr.

Auftragsbücher füllen sich wieder

Und dass sich die Auftragsbücher langsam wieder füllen, zeigt sich auch daran, dass Schepers jetzt sogar wieder aktiv nach qualifizierten Mitarbeitern sucht. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Viele zunächst aus Eis gelegte Langzeitprojekte laufen wieder an“, berichtet der Geschäftsführer.

Erst vor wenigen Tagen sei eine große Maschine zu einem Unternehmen nach Japan ausgeliefert worden. Dabei ist der asiatische Markt generell ein wichtiges Standbein für das Vredener Unternehmen.

Davon ab wird noch immer streng auf die Corona-Schutzregeln geachtet. Hände desinfizieren, Abstand und Maske gehören noch immer zum Alltag. Auch in der Montagehalle gibt es keine Ausnahme.

Maskenpflicht gilt noch immer

Dabei geht es natürlich um Vernunft und den zwingend notwendigen Arbeitsschutz. „Da möchten wir der Stadt Vreden einfach mal ein großes Dankeschön aussprechen“, so Carlo Schepers. Wann immer es Fragen zur Coronaschutzverordnung und den Vorschriften gegeben hätte, habe das Ordnungsamt geholfen.

„Es sind alle noch ein Stückchen näher zusammengerückt, um diese Krise irgendwie meistern zu können“, blickt der Geschäftsführer zurück. Dieser Zusammenhalt sei es auch gewesen, der das Firmenteam trotz all der Einschränkungen, finanziellen Verluste und Ungewissheit durch die Pandemie getragen habe.

Die tonnenschweren werden in Vreden montiert und im Ganzen zu den Kunden weltweit ausgeliefert.
Die tonnenschweren Maschinen werden in Vreden montiert und im Ganzen zu den Kunden weltweit ausgeliefert. © Schepers © Schepers

Und wer denkt, jetzt sei schon wieder alles im grünen Bereich, der hat die Rechnung ohne den überhitzen Markt gemacht. Viele Baustoffe sind durch die Krise zu einem raren Gut geworden. Das betrifft beispielsweise auch Halbleitern, die auch jene Lieferanten dringend benötigen, die Teile für Schepers herstellen.

„Da gibt es leider starke Verzögerungen in der Lieferung. Das bekommen wir grad zu spüren“, so der Geschäftsführer. Folge: Wohl nicht alle ehemals genannten Liefertermine werden eingehalten werden können. „Aber im Endeffekt sind wir einfach froh, dass es nach dem echten Krisenjahr wieder stark aufwärts geht.“

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