Offsite kommt nach Vreden – Dafür wird ein Gebäude am Markt abgerissen

mlzVredener Innenstadt

Am Vredener Marktplatz soll in einem Neubau ein Ableger der Ahauser Bar Offsite entstehen. Das neue Gebäude wird laut Plänen deutlich breiter und höher als das Haus, das dort jetzt steht.

Vreden

, 08.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das nächste Großprojekt am Marktplatz in Vreden steht in den Startlöchern. Der Eigentümer möchte das Haus am Markt 9 abreißen und dort einen Neubau mit Gastronomie und Wohnungen errichten. Ins Erdgeschoss wird ein Ableger der Ahauser Tobit-Bar Offsite ziehen.

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Die Pläne sind als Sitzungsvorlage für den Bauausschuss am Dienstagabend, 9. Juni, einzusehen. Darin ist auch ersichtlich, dass das neue Gebäude deutlich größer werden soll als das bestehende. In Zahlen heißt das: 16 Meter hoch und 12 Meter breit.

Ein ganzes Geschoss mehr als umliegende Häuser

Der Größenunterschied ist vor allem von der Neustraße aus zu sehen. Denn das neue Gebäude hat ein ganzes Stockwerk mehr als die anderen Häuser in dieser Straße. Geplant sind insgesamt drei Vollgeschosse plus ein Geschoss unter dem Satteldach. Während im Erdgeschoss Gastronomie geplant ist, sollen in den oberen Stockwerken insgesamt acht Wohnungen zwischen 56 und 87 Quadratmetern entstehen.

Von der Neustraße aus ist zu sehen, dass der Naubau ein ganzes Geschoss mehr haben soll als die umliegenden Häuser.

Von der Neustraße aus ist zu sehen, dass der Naubau ein ganzes Geschoss mehr haben soll als die umliegenden Häuser. © Weitkamp und Partner

Zum Markt hin orientiert sich das neue Gebäude an der bestehenden Bebauung. Die Höhen stimmen hier nahezu überein. Doch der Baukörper wird deutlich breiter als das jetzige Haus. Laut Sitzungsunterlagen ist die Fassade bislang 9,65 Meter breit. Beim Neubau sollen es 12 Meter werden.

Das Gebäude am Markt 9 soll für einen Neubau abgerissen werden.

Das Gebäude am Markt 9 soll für einen Neubau abgerissen werden. © Weitkamp und Partner

Damit verstößt das Gebäude auf mehreren Ebenen gegen die Vorgaben. Zum einen werden die Baugrenzen nicht eingehalten. Zum anderen überschreiten die Planungen die Vorgaben bei der sogenannte Geschossflächenzahl (GFZ). Diese gibt das Verhältnis zwischen Geschossfläche und Grundstücksgröße an.

Verwaltung bewertet Neubau-Pläne positiv

Erlaubt ist laut Bebauungsplan auf dem Grundstück eine GFZ von 2,0. Die Pläne jedoch weisen eine GFZ von 2,1 oder 2,69 aus, je nachdem ob man die Aufenthaltsflächen in den Nicht-Vollgeschossen mitrechnet oder nicht. So oder so werden die Vorgaben also überschritten.

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Die Verwaltung sieht die Pläne dennoch grundsätzlich positiv. Das geht aus den Sitzungsunterlagen hervor. Laut Beschlussvorschlag soll der Bauausschuss am Dienstagabend den Überschreitungen der Baugrenzen und der Abweichung bei der Geschossflächenzahl zustimmen.

Stadt müsste eigene Flächen verkaufen

Die Verbreiterung der Fassade ergebe Sinn, die bauliche Dichte sei „städtebaulich verträglich“ und die Überschreitung der GFZ sei „mit den öffentlichen Belangen vereinbar“, schreibt die Verwaltung. Sie geht von einer Belebung der Innenstadt aus.

Damit das Gebäude wie geplant überhaupt errichtet werden kann, muss die Stadt 13 Quadratmeter ihrer Fläche verkaufen. Denn in den Zeichnungen wurde die städtische Fläche überplant.

Ein möglicher Denkmalschutz für das Gebäude auf dem Grundstück Markt 9 wurde bereits im Frühjahr 2019 geprüft und abgelehnt. Einem Abriss steht also nichts im Wege.

Drei große Projekte am Vredener Marktplatz

Das bedeutet, dass sich am Marktplatz einiges tun wird. Auf dem Grundstück des ehemaligen Brauhauses entsteht gerade ein Neubau mit Gastronomie und Wohnungen. Dort soll eine Extrablatt-Filiale einziehen. In der ehemaligen Imbissbude wird ebenfalls fleißig gebaut. Dort entsteht das Lokal Alfreds mit angeschlossener Vinothek.

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Direkt daneben ist der Neubau geplant. Einziehen wird dort die Tobit-Bar Offsite. Es gibt bereits einen Grundriss und eine Visualisierung. In Ahaus gibt es diese Mischung aus Bar, Lounge und Café bereits seit 2007. Laut Internetseite kommen dort modernes Industriedesign, High Tech und elektronische Musik zusammen.

So soll das Offsite am Vredener Marktplatz aussehen.

So soll das Offsite am Vredener Marktplatz aussehen. © Stadt Vreden

Der Bauausschuss beschäftigt sich in seiner Sitzung am Dienstag, 9. Juni, ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses mit den Neubau-Plänen.

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