Wenn am Freitag vor Kirmes in Vreden noch eine hochkarätig besetzter Termin stattfindet, muss es schon etwas besonderes sein: Die Bürgerstiftung freut sich über 104.000 Euro Landesmittel.

Vreden

, 01.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das musste selbst der Vorstand der Bürgerstiftung einräumen: „Freitags vor Kirmes ist schon ein ungewöhnlicher Termin“, sagte Hermann Pennekamp am Freitagmittag im Alten Rathaus.

Doch die NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach hatte sich angekündigt, um der Bürgerstiftung den Heimat-Scheck zu überbringen, und da muss sich selbst die Vorfreude auf die Vredener Kirmes hinten anstellen.

104.000 Euro für die Ideen auf dem alten Friedhof

Ina Scharrenbach hatte tatsächlich einen beeindruckenden Scheck dabei: 104.000 Euro bekommt die Bürgerstiftung Vreden, um ihr Projekt „Garten der Ruhe“ auf dem alten Friedhof weiter umzusetzen. Die Mittel sollen unter anderem in neue Wege und Anpflanzungen sowie neue Bänke fließen. Insgesamt zehn Einzelmaßnahmen werden durch den Heimat-Scheck, ein Baustein des Förderprogramms „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen.“, gefördert.

Die ersten Planungen für die neue Nutzung des alten Friedhofs stammen noch aus dem Jahr 1996. „Da gab es die Bürgerstiftung noch gar nicht“, erinnerte Hermann Pennekamp. 2008 gab die Bürgerstiftung dann die ersten Planungen in Auftrag, 2010 wurden die ersten Arbeiten umgesetzt. 2015 wurde das Kriegerehrenmal versetzt, 2017 wurden neue Wege angelegt und neue Tore aufgebaut.

Erinnerung wach halten

Das Projekt sei auch so wichtig, um das Leid der Bevölkerung im 20. Jahrhundert in Erinnerung zu halten. „Die Generation, die das noch miterlebt hat, stirbt uns weg“, erklärte Hermann Pennekamp.

Ideale Verbindung aus Tradition und Moderne

Für die NRW-Heimatministerin ist das Projekt „Garten der Ruhe“ die ideale Verbindung aus Tradition und Moderne. „So, wie Sie es hier in Vreden schon mit dem Kult bewiesen haben“, lobte sie die Vredener. Als alter Friedhof sei die Fläche so etwas wie das Gedächtnis der Stadt.

„Durch die neue Nutzung können Sie Menschen in der Stadt in Verbindung bringen“, sagte sie. Nur durch dieses Engagement werde der Begriff Heimat überhaupt erst zum Leben erweckt.

Mittel fließen in Wege, Pflanzen und Bänke

Insofern sei es ihr eine große Freude, der Bürgerstiftung genau dafür den Heimat-Scheck zu überreichen. Der war auch exakt in der Summe dotiert, die die Bürgerstiftung beim Land für die Arbeiten im Garten der Ruhe beantragt hatte.

Dass das Projekt gefördert werde, hatte Hermann Pennekamp schon so im Gefühl. Schließlich habe ihm die Ministerin auf ein Schreiben, in dem er die Idee hinter dem Projekt geschildert hatte, schon geantwortet – persönlich. „Und das ist ja nicht selbstverständlich“, erklärte er gerührt.

Neuer Schwung für das Projekt

Klaus Ostendorf, ebenfalls Vorstand der Bürgerstiftung, fasste es am Rand der kleinen Feierstunde zusammen: „Wir haben ja noch eine ganze Reihe anderer Projekte, aber durch diese Förderung müssen wir jetzt im Garten der Ruhe etwas tun. Es geht weiter“, freute er sich.

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