Nach Todesdrohung 46-Jährigem die Nase dreifach gebrochen

mlzSchlägerei vor Gaststätte

Nach einer wüsten Prügelei vor einer Gaststätte an der Wüllener Straße ist ein 46-jähriger Vredener erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. Seine Nase war dreifach gebrochen.

Vreden

, 22.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Keinerlei Erinnerung will ein 46-jähriger Vredener an die Prügelei vor einer Gaststätte an der Wüllener Straße haben. Der Familienvater erlitt dabei nach eigenen Angaben einen dreifachen Nasenbeibruch.

Vor dem Ahauser Amtsgericht ging es am Freitag um den Strafbefehl gegen den Vredener. Der soll nach einer Schlägerei 40 mal 30 Euro als Strafe zahlen und hat dagegen Einspruch eingelegt.

Jetzt lesen

Was ist passiert: Am ganzen Körper zitternd und unter Tränen schilderte eine 29-Jährige als Zeugin des Geschehens in der Nacht des 16. Februar 2020. Sie ist zugleich Opfer und Nebenklägerin in dem Verfahren.

Direkt nach Ankunft Beleidigungen

Mit dem Taxi sei sie mit ihrem Lebensgefährten zu der Gaststätte gefahren. Als sie ausgestiegen waren, hörten sie Rufe und Beleidigungen. „Ich fühlte mich nicht angesprochen, weil ich den Mann nicht kannte“, schilderte die Zeugin.

Das änderte sich, als der 46-Jährige sich dem Paar näherte, sie konkret ansprach, am Arm zog und schließlich gegen den Kopf der Frau schlug. Dabei stieß der Vredener weiter Beleidigungen aus.

Ihr Lebensgefährte sei dazwischen gegangen, berichtete die Frau. Sie wollte danach mit ihm zum Eingang des Lokals gehen. Dann habe sie einen Tritt oder ähnliches in den Rücken bekommen und sei zu Boden gegangen, so die Frau weiter.

Noch heute kann sie nicht verstehen, was der 46-Jährige von ihr wollte. In der Tatnacht jedenfalls sagte der Mann ihr nicht, warum er so hasserfüllt auf sie losging.

32-Jähriger stellte sich zwischen die Kontrahenten

Ein 32-jähriger Vredener ging schließlich dazwischen. Der berichtete dem Gericht von einer „Schubserei“, auf die er aufmerksam geworden sei. Er habe sich dann zwischen die Kontrahenten gestellt. Als er dachte, die Sache im Griff zu haben, habe der 46-Jährige Vergewaltigungs- und Morddrohungen gegen die 29-Jährige ausgesprochen. Da sei deren Lebensgefährte „ausgerastet“.

Der, ein 31-jähriger Vredener, bestätigte dem Gericht, dass ihm da „die Nerven durchgegangen“ seien. Folge waren massive Schläge gegen den 46-Jährigen, der nach eigenen Angaben „erst am Morgen im Krankenhaus wieder aufgewacht“ ist. „Es tut mir Leid, dass ich die Nerven verloren habe“, sagte der 31-Jährige in Richtung des 46-Jährigen.

Jetzt lesen

Dem empfahl der Richter, sich nach den gehörten Zeugenaussagen, zu überlegen, ob er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl nicht zurücknehmen wolle. „Sie haben mit dem Strafbefehl relativ Glück“, meinte der Richter. Er ergänzte, dass es bei einem möglichen Urteil wegen Beleidigung und Bedrohung in Tateinheit mit Körperverletzung „sicher teurer wird“.

Vredener nahm Einspruch gegen Strafbefehl nicht zurück

Nach Rücksprache mit seinem Anwalt ließ sich der Vredener nicht auf das Angebot des Richters ein. Sein Anwalt beantragte weitere drei Zeugen zu hören, die seinen Mandaten möglicherweise entlasten könnten.

„Das bin nicht ich“, erklärte der Vredener dem Gericht zum Auftakt, dass die ihm vorgeworfene Tat, die Beleidigungen, die Drohungen und auch die Prügelei nicht seinem Naturell entsprechen. „Frauen schlagen, das geht gar nicht“, beteuerte der 46-Jährige.

Für ihn kann es sich nur um eine Verwechslung handeln oder „es ist was mit denen gewesen und ich bin dazwischen gegangen“, so sein Erklärungsversuch. Er sehe die 29-jährige Vredenerin im Gerichtssaal zum ersten Mal.

So recht glauben mochte der Richter dem Vredener aber nicht. Eine Vernehmung durch die Polizei sei in der Tatnacht nicht möglich gewesen, weil er „ausgerastet“ sei. Der Anwalt des Vredeners begründete das mit seinen Verletzungen: Gebrochene Nase, Rippenprellungen und Verletzungen am Knie.

46-Jähriger hat noch Folgeschäden nach der Nacht im Februar

Der Vredener berichtet von einem Tinnitus seit der Nacht im Februar. Außerdem habe sich sein Gehör so verschlechtert, dass er nun beidseitig Hörgeräte trage.

Die Aussagen des 32-Jährigen Zeugen, der dazwischen ging, waren eindeutig. Ob weitere Zeugen beim nächsten Termin mehr Licht ins Dunkel bringen, muss sich erst herausstellen. Fest steht, dass beide Kontrahenten auch dem Alkohol gut zugesprochen hatten.

Lesen Sie jetzt