Otto-Hahn-Straße wird verbreitert, dafür müssen über 50 Bäume fallen

mlzIndustriegebiet Gaxel

Um das Industriegebiet Gaxel besser zu erschließen, wird ab Februar die Otto-Hahn-Straße erweitert. Auch der Fahrradweg wird breiter. Dafür müssen allerdings alle Bäume an der Straße weichen.

Vreden

, 01.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Otto-Hahn-Straße wird verbreitert: In Zukunft soll sie eine sieben Meter breite Fahrbahn und an einer Seite einen drei Meter breiten Radweg für zwei Richtungen bekommen. Unmittelbar an der Einmündung zur Ringstraße wird der Radweg allerdings auf beiden Seiten angelegt.

Damit wird die Straße wie geplant zur eigentlichen Hauptzufahrt ins Industriegebiet Gaxel. So weit die guten Nachrichten. Die schlechte dahinter: Viele Bäume entlang der Straße müssen gefällt werden. Nach einer ungefähren Zählung auf einem Luftbild des Kreises Borken geht es dabei um über 50 Bäume zwischen der Ringstraße und dem Beginn des Gewerbegebietes. Zwischen Radweg und Fahrbahn soll dort lediglich eine Hecke angepflanzt werden. Die Pläne hat Fachbereichsleiter Joachim Hartmann am Montagabend im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt.

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Heinrich Wildenhues (CDU) begrüßte ausdrücklich den breiteren Ausbau der Radwege. „Für die Radfahrer ist das sehr gut“, lobte er. Allerdings sei es unglücklich, dass die Bäume fallen müssen. Er regte an, neue Bäume entlang des Birkhahnwegs anzupflanzen. Dort gebe es noch ausreichend Platz. Außerdem würde die Ersatzanpflanzung so in der Nähe der gefällten Bäume erfolgen.

Grüne wollen Straße verbreitern aber Bäume erhalten

Auch die Grünen wollten sich einem Ausbau der Otto-Hahn-Straße nicht per se in den Weg stellen. „Dass die Straße ausgebaut werden muss, ist ja Konsens“, sagte Gerd Welper. Allerdings sei der Wegfall der Bäume das genaue Gegenteil einer zukunftsweisenden Lösung. „Man könnte die neue Straße auch so planen, dass die Bäume erhalten bleiben“, kritisierte er.

Das brachte ihm nur Kopfschütteln vom Fachbereichsleiter Joachim Hartmann ein: „Wir haben nur diese Trasse“, sagte er. Bei einer sieben Meter breiten Fahrbahn, einem drei Meter breiten Radweg und der notwendigen technischen Entwässerung gebe es schlicht keine Alternative als die Bäume zu fällen. Auch die Bäume umzupflanzen sei nicht zielführend. Das hatte Wilhelm Berendsen (SPD) vorgeschlagen.

Erneute Grundstücksverhandlungen würden Zeitplan sprengen

Josef Wißing (ebenfalls Grüne) schlug vor, dass man doch mit den Anliegern noch einmal über einen Grundstückskauf verhandeln könne. „Wenn man einen Meter vom Acker kauft, wäre genug Platz für Radweg und Bäume“, sagte er.

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Wieder vehementes Kopfschütteln von Joachim Hartmann: Nicht auszudenken, was eine erneute Grundstücksverhandlung für den Zeitplan bedeute. Abgesehen davon gehe es eben auch nicht nur um einen Streifen Ackerland sondern teilweise um die Vorgärten der Anlieger.

Reinhard Laurich (SPD): „Natürlich ist das plakativ, wenn die Bäume dort jetzt wegkommen. Aber die Straße soll die Hauptzufahrt zum Industriegebiet Gaxel werden.“ Heinrich Wildenhues‘ Vorschlag, in der Nähe neue Bäume anzupflanzen traf bei ihm auf große Zustimmung. Inwieweit das möglich ist, will die Verwaltung prüfen. So schwappte die Diskussion hin und her: Baumschutz auf der einen Seite, Zeitdruck und ein Ausbau der Straße auf der anderen.

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Joachim Hartmann machte weiter Druck: Eindringlich forderte er die Ausschussmitglieder auf, noch an diesem Abend einen Beschluss zu fassen. Ohne den könne er schließlich die Arbeiten nicht ausschreiben. Und ohne die Ausschreibung gerate der gesamte Zeitplan – auch für das Folgeprojekt Gaxelino – komplett ins Wanken. Die Anpflanzung am Birkhahnweg könne man in einem zweiten Schritt prüfen. Erst einmal solle der Ausgleich für die neue Straße und die gefällten Bäume über die Ökopunkte der Stadt geschaffen werden.

Es blieb dabei: Die Bäume werden gefällt. Gegen die Stimmen der beiden grünen Ausschussmitglieder entschied sich der Ausschuss für die vorgelegte Planung.

Enger Zeitplan, um drei Baustellen bis 2022 abzuwickeln

Auch so ist der Zeitplan durchaus knapp getaktet: Die Otto-Hahn-Straße wird zwischen Februar und August 2021 gesperrt und ausgebaut. In dieser Zeit ist das Industriegebiet nur über die Winterswyker Straße erreichbar. Von Mai bis November 2021 wird zusätzlich die Umgehungsstraße zwischen Otto-Hahn-Straße

und Winterswyker Straße gesperrt, um die geplante Unterführung zu bauen.

Von September 2021 bis Juli 2022 wird dann die Kreuzung der Umgehungsstraße mit der Winterswyker Straße umgebaut. Bis dahin muss die Otto-Hahn-Straße fertig sein, weil sie dann die einzige Zufahrt ins Industriegebiet Gaxel ist.

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