Neue Wege der Glaubensverkündigung

VREDEN Im gut gefüllten Pfarrheim St. Georg fand jetzt eine sehr interessante Podiumsdiskussion statt: Der Frage nach dem Sinn und den neuen Wegen der Glaubensverkündigung wurde nachgegangen. Vertreter der katholischen Kirche und der islamischen Gemeinde Ahaus diskutierten mit vielen Zuhörern.

19.03.2009, 12:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neue Wege der Glaubensverkündigung

Das Podium diskutierte mit dem Publikum Fragen zur Glaubensweitergabe.

Durchaus selbstkritisch reflektierten sowohl Pater Wilhelm Ruhe vom Franziskanerkloster Bardel als auch Jost-Blome vom Bistum Münster das Verständnis und die Erscheinungsform von Mission in einigen Perioden der Kirchengeschichte.

Eckpunkt heutiger Glaubensverkündigung sei eine absolute Option für die Armen, die im globalen Wirtschaftsprozess nutzlos und überflüssig geworden seien. Mission bewirke ihnen gegenüber eine Verpflichtung zur Solidarität. Bei Mission gehe es nicht um Quoten und Machterhalt der Kirche, sondern die Verkündigung des Evangeliums zeige den suchenden Menschen Lebenswege auf, gebe Antwort auf Sinnfragen und das Vertrauen auf die Geborgenheit unter dem Schutz des Schöpfergottes.

Beeindruckend war der gesungene Vortrag einer Sure aus dem Koran durch den Imam der Türkisch-Islamischen Kulturgemeinde Ahaus Muammar Dastan. Als Vorsitzender dieser islamischen Gemeinde war Enver Gürbüz auch als Dolmetscher für seinen Imam tätig. Gürbüz sagte, dass der Aufgabe der Mission im Islam bei weitem nicht die Bedeutung zukomme wie im Christentum, wo sie fester Bestandteil der Religion ist.

Im zweiten Teil des Gesprächs ging es um Glaubensweitergabe an die nachfolgende Generation. Die häufig so traditionelle und kultische Sprache der Kirche werde vor allem von der Jugend kaum mehr verstanden, so dass in der Weitergabe des Glaubens deutlich Risse entstünden, hieß es. Einig waren sich die Vertreter des Christentums und des Islam, dass Werke der Barmherzigkeit, beziehungsweise eine eindeutige Option der Kirche für die Armen eine Sprache wäre, die auch heute über viele Millieus hinweg verstanden würde. Zum Ende hin wurden viele Fragen gestellt. Es zeigte sich, wie wichtig ein solcher Austausch zwischen den Religionen und letztlich zwischen Kulturen ist, um menschliche Grenzen und Unsicherheiten zu überwinden und eine Verständigungsbasis über Kulturen hinaus zu entwickeln.

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