Nachricht per SMS von Elias

Aus dem Iran

Der sechsjährige Elias, der Anfang August von seinem leiblichen Vater entführt worden ist, könnte sich zurzeit im Iran aufhalten. Seine Mutter hat per SMS eine Nachricht erhalten: „Ich bin im Iran. Mir geht es gut.“ Auch ist mittlerweile klar, dass der Junge mit falschen Papieren nach Ankara geflogen ist: Eine 38-jährige Münsteranerin hat zugegeben, dem aus der Türkei stammenden Vater von Elias dabei geholfen zu haben.

VREDEN

02.09.2011, 12:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nachricht per SMS von Elias

Wird seit 5. August vermisst: Der sechsjährige Elias aus Vreden. Sein leiblicher Vater hat ihn ins Auslang entführt.

Ob der Mann allerdings in Begleitung eines Kindes gewesen sei, habe die Zeugin nicht feststellen können – dessen Auto sei zu weit entfernt gewesen. Die deutsche Botschaft in Teheran habe zugesagt, die iranischen Behörden um entsprechende Auskünfte und Fahndungen zu ersuchen, so Lechtape und Rentmeister weiter. Ein weiterer Baustein in dem Fall ist jetzt klar: Der Vater von Elias hat bei der Entführung seines Sohns Hilfe von einer ehemaligen Lebensgefährtin erhalten.  Als er am 4. August vom Flughafen „Schiphol“ in Amsterdam nach Ankara geflogen ist, wurde er von einer 38-jährigen Frau aus Münster begleitet – und auch auf den Namen ihres achtjährigen Sohnes war ein Flugticket gebucht worden. Die Ermittler fanden heraus, dass die Frau zumindest zeitweise die Lebensgefährtin des Beschuldigten war. So kam der Verdacht auf, dass Elias mit Hilfe des Kinderreisepasses des Sohnes der Münsteranerin ausgereist war. Auf richterlichen Beschluss hin gab es dazu eine Durchsuchungsaktion. Die 38-Jährige gab in ihrer Vernehmung zu, Beihilfe zu der Tat geleistet zu haben.

Sie und der Vater von Elias hätten dem Sechsjährigen erklärt, dass man zum Legoland fliegen wolle und dass seine Mutter vergessen habe, ihm seinen Ausweis mitzugeben. So habe sich Elias einverstanden erklärt, sich bei Nachfragen als Sohn der 38-Jährigen auszugeben. Die Münsteranerin gab an, von Elias’ Vater zur der Tat genötigt worden zu sein. Gegen die 38-Jährige werde nun wegen Beihilfe zur Entführung des Kindes ein Strafverfahren eingeleitet, so die Staatsanwaltschaft. Der 36-jährige, aus der Türkei stammende Mann hatte in Münster gelebt.

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