Familie Herick bietet Blühpatenschaften zur Steigerung der Artenvielfalt an. Hier zu sehen: Jonathan und Josef Herick (v.l.). © privat
Artenschutz-Projekt

„Natürlich Vreden“: Familie Herick bietet Blühpatenschaften an

Mehr Umweltschutz und mehr Artenschutz – das wünschen sich heutzutage immer mehr Verbraucher. Deshalb bietet Jonathan Herick mit dem Projekt „Natürlich-Vreden“ genau das jetzt an.

Immer mehr Menschen wünschen sich Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Steigerung der Artenvielfalt. Das war für Familie Herick aus Vreden Anlass, etwas zu unternehmen.

Blühpatenschaften übernehmen

Jonathan Herick (23) kommt vom elterlichen Bauernhof in Köckelwick und studiert in Osnabrück Landwirtschaft. Zusammen hat die Familie das Projekt „Natürlich Vreden“ ins Leben gerufen. Den Hut hat aber der 23-Jährige auf.

Das Projekt bietet Blühpatenschaften an, die auf einer hofeigenen Fläche am Hof Herick in Vreden übernommen werden können. Dafür verzichtet der Betrieb auf die Einnahmen aus dem eigentlichen Ertrag auf der Fläche. Ein Quadratmeter kostet Paten ein Euro. Dafür sät Familie Herick die Blühmischung aus.

Menschen wünschen sich mehr Artenschutz

„Vorgenommen hatten wir uns das schon vor ein paar Jahren, als ein Bekannter etwas ähnliches in einer anderen Region gesehen hatte“, sagt Jonathan Herick im Gespräch mit der Redaktion. Da die Familie offen ist für Neues und bereit, Ideen, die einen Mehrwert für die Natur haben, umzusetzen, hat sie sich dazu entschlossen, das Projekt jetzt anzugehen.

Blühstreifen auf und entlang von kommunalen Flächen – das ist nur ein Ziel des Vereins
Blühstreifen auf und entlang von kommunalen Flächen – das ist nur ein Ziel des Vereins „Kulturlandschaft Vreden“. Ein solcher Verein soll nun auch für Südlohn-Oeding gegründet werden. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Vor allem habe man in der letzten Zeit gemerkt, dass die Menschen sich mehr Artenschutz wünschen. „Da fragt man sich, was man als Betrieb ändern kann, ohne ein zu großes betriebswirtschaftliches Risiko einzugehen“, so Jonathan Herick. Unterstützt wird das Projekt „Natürlich Vreden“ von dem Bekannten, der die Familie auf die Idee brachte.

So funktioniert die Aktion

Aber wie genau funktioniert das jetzt? Jeder, der möchte, kann eine Blühpatenschaft übernehmen – Privatpersonen und Unternehmen. Jeder kann so viele Quadratmeter übernehmen, wie er möchte. Aber es gibt auch Pakete, die Familie Herick anbietet.

„Die Pakete haben dann die Größe 10 Quadratmeter, 25 Quadratmeter, 50 Quadratmeter und 100 Quadratmeter“, sagt der Student. „Es haben sogar schon Privatleute 100-Quadratmeter-Pakete übernommen, einfach, weil sie die Aktion klasse finden“, sagt Jonathan Herick. Wer gerne eine Blühpatenschaft verschenken möchte, der kann das in Form einer Geschenkkarte.

80 verschiedene Pflanzen

Unternehmen bekommen ein Zertifikat. Es bescheinigt, dass sie lokalen Umweltschutz auf so und so viel Quadratmetern fördern. Zusätzlich werden alle Blühpaten auf der Homepage (www.natuerlich-vreden.de) aufgelistet und auf einem Schild an der Blühfläche, wenn sie es möchten.

Das „Natürlich-Vreden“-Logo. Plakate mit diesem Logo werden bald in der Nähe der Blühfläche aufgestellt.
Das „Natürlich-Vreden“-Logo. Plakate mit diesem Logo werden bald in der Nähe der Blühfläche aufgestellt. © privat © privat

Die vorgesehene Fläche soll in fünf Bereiche eingeteilt werden, auf die zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Saatmischungen gesät werden. Insgesamt werden so 80 verschiedene Pflanzen auf der Fläche stehen, und den Grundstein für eine biologische Artenvielfalt bilden. „So sorgen wir dafür, dass auf einer zusammenhängenden Fläche immer etwas blüht“, so der 23-Jährige.

Aktion wird gut angenommen

Das ist besonders wichtig für Wildtiere, die Fläche bietet ihnen Schutz. Geplant ist außerdem ein kleiner Weg aus Gras, auf dem können Spaziergänger und Unterstützer der Aktion gehen und die Blütenpracht bestaunen. Außerdem wird es eine Art Parkplatz geben, sodass man auch mit dem Fahrrad oder mit dem Auto kommen kann. Eine Wildtiertränke in Form einer kleinen offenen Wasserfläche ist ebenfalls geplant.

„Die Aktion läuft seit kurz vor Weihnachten und wird bisher gut angenommen“, sagt Jonathan Herick. Bisher haben Paten 14 Prozent der Blühflächen übernommen. „Wir würden uns über weitere Unterstützung sehr freuen“, so Herick. Ein Großteil der Aussaat wird aller Voraussicht nach im April stattfinden.

Landwirtschaft und Verbraucher

Wenn Interesse besteht, überlegt Familie Herick eine Begehung der Fläche mit Erläuterungen zur Blühfläche anzubieten. „Das wäre auch etwa für Schulklassen denkbar“, sagt Jonathan Herick. Wird dir Aktion weiterhin gut angenommen, plant Familie Herick die Fortführung in den kommenden Jahren. „Die Aktion zeigt wozu die Landwirtschaft beitragen kann, wenn der Verbraucher mitmacht“, sagt Jonathan Herick.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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