Opfer verzeiht Tätern nach Ketchup-, Konfetti- und Eier-Attacke auf zwei Autos in Vreden

mlzVandalismus in Vreden

Bereits vier Mal wurden die Autos von Marco und Enrico Terbrack beschmiert oder zerkratzt. Zuletzt am vergangenen Wochenende. Doch anders als bisher konnte dieser Fall aufgeklärt werden.

Vreden

, 02.03.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ketchup-Streifen quer über der Windschutzscheibe, zerplatzte Eier an den Felgen, Mayonnaise auf dem Lack; das Ganze garniert mit reichlich Konfetti. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein (übler) Kinderstreich, nannte Marco Terbrack (29) am Montagmorgen gegenüber unserer Redaktion „eine Art Racheakt“. An einen Zufall glaubte er zu dem Zeitpunkt „schon lange nicht mehr“. Diese erste Einschätzung sollte er allerdings noch am selben Tag revidieren.

Aber der Reihe nach. „Vor zwei Jahren hat es angefangen. Damals wurde das Auto der ehemaligen Freundin meines Bruders komplett zerkratzt“, berichtet der 29-jährige Vredener. Das Fahrzeug war damals an der Stelle abgestellt, wo heute Marco Terbrack und sein Bruder ihre Autos parken: am Dewesweg / Ecke Bänkstegge. Auf privatem Grund wohlgemerkt.

Insgesamt vier Fälle von Vandalismus

Nach dem ersten Vorfall im Jahr 2018 folgten weitere Fälle von Vandalismus. „Insgesamt ist es vier Mal vorgekommen. Immer waren das Ziel die Autos von meinem Bruder und mir. Wir sind völlig ratlos“, erklärt Marco Terbrack. Eine Idee, wer dahinterstecken könnte, hat er nicht. „Ich wüsste nicht, wer ein Interesse daran hat, uns so etwas anzutun“, sagt er. Einen Zufall schließt er aus, weil andere Fahrzeuge in der Nähe nie betroffen waren.

Obwohl ihn die Lebensmittel und das Konfetti auf seinem Auto ärgern, ist er froh, dass dieses Mal wenigstens keine Lackschäden entstanden sind. „Beim letzten Mal mussten ich 1800 Euro zahlen, weil mein Kofferraum mit einem Schlüssel zerkratzt wurde. Mein Bruder sogar noch mehr“, berichtet der 29-Jährige.

Bei der Polizei erstattete Marco Terbrack aber auch dieses Mal Anzeige und übergab den Beamten eine Videoaufnahme, die die Dashcam seines Fahrzeugs aufgezeichnet hatte. Die Wahrscheinlichkeit, die Übeltäter auf diese Weise zu überführen, ist aber gering. „Eine Kamera liefert keine Namen. Und aus Datenschutzgründen wird es schwierig, sie in Erfahrungen zu bringen“, sagt der 29-Jährige.

Facebook-Aufruf von Erfolg gekrönt

Deshalb hat er einen anderen Weg eingeschlagen und die Fotos von den beschmierten Autos in der Facebook Gruppe „Du bist ein Vredener, wenn...“ veröffentlicht. Mit der Hoffnung, dass sich die Täter bei ihm freiwillig melden. Offenbar mit Erfolg. Denn am Montagmorgen hatte Marco Terbrack plötzlich Post im Briefkasten.

Mit krakeliger Handschrift steht auf College-Block-Papier: „Es tut uns leid, dass wir eure Autos dreckig gemacht haben. Haben großen Ärger bekommen. Bitte nehmt unsere Entschuldigung und unser Geld an zum Saubermachen. Entschuldigung nochmal.“

Eine handschriftliche Entschuldigung lag am Montag bei Marco Terbrack im Briefkasten.

Eine handschriftliche Entschuldigung lag am Montag bei Marco Terbrack im Briefkasten. © privat

Beigelegt war dem Schreiben ein Zehn-Euro-Schein. Für Marco Terbrack ist zumindest dieser Vorfall damit erledigt. Auf Facebook gab er sich sogar versöhnlich: „Ich bedanke für mich die Ehrlichkeit und finde es super, dass ihr euch gemeldet habt. Da ihr so ehrlich wart, könnt ihr euch gerne das Geld, welches beigelegt worden ist, wieder abholen.“ Wer die Autos der Gebrüder Terbrack mehrfach zerkratzte, bleibt aber weiter ungeklärt.

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