Frederika Thünte arbeitet als Physiotherapeutin in einem Krankenhaus im Achterhoek und muss so berufich jeden Tag ins Hochrisikogebiet pendeln. Mit negativem Coronatest in der Tasche. © privat
Coronavirus

Pendlerin Frederika Thünte und die neue Grenzregel: „Nur noch genervt“

Sonntag wurde die neue Regel bekannt, Dienstag sollten auch Berufspendler nach Holland einen negativen Coronatest dabei haben. Das war Thema am Arbeitsplatz der Vredenerin Frederika Thünte.

Wegen der sehr hohen Corona-Infektionszahlen in den Niederlanden hat die Bundesregierung das Nachbarland Niederlande als Hochrisikogebiet eingestuft. Diese Entscheidung wurde am Ostersonntag bekannt gegeben. Ab Dienstag nach Ostern, so die Folge, müsse jeder, der von dort nach Deutschland einreist, einen aktuellen negativen Coronatest dabei haben.

Das hat viele kalt erwischt. Nicht nur die Niederländer, die aktuell gern zum Tanken über die Grenze nach Deutschland fahren, sondern auch Berufspendler. So wie Frederika Thünte. Die Vredenerin arbeitet als Physiotherapeutin in einem Krankenhaus hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Über Ostern hatte sie frei. Und erst am Ostermontag hat sie von der neuen Regel gelesen. „Ich war nur noch genervt“, fasst sie ihre erste Reaktion zusammen.

Zwei Tage später müssen sich alle drauf eingestellt haben

Am Dienstag nach Ostern war ihr erster Arbeitstag. Sonntag wird das Nachbarland zum Hochinzidenzgebiet erklärt, und zwei Tage später müssen sich alle drauf eingestellt haben – das fand nicht nur Frederika Thünte sportlich.

Sie versuchte, sich so gut wie möglich zu informieren. „Wie machen das diejenigen, die in den Medien gar nicht so unterwegs sind?“ fragt sie sich. „Die kriegen das vielleicht nicht mal mit.“

Am Ostermontag hatte sie keine Zeit mehr, spontan zum Test zu fahren. Und am Dienstagmorgen machte sie sich ungetestet auf den Weg: Für den Abend hatte sie einen Termin klar gemacht. Und die Chance, kontrolliert zu werden, schätzte sie auch als gering ein. „Ob das gereicht hätte mit dem festen Termin bei einer Kontrolle, weiß ich auch nicht“, sagt sie. Und ob es ihr helfen könnte, dass sie längst geimpft ist als Krankenhaus-Mitarbeiterin? Soweit sie weiß, macht das (noch?) keinen Unterschied.

Am Arbeitsplatz war die neue Regel natürlich Thema

Am Dienstagabend hat sie den Test gemacht. An der Arbeitsstelle im niederländischen Krankenhaus werden die Mitarbeiter übrigens nicht regelmäßig getestet, erzählt die Vredenerin, „nur, wenn wir Symptome haben“. Da wurde sie am Dienstag natürlich sofort gefragt. „Darfst Du hier sein?“ Am Arbeitsplatz war die neue Regel natürlich Thema. „Die niederländischen Kollegen müssen jeden Test bezahlen“, sagt Frederika Thünte. Die meisten aber seien auch vorher schon nicht über die Grenze gefahren, weil das nicht sein müsse.

Nun wird sie sich als Berufspendlerin zweimal wöchentlich testen lassen müssen. Der negative Test derjenigen, die beruflich die Grenzen überqueren, muss 72 Stunden gültig sein. Für alle anderen gelten 48 Stunden. Da kommt sie nicht drum herum, aber Frederika Thünte fragt sich auch, wie sie denn nachweisen kann, dass sie beruflich unterwegs ist. „Ob man eine Bescheinigung dabei haben muss, darüber habe ich nichts gefunden“, sagte sie am Dienstagabend.

Eine Bescheinigung vom Arbeitgeber habe sie noch in der Tasche, „von der ersten Welle“. Vielleicht gilt die ja. Wer weiß.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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