Norbert Wesseler (SPD) will endlich seinen Traumjob als Bürgermeister von Vreden

mlzKommunalwahl 2020

Die SPD hat Norbert Wesseler (60) als Bürgermeisterkandidaten vorgeschlagen. Der Vredener tritt bereits zum vierten Mal an. Uns hat er erklärt, warum Bürgermeister in Vreden sein Traumjob ist.

Vreden

, 29.02.2020, 14:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Fotos hat Norbert Wesseler an diesem Samstagmorgen nicht so richtig Lust. Es dauert ihm zu lange. Der 60-Jährige will lieber erklären, warum er zum vierten Mal als Bürgermeisterkandidat für die SPD Vreden antritt: „Bürgermeister in Vreden ist einfach mein Traumjob.“

Der Vorstand der SPD hat den Vredener am Freitagabend als Kandidaten für die Kommunalwahl nominiert. Die Mitglieder sollen ihn am 22. März offiziell wählen. Dann würde Norbert Wesseler nach 1999, 2004 und 2009 bereits zum vierten Mal als Bürgermeister-Kandidat antreten.

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Er selbst hat die Jahreszahlen gar nicht mehr im Kopf, trotzdem sind die Erinnerungen hängen geblieben. „Ich habe verloren. Das war hart, aber ich bin drüber weggekommen“, sagt Norbert Wesseler. Dass er es nochmal probiert, hängt mit seiner Heimatliebe zusammen. „In einer anderen Stadt würde ich den Job nicht machen wollen.“

Norbert Wesseler ist Polizeipräsident in Düsseldorf

Im Moment arbeitet er als Polizeipräsident in Düsseldorf. Der kinderlose 60-Jährige wohnt jedoch mit seiner Lebensgefährtin in Gaxel ganz in der Nähe seines Elternhauses. Er hat am Vredener Gymnasium sein Abitur gemacht und danach in Münster, Speyer und Dublin Jura studiert. Nach dem Referendariat hat er bei der Bezirksregierung in Münster und im Innenministerium in Düsseldorf gearbeitet.

Dort war er unter anderem für die Kommunalaufsicht zuständig und hat an der neuen Gemeindeordnung mitgearbeitet. „Ich habe mit dafür gesorgt, dass Bürgermeister direkt gewählt werden. Ich wusste ja auch, dass ich als SPD-Mann in Vreden vom Rat niemals gewählt werden würde“, meint er.

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Aber auch die Direktwahl hat bislang für ihn nicht funktioniert. Einen Fehler in seinem Wahlkampf sieht der 60-Jährige jedoch nicht. „Für die Gegend hier habe ich vielleicht einfach die falsche Partei“, so Norbert Wesseler, der seit den 90er-Jahren Mitglied in der SPD ist. Dabei ist er einer Meinung mit dem Fraktionsvorsitzenden Reinhard Laurich, wenn der sagt: „Den Bürgermeister sollte man unabhängig von der Partei wählen. Da geht es um die Person.“

Und als Person sieht sich Norbert Wesseler durchaus geeignet für den Job. „Ich glaube, dass ich das kann. Ich bin ein Verwaltungsmensch, da habe ich viel Erfahrung.“ Er möchte als Bürgermeister eine zukunftsfähige Verwaltung gestalten.

Mit Themen hält Norbert Wesseler sich noch zurück

In der Kommunalpolitik ist der 60-Jährige bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Als Mitarbeiter im Innenministerium durfte er sich nicht in den Stadtrat wählen lassen. Deswegen kann er beim Gespräch am Samstag auch noch nicht viel dazu sagen, für welche Themen er sich als Bürgermeister einsetzen möchte.

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„Ich will mich nicht vor den Themen drücken und ich habe auch eine Meinung, aber ich bin da noch nicht so drin wie jemand, der seit 20 Jahren im Rat ist. Ich will auch keine leeren Versprechungen machen. Man muss gucken, was sich umsetzen lässt“, erklärt er. Das Wahlprogramm möchte er schreiben, wenn er mehr Hintergrundwissen hat.

Als Bürgermeister will er die Vredener mehr einbinden

Im Laufe des Gespräches werden dann aber doch noch ein paar Standpunkte deutlich. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht abgehängt werden“, sagt er mit Blick auf die ländliche Struktur, die Grenzlage und die fehlende Bahnanbindung. Auch die Entwicklung der Innenstadt und die positive Zusammenarbeit mit den Niederlanden liegen ihm am Herzen.

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Außerdem möchte er die Vredener mehr einbinden. „Die Leute haben ja nicht generell keine Lust auf Politik, sie wollen mitgestalten“, sagt Norbert Wesseler und verweist auf den Bürgerentscheid zum Schulcampus und die Petition in Sachen Einwegbecher auf der Kirmes.

Genau dieses Mitgestalten ist auch seine eigene Motivation: „Das ist eine Herzensangelegenheit, in der eigenen Heimatgemeinde etwas bewegen zu können.“

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