Neue Technik und mehr Anbieter helfen Stadt Vreden bei EPS-Bekämpfung

mlzEichenprozessionsspinner

Womöglich sorgte das Thema Corona-Krise dafür, dass der Eichenprozessionsspinner im Sommer kaum eines war. Erfolgreiche Maßnahmen sorgten in Vreden aber auch für eine geringere Ausprägung.

Vreden

, 18.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Vorsichtig optimistisch“ hatte sich der Erste Beigeordnete der Stadt Vreden, Bernd Kemper, bei seinem Zwischenfazit zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) Anfang Juli gezeigt. Und diese Prognose sollte sich Stand jetzt, nach dem Hochsommer, als die richtige erweisen. „Man kann schon sagen, dass die getroffenen Maßnahmen ihre Wirkung nicht verfehlt haben“, berichtet der zuständige stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Jan Wenning.

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Veranschlagt waren für präventive Maßnahmen und die Bekämpfung des EPS – wie zum Beispiel für die Beseitigung von Nestern – durch den Bauhof 30.000 Euro – „damit sind wir auch hingekommen“, erklärt Wenning. Zusätzlich hätte gar noch ein Sauger seitens des Bauhofs für Notfälle angeschafft werden können.

Größeres Einsatzgebiet dank neuer Technik

Dass die Präventivmaßnahmen in diesem Jahr sehr gut gewirkt haben, dafür macht Jan Wenning auch die neue Technik verantwortlich. Mithilfe einer am Heck eines Treckers montierten Turbine wurden die Biozide in die Baumkrone quasi „geschossen“. „So konnte das Einsatzgebiet im Vergleich zum Vorjahr deutlich erweitert werden, sicher auch ein Grund für niedrigere Fallzahlen.

Dadurch konnten auch Stellen, an denen der Eichenprozessionsspinner in den vergangenen Jahren sehr aggressiv und trotz vorheriger Maßnahmen wieder aufgetreten war, vom EPS nachhaltig befreit werden“, so Wenning. Dies waren zum Beispiel die Stellen „Amselweg“ und „Rentmeisterskamp“. Die Anwohner dort hätten „positive Rückmeldungen gegeben“. Die Bedarfsmeldungen vergangener Jahre lieferten gute Hinweise für Präventivmaßnahmen des Folgejahres.

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Zudem setzte die Stadt Vreden erstmals auf sogenannte EPS-Fallen. Diese wurden vornehmlich an Schulen und Spielplätzen aufgehängt. Einige wenige Fallen hätten durchaus gezeigt, dass sie erfolgversprechend sein können, da an den behandelten Bäumen bisweilen kein großer Befall war. „Allerdings war die Falle nicht an allen Bäumen so wirkungsvoll und teilweise sind die Eichenprozessionsspinner einfach an den Fallen vorbeigegangen“, berichtet Wenning auch.

Wachsender Markt spielt Kommunen in die Karten

88 Meldungen waren im Vorjahr gemeldet worden, 2020 waren es bisher 63. Jan Wenning hat dafür eine weitere Erklärung neben den wirkungsvollen Präventivmaßnahmen: die erfolgreiche nachträglichen Bekämpfung. „Mit dieser hatten wir bereits frühzeitig begonnen.“ Temporär hohe Befallsmeldungen habe es in diesem Jahr nicht gegeben. „Es gab nur wenige Tage, an denen es sehr warm war und viele Leute unterwegs waren.“ Wohl auch ein wenig Corona geschuldet.

In die Karten hätte der Stadt auch der wachsende Markt gespielt, so Jan Wenning: „Es war in diesem Jahr einfacher, Unternehmen zu beauftragen, da sich ganz einfach mehr Firmen auf das Entfernen der Nester spezialisiert haben. Demnach war das Angebot ein ganz anderes als im Vorjahr.“

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Mit Blick auf das kommende Jahr wäre ein „knackiger Winter“ einmal förderlich: „Die Witterung im vergangenen Winter hängt spürbar mit den Befallszahlen zusammen. Sollte es einmal wieder einen sehr kalten Winter geben, wird es sicherlich spannend zu beobachten, wie sich die Befallszahlen dann entwickeln.“

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