Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Norbert Wessels möchte das Vergängliche in seinen Bildern festhalten

mlzKunstausstellung

Der Vredener Künstler Norbert Wessels zeichnet gerne alte Bauernhäuser und historische Gebäude. Die Stadt Weimar bietet ihm dabei immer neue Motive – anders als Vreden.

Vreden

, 09.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Was in Vreden begann, zieht inzwischen seine Kreise bis nach Ostdeutschland. Norbert Wessels zeichnet schon lange nicht mehr nur Vredener Motive, sondern arbeitet auch in Quedlinburg und Weimar. Jetzt stellt er eine Auswahl seiner Werke in Weimar aus.

Norbert Wessels ist bescheiden. Seinen Namen möchte er eigentlich gar nicht so gerne in der Öffentlichkeit lesen, bei der Bezeichnung Künstler windet er sich ein bisschen. Dabei ist er genau das. Er zeichnet, er malt und er macht sich Gedanken über die Bedeutung seiner Werke.

Nach der Wende zieht es ihn nach Ostdeutschland

1978 hat er den ersten Kalender in Vreden veröffentlicht, gefüllt mit Zeichnungen von Vredener Straßen- und Gebäudeansichten. Beim Blättern wird sofort deutlich: Heute sieht einiges anders aus. Und genau darum geht es Norbert Wessels: „Ich möchte das Alte, das irgendwann verfällt, zumindest auf meinen Bildern erhalten.“ Das wiederum ist auch der Grund, warum er heute vor allem in Weimar unterwegs ist. „Da gibt es noch viele geschichtsträchtige Gebäude und da stehen riesige Bäume mitten in der Stadt. In Vreden wurde vieles abgerissen und Bäume dürfen hier gar nicht erst groß werden“, meint er.

Norbert Wessels möchte das Vergängliche in seinen Bildern festhalten

Norbert Wessels hat sich in seinem Gartenhaus ein Atelier eingerichtet. Das Gartenhaus von Goethe in Weimar hat er auf ungewöhnliche Weise von hinten gezeichnet. © Victoria Thünte

Nach der Wende zieht es den Vredener nach Ostdeutschland. Von Städten wie Quedlinburg oder Weimar ist er direkt begeistert. Er zeichnet, lernt viele Menschen kennen und lässt sich schließlich ermutigen, auch in diesen Städten weit weg von der Heimat Kalender zu veröffentlichen. Im ersten Jahr verkauft er in Weimar bereits über tausend Stück. Seit 20 Jahren macht er das nun, jedes Jahr kommen neue Motive dazu.

Zu jedem Bild eine Geschichte

Zu jedem seiner Bilder kann Norbert Wessels auch eine Geschichte erzählen. Zum Beispiel über die Brücke, auf der sich ein Pärchen zum ersten Mal begegnet ist. Oder über das Kinderheim, in dem sich ein Junge und ein Mädchen kennengelernt haben. Heute sind sie verheiratet. Den Kotten Schlütter, der heute im Vredener Stadtpark steht, hat er noch an seinem ursprünglich Standort in Südlohn gezeichnet – und betreten. „Der Bauer kam auf einmal raus, hat am Brunnen Wasser geholt und mich reingewunken“, erinnert sich Norbert Wessels.

Norbert Wessels möchte das Vergängliche in seinen Bildern festhalten

Auch die alte Vikarie hat Norbert Wessels schon gezeichnet. © Norbert Wessels

Früher war er im Münsterland mit einem alten Kirmeswagen unterwegs, immer auf der Suche nach neuen Motiven. Bauernhöfe in Bocholt, Münster oder Burgsteinfurt hat er besucht und gezeichnet. Für seine Bilder wählt er gerne ungewöhnliche Perspektiven. Das Gartenhaus in Weimar, der erste eigene Wohnsitz von Goethe, zum Beispiel hat er von hinten festgehalten. „Es gibt so viele Bilder von diesem Gartenhaus, aber keines von hinten“, sagt Norbert Wessels.

Bleistiftzeichnungen und abstrakte Kunst

Die alten Gebäude liegen ihm am Herzen, die Bleistiftzeichnungen davon allerdings sind eigentlich gar nicht so sein Ding. Seine Leidenschaft ist die abstrakte Kunst auf großen Leinwänden und mit vielen Farben. Doch genau dieser Gegensatz spricht den Künstler in ihm an. „Bei den Zeichnungen muss ich sehr genau arbeiten, bei der abstrakten Kunst bin ich sehr frei. Diese Extreme finde ich gut“, sagt Norbert Wessels.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt